Doppelstandards für Bürger am Taksim: „Barrikaden für Einheimische, Jahrmarkt für Engländer“
Der Gezi-Park, der seit 13 Jahren mit Eisenbarrieren für die eigene Bevölkerung gesperrt ist, wurde für Aston-Villa-Fans weit geöffnet; im Inneren flossen Bierverkäufe in Euro.
Das historische Finale der UEFA Europa League in Istanbul war Schauplatz eines skandalösen Doppelstandards, der weit über die sportliche Begeisterung hinausging. Der Gezi-Park, der seit 13 Jahren mit Eisenbarrieren für die eigene Bevölkerung gesperrt ist, wurde für Aston-Villa-Fans weit geöffnet; im Inneren flossen Bierverkäufe in Euro.
Das Finale der UEFA Europa League im İnönü-Stadion zwischen dem englischen Team Aston Villa und dem deutschen Vertreter Freiburg, das mit einem 3:0-Sieg für Aston Villa endete, offenbarte einen tragischen Widerspruch, der sich in das Gedächtnis der Stadt einprägen wird. Der Ort, an dem die Engländer ihren ersten Europapokalsieg seit 43 Jahren feierten, war der Gezi-Park – ein Ort, der seit 13 Jahren für jede Art von demokratischer Veranstaltung und selbst für den Zutritt gewöhnlicher Bürger mit „Sicherheitsbedenken“ belegt ist.
„NUR FÜR ENGLÄNDER FREI: 30 TAUSEND LITER BIER GEGEN EURO“
Nach Informationen von T24 wurde der Gezi-Park den rund 20.000 Aston-Villa-Fans, die für das Finalspiel nach Istanbul strömten, regelrecht zur Verfügung gestellt. Während Taksim und die Umgebung von Touristen mit Alkoholflaschen in der Hand und Gesängen erfüllt waren, durften nur englische Staatsbürger mit einem Spielticket den Park betreten. Dieselbe Instanz, die den eigenen Bürgern nicht einmal das Aufhängen eines einzelnen Banners gestattet, errichtete für die ausländischen Fans Essens- und Getränkestände im Park. Die Mitarbeiter vor Ort gaben an, dass für den Konsum der Touristen ganze 30.000 Liter Bier gelagert wurden und die Verkäufe nicht in der Landeswährung, sondern ausschließlich in Devisen zu Preisen zwischen 6 und 9 Euro abgewickelt wurden.
„BEVÖLKERUNG MUSSTE DRAUSSEN BLEIBEN, DREHKREUZE FÜR AUSLÄNDER GEÖFFNET“
Während in ganz Taksim massive Polizeipräsenz auffiel, änderte sich die Farbe des Sicherheitsrings je nach Person. Türkische Staatsbürger ohne Spielticket oder englischen Reisepass durften nicht einmal in die Nähe des Gezi-Parks. Die Mentalität, die auf das kleinste Streben der eigenen Bevölkerung nach Rechten oder auf ein friedliches Zusammenkommen im Park mit Polizeibarrikaden reagiert, hat ihre roten Linien über Nacht beiseitegeschoben, sobald es um ausländische Touristen und harte Devisen ging. Dies hat die marktwirtschaftliche Realität hinter den Ausreden der „öffentlichen Ordnung“ einmal mehr bewiesen.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Huthis greifen saudischen Tanker an
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
4 Drohnen in der Nähe des US-Generalkonsulats in Erbil abgeschossen
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
CHP reagiert mit Massen-SMS auf Özels neue Parteientscheidung