Eine Frage des Überlebens: Die Sackgasse der 'verlorenen Generation' in der Türkei
Von dem Ökonomen İnan Mutlu geteilte Eurostat-Daten haben das erschreckende Ausmaß der Jugendarbeitslosigkeit und des Bildungsnotstands in der Türkei offengelegt. Bei der Quote der jungen Menschen, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, liegt die Türkei im europäischen Vergleich mit großem Abstand an der Spitze.
Die junge Generation, die als Zukunft der Türkei gilt, läuft Gefahr, aus dem System gedrängt zu werden.
Laut einer Tabelle, die der Ökonom İnan Mutlu auf Basis von Daten aus dem Jahr 2025 erstellt hat, sind 26,3 % der 15- bis 29-Jährigen in der Türkei weder in einer Schule noch in einem Arbeitsverhältnis tätig.
Diese Quote bedeutet, dass etwa 5 Millionen junge Menschen vollständig vom sozialen und wirtschaftlichen System ausgeschlossen sind.
Die Schere zu Europa geht auf
In den geteilten Daten hat die Türkei einen deutlichen Vorsprung vor den nächstgelegenen Ländern Nordmazedonien (23,4 %) und Bosnien-Herzegowina (20,0 %). Angesichts eines EU-Durchschnitts von 11,0 % wird die Schwere der Lage in der Türkei noch deutlicher. Im Vergleich zu Ländern am Ende der Liste wie den Niederlanden (5,3 %) und Schweden (5,9 %) ist die Quote der jungen Menschen, die außerhalb des Systems stehen, in der Türkei etwa fünfmal so hoch.
"Das ist die wahre Überlebensfrage"
In den Bewertungen zu diesem Thema wird betont, dass es sich hierbei nicht nur um eine "Arbeitslosenzahl" handelt, sondern vielmehr um ein Vorzeichen für einen gesellschaftlichen Zusammenbruch. In einer Struktur, in der jungen Menschen die "Zukunft genommen wird", steht nicht nur die Situation der 5 Millionen jungen Menschen außerhalb des Systems zur Debatte, sondern auch die der Kinder innerhalb des Systems. Die in letzter Zeit zunehmenden "Schulmassaker" und Gewalttaten werden als Beweis dafür angeführt, dass auch die Jugendlichen im Bildungssystem nicht ausreichend Anleitung und Aufmerksamkeit erhalten.

Millionen, die aus dem System gedrängt werden
Experten bezeichnen dieses Bild als die eigentliche "Überlebensfrage" (Beka meselesi) der Türkei. Die Entfremdung der Jugend von Produktion und Bildung bringt schwerwiegende Folgen mit sich:
Zunehmende soziale Hoffnungslosigkeit,
Psychischer Zusammenbruch und Gewaltneigung,
Verlust an qualifizierten Arbeitskräften und wirtschaftlicher Rückgang. Dass etwa 5 Millionen junge Menschen im Status von "Hausjugendlichen" gefangen sind, verwandelt das demografische Chancenfenster der Türkei in eine Bedrohung.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Zahlen sind nicht nur Statistiken, sie hallen wie der Schrei einer Generation wider, die untergeht. Die einhellige Meinung in der Öffentlichkeit ist klar: Ein System, das seine Jugend nicht schützen und ihr keine Zukunft bieten kann, scheint nicht nachhaltig zu sein.
Nachrichtenquelle: 12punto
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