DEM-Partei zur „Lösungsprozess“-Debatte: „Die Krise in der CHP beeinflusst den Prozess“
Die DEM-Partei hat eine umfassende Stellungnahme zu den Diskussionen über den „Lösungsprozess“ und die gesetzlichen Reformen abgegeben, die weiterhin die politische Agenda der Türkei bestimmen.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der DEM-Partei, Gülistan Kılıç Koçyiğit, äußerte sich auf einer Pressekonferenz im türkischen Parlament kritisch zur Entwaffnung der PKK, zu den geplanten gesetzlichen Regelungen sowie zu den Auswirkungen des Urteils zur „absoluten Nichtigkeit“ gegen die CHP. Koçyiğit kündigte an, dass auf der Sitzung des Zentralvorstands (MYK) am 5. Juni ein Fahrplan festgelegt werde.
Die DEM-Partei hat eine umfassende Stellungnahme zu den Diskussionen über den „Friedensprozess“ und die gesetzlichen Reformen abgegeben, die weiterhin die politische Agenda der Türkei bestimmen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gülistan Kılıç Koçyiğit betonte, dass die Verzögerung des im Rahmen des Prozesses erwarteten „Rahmengesetzes“ (Kod-Gesetz) einen großen Zeitverlust darstelle.
„ES BEDARF EINES ÜBERGANGSGESETZES MIT 7-8 ARTIKELN“
Bezüglich der von Pervin Buldan angedeuteten und nach dem İmralı-Besuch konkretisierten Erwartungen an gesetzliche Regelungen fasste Koçyiğit die notwendigen Reformen wie folgt zusammen:
Kod-Gesetz (Friedensgesetz): Ein allgemeines „Gesetz zur demokratischen Integration“ mit 8-10 Artikeln, das die politische und soziale Teilhabe sowie die rechtliche Grundlage für Mitglieder der Organisation, die die Waffen niederlegen, definiert, sollte den vorrangigen Anfang bilden.
Zugehörige Gesetzesänderungen: Unter Bezugnahme auf dieses Kod-Gesetz müssen tiefgreifende Änderungen in vielen Rechtsvorschriften vorgenommen werden, insbesondere im Strafvollzugsgesetz und im Anti-Terror-Gesetz (TMK).
Erwartung an Verhandlungen: Koçyiğit erklärte, dass die DEM-Partei ihre eigenen Projektionen vorbereitet habe. Sie erinnerte daran, dass das Opferfest (Kurban Bayramı) vorüber sei, und drückte die Erwartung aus, dass die Regierung ihren eigenen Entwurf schnell mit der Opposition teile und die Verhandlungen auf parlamentarischer Ebene beginnen sollten.
„DIE RECHTSWIDRIGKEIT GEGENÜBER DER CHP SCHADET DEM VERTRAUEN IN DEN PROZESS“
Koçyiğit reagierte scharf auf das Urteil des Gerichts zur „absoluten Nichtigkeit“ bezüglich des 38. ordentlichen Parteitags der CHP und erklärte, dass diese Krise der größten Oppositionspartei den Friedensprozess direkt beeinflusse:
„Die Republikanische Volkspartei (CHP) ist die größte Oppositionspartei dieses Landes und die stärkste Kraft der letzten Kommunalwahlen. Der Versuch, Politik durch die Justiz zu gestalten, schadet dem Vertrauen in den Prozess. Unsere Basis fragt uns zu Recht: ‚Wie soll unter diesen Bedingungen Frieden möglich sein?‘ Es ist fraglich, wie sehr sich eine CHP, die in ihren internen Problemen und der Parteitagsagenda versunken ist, mit der kurdischen Frage befassen kann. Eine Gleichung, in der die größte Oppositionspartei ausgeschlossen ist oder außerhalb der Rechnung bleibt, hat kaum Erfolgschancen.“
ANTWORT AUF BAHÇELİS VORSCHLÄGE: „EIN BEOBACHTERAUSSCHUSS MUSS IM PARLAMENT EINGERICHTET WERDEN“
Koçyiğit bewertete auch die Vorschläge des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli zur Einrichtung einer Kommission im Parlament und teilte die roten Linien sowie die gemeinsamen Punkte ihrer Partei mit:
Öcalans Rolle ist nicht nur die Entwaffnung: „Wir halten es nicht für richtig, die Rolle von Herrn Öcalan nur auf die Entwaffnung zu reduzieren. Er ist der Ansprechpartner für die demokratische Lösung der kurdischen Frage. Die Angelegenheit nur auf die Sicherheitsbürokratie zu beschränken, schafft Schwierigkeiten.“
Ein Beobachtergremium muss eingerichtet werden: Sie unterstützte die Idee eines „Beobachterausschusses“ oder einer Kommission unter dem Dach des Parlaments, die den Prozess koordinieren, den interparteilichen Dialog stärken und die Öffentlichkeit über die Fortschritte informieren soll.
„DAS PARLAMENT SOLLTE WENN NÖTIG DEN GANZEN SOMMER FÜR DEN FRIEDEN ARBEITEN“
Mit Blick auf den 11. Juli erinnerte Koçyiğit daran, dass seit den Absichtserklärungen zur Waffenabgabe fast ein Jahr vergangen sei, und rief das Parlament zu dringender Arbeit vor der Sommerpause auf:
„Nicht einmal die 30-köpfige Gruppe für Frieden und demokratische Gesellschaft konnte bisher in die Türkei kommen. Wir erhalten täglich Tausende Nachrichten von Menschen und Angehörigen von Inhaftierten in Gefängnissen: ‚Wann kommt das Strafvollzugsgesetz?‘ Wenn nötig, sollte das Parlament diesen Sommer nicht schließen, wir sollten nicht in den Urlaub gehen. Wir sollten unseren ganzen Sommer damit verbringen, an Friedensgesetzen zu arbeiten. Die Politik muss endlich aufhören, den Kopf in den Sand zu stecken.“
Abschließend fügte Koçyiğit hinzu, dass sie all diese Entwicklungen, den Gesprächsverkehr und den Zeitplan für die zu ergreifenden Schritte auf der Sitzung des Zentralvorstands (MYK) der DEM-Partei, die am Freitag, dem 5. Juni, zusammenkommt, konkretisieren werden.
Nachrichtenquelle: 12punto
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