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3. Jahrestag der Erdbeben vom 6. Februar... 53.537 Menschen zahlten den Preis für die 'Vernachlässigung'

Vor 3 Jahren erschütterten die Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş die Türkei zutiefst. Während die Wunden der Katastrophe noch immer nicht verheilt sind, haben 53.537 Todesopfer und Tausende Betroffene den Preis für Vernachlässigung und unzureichendes Management gezahlt.

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3. Jahrestag der Erdbeben vom 6. Februar... 53.537 Menschen zahlten den Preis für die 'Vernachlässigung'

Die Erdbeben vom 6. Februar 2023 mit Zentrum in Kahramanmaraş lösten eine gewaltige Katastrophe aus, die 11 Provinzen der Türkei betraf. Zwei schwere Beben der Stärke 7,7 und 7,6 in den Bezirken Pazarcık und Elbistan in Kahramanmaraş legten die Stadt in Schutt und Asche. Insgesamt kamen bei den Erdbeben 53.537 Menschen ums Leben, 107.213 wurden verletzt. Die Leichen von 140 Personen, die seit dem Beben als vermisst gelten, konnten bis heute nicht geborgen werden. Nach drei Jahren sind die Spuren des Bebens noch immer nicht getilgt, und viele Regionen versuchen weiterhin, sich zu erholen.

DIE HAUPTURSACHE DES BEBENS: "VERNACHLÄSSIGUNG"

Zu den Hauptursachen der Katastrophe zählen Vernachlässigungen und Fehler. Es stellte sich heraus, dass ein Großteil der eingestürzten Gebäude nicht den Vorschriften entsprach und die notwendigen Kontrollen bei den Bauarbeiten nicht durchgeführt wurden. Viele bauliche Mängel, von Materialdiebstahl bis hin zu illegalen Stockwerken, erhöhten die Zerstörungskraft des Bebens zusätzlich. Die Fehler der Behörden und Bauunternehmer haben die Auswirkungen des Bebens um ein Vielfaches vergrößert.

HILFE KAM ZU SPÄT, MENSCHENLEBEN GINGEN VERLOREN

Unmittelbar nach dem Beben warteten die unter den Trümmern verschütteten Bürger auf Hilfe. Viele Menschen starben aufgrund der Kälte, da die Rettungsteams die Region nicht rechtzeitig erreichen konnten. Die verspätete Reaktion der türkischen Streitkräfte (TSK) auf die Hilfsmaßnahmen führte zu Diskussionen. Die Fernsehsender in der Region ignorierten derweil die Hilferufe der unter den Trümmern liegenden Bürger.

DIE FLUCHT DER ERDBEBENOPFER

Aufgrund der Erdbeben mussten insgesamt 2 Millionen Menschen ihre Häuser verlassen. Während in Provinzen wie Kahramanmaraş, Adana, Adıyaman, Diyarbakır, Elazığ, Gaziantep, Hatay, Kilis, Malatya, Osmaniye und Şanlıurfa massive Zerstörungen auftraten, sahen sich die Bewohner dieser Provinzen gezwungen, in andere Regionen abzuwandern.

ÜBERLEBENSKAMPF IN CONTAINERSTÄDTEN

Obwohl 3 Jahre vergangen sind, kämpfen die Erdbebenopfer immer noch in Containerstädten ums Überleben. 518 Gebäude wurden zerstört, doch das Unterbringungsproblem konnte bisher nicht gelöst werden. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte Ende 2023 den Bau von 650.000 neuen Wohnungen angekündigt. Doch auch nach drei Jahren sind die Wunden des Bebens noch nicht verheilt. Die Erdbebenopfer sind weiterhin obdachlos und kämpfen gegen die Kälte.

LANGSAME BAUVORHABEN

Das Ministerium für Umwelt und Städtebau erklärte, dass die Arbeiten in der Erdbebenregion beschleunigt werden müssten. Das Ministerium teilte mit, dass die Arbeiten für den Bau von 455.357 Wohnungen im Jahr 2025 fortgesetzt würden. Obwohl bis 2023 bereits 254.000 Wohneinheiten fertiggestellt wurden, steht die Mehrheit der Erdbebenopfer weiterhin vor dem Problem der Unterbringung.

BÜRGER, DEREN HÄUSER ENTEIGNET WURDEN

Die Wohnungsbauprobleme in der Region führten zu einer weiteren Form der Benachteiligung. Mit einer Gesetzesänderung im Jahr 2023 wurde der Weg geebnet, Siedlungsgebiete zu Reserveland zu erklären. In den Bezirken Antakya und Defne in Hatay wurden 270 Hektar Land als Reserveland ausgewiesen. Durch diese Änderung wurden vielen Bürgern ihre Häuser und Grundstücke entzogen. Dies löste unter den Bewohnern der Region großen Widerstand aus.

2.380 STRAFERMITTLUNGEN GEGEN BEAMTE EINGELEITET

Nach Angaben des Justizministeriums wurden im Zusammenhang mit den Erdbeben vom 6. Februar strafrechtliche Ermittlungen gegen 2.380 Personen eingeleitet. Im Rahmen dieser Ermittlungen befinden sich 208 Personen in Haft. Nach dem Beben wurden 116.696 Klagen gegen den Staat eingereicht, von denen die große Mehrheit noch immer nicht abgeschlossen ist.


Nachrichtenquelle: 12punto

Erdbeben vom 6. Februar