78 Bürger kamen auf tragische Weise ums Leben: Erster Prozess zur Brandkatastrophe von Kartalkaya beginnt morgen
Im Prozess um den Brand im Grand Kartal Hotel in Bolu Kartalkaya, bei dem 78 Menschen ihr Leben verloren und 133 verletzt wurden, werden sich 32 Angeklagte, darunter 19 in Untersuchungshaft, erstmals vor Gericht verantworten. Das Verfahren beginnt morgen vor dem 1. Schwurgericht von Bolu.
In der von der Generalstaatsanwaltschaft Bolu erstellten Anklageschrift wird für 32 Angeklagte, darunter hochrangige Namen der Stadtverwaltung Bolu und der Provinzverwaltung Bolu, eine Haftstrafe wegen „Tötung mit bedingtem Vorsatz“ und „vorsätzlicher Körperverletzung mit bedingtem Vorsatz“ gefordert.
Neben den Eigentümern und Unternehmensmanagern des Grand Kartal Hotels, Halit Ergül, Emine Murtezaoğlu Ergül, Ceyda Hacıbekiroğlu, Elif Aras, Emir Aras, Zeki Yılmaz, Ahmet Demir, Kadir Özdemir, Cemal Özer und Mehmet Salun, wird in der Anklageschrift auch dem stellvertretenden Bürgermeister von Bolu, Sedat Gülener, dem amtierenden Feuerwehrchef Kenan Coşkun und dem Feuerwehrmann İrfan Acar vorgeworfen, „mit bedingtem Vorsatz verantwortlich“ zu sein.
FORDERUNG NACH 78-FACHER HÖCHSTSTRAFE FÜR 13 PERSONEN
Für 13 in der Akte genannte Personen wurde eine langjährige Haftstrafe wegen 78-facher „Tötung mit bedingtem Vorsatz“ und „vorsätzlicher Körperverletzung mit bedingtem Vorsatz“ beantragt. Zu den weiteren Angeklagten zählen die technischen Mitarbeiter des Hotels Tahsin Pekcan, Hüseyin Özer und Bayram Ütkü sowie die Küchenmitarbeiter Reşat Bölük, Enver Öztürk und Faysal Yaver und die Fachkräfte für Arbeitssicherheit Kübra Demir und Ece Kayacan.
Darüber hinaus wird für den Generalsekretär der Provinzverwaltung Bolu, Sırrı Köstereli, den stellvertretenden Generalsekretär Bünyamin Bal, die Leiterin der Lizenz- und Inspektionsabteilung Yeliz Erdoğan sowie deren Vorgänger Mehmet Özel wegen „fahrlässiger Tötung und Verletzung mehrerer Personen“ jeweils eine Haftstrafe von bis zu 22 Jahren und 6 Monaten gefordert.
VERHANDLUNG FINDET IN EINER SPORTHALLE STATT
Aufgrund der hohen Anzahl an Angeklagten und Nebenklägern sowie der unzureichenden Kapazitäten der Gerichtssäle wird das 1. Schwurgericht von Bolu die Verhandlung in der Sporthalle des Bolu-Gymnasiums für Sozialwissenschaften abhalten. Die Halle, die mit einer Sitzplatzkapazität von 700 Personen in einen provisorischen Gerichtssaal umgewandelt wurde, wurde mit Sicherheitskameras und einem neuen Soundsystem ausgestattet. Für den Zugriff auf das UYAP-System wurde eine spezielle Internetinfrastruktur eingerichtet.
Die erste Verhandlung, die morgen früh um 09.00 Uhr beginnen soll, wird aufgrund der hohen Teilnehmerzahl voraussichtlich eine Woche dauern.
Nachrichtenquelle: 12punto
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