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Erdbeben-Experte aus Japan äußert sich zur Lage in Hatay

Der japanische Erdbebenexperte Yoshinori Moriwaki, der für Hatay – eine der am stärksten von den Erdbeben vom 6. Februar mit Zentrum in Kahramanmaraş betroffenen Städte – eine horizontale Bauweise mit 2 bis 3 Stockwerken empfiehlt, erklärte: „Entlang der nordanatolischen Verwerfungslinie kam es in Elazığ, Kahramanmaraş und Hatay bereits zu zwei Erdbeben. Sollte es als Fortsetzung dieser Verwerfungslinie im Meer in Richtung Zypern zu einem Beben kommen, könnte auch Hatay davon betroffen sein.“

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Erdbeben-Experte aus Japan äußert sich zur Lage in Hatay

Der japanische Erdbebenexperte Yoshinori Moriwaki nahm im Bezirk Antakya in Hatay an der Internationalen Konferenz für Erdbeben- und Katastrophenprävention teil, bei der auch Online-Teilnehmer zugeschaltet waren.

Während Wissenschaftler aus Japan per Videoschalte an der Konferenz teilnahmen, wurden die Erdbeben in Japan mit den Beben mit Zentrum in Kahramanmaraş verglichen.

Moriwaki betonte, dass er in Hatay kein schweres Erdbeben erwarte, und sprach sich für eine horizontale Bauweise mit 2 bis 3 Stockwerken aus.

"FAST DIE HÄLFTE DER GEBÄUDE IN DER TÜRKEI SIND ILLEGALE BAUTEN"

Der japanische Erdbebenexperte Yoshinori Moriwaki wies darauf hin, dass die Erdbeben in Japan und Kahramanmaraş Ähnlichkeiten aufwiesen, und erklärte: „Heute sind insbesondere vier unserer Dozenten aus Japan angereist. Wir werden eine etwa einstündige Präsentation darüber halten, wie in Japan gebaut wird und wie wir es in der Türkei besser machen könnten. Danach werde ich mit meinen Kollegen aus Japan eine Fragerunde abhalten. Am 1. Januar ereignete sich in Japan ein schweres Erdbeben. Es hatte die gleiche Stärke und Tiefe wie das zweite Beben in Kahramanmaraş. Betrachtet man die Zahl der Todesopfer, so forderte das Erdbeben in Kahramanmaraş 50.000 Menschenleben, während in Japan bisher 100 Menschen ums Leben gekommen sind. Diese Zahl könnte noch auf 200 steigen. Es gibt im Land keine großen Schäden, lediglich an einigen alten Gebäuden gab es Probleme. Es wurde ein Tsunami von 5 Metern erwartet, doch er erreichte nur 1,5 Meter. Es war nicht sehr schlimm, aber es geschah an einem Ort, an dem das Land es nicht erwartet hatte. Die Erdbeben sind gleich, aber in Japan bauen die Menschen ihre Gebäude zu hundert Prozent mit offiziellen Genehmigungen. In der Türkei sind leider fast die Hälfte der schätzungsweise 21 Millionen Gebäude illegal errichtet. Gleichzeitig gibt es in der Türkei Probleme bei der Aufklärung. In Japan wird das Thema Erdbeben bereits im frühen Kindesalter unterrichtet. Auch in der Türkei muss eine Erdbebenaufklärung bereits im Kindesalter erfolgen.“

"IN HATAY WIRD KEIN SCHWERES ERDBEBEN ERWARTET"

Der japanische Erdbebenexperte Moriwaki wies darauf hin, dass nach den Beben entlang der nordanatolischen Verwerfungslinie kein zerstörerisches Erdbeben mehr in Hatay erwartet werde: „In Hatay wird kein schweres Erdbeben erwartet, da die Stadt bereits zwei Beben großen Ausmaßes erlebt hat. Entlang der nordanatolischen Verwerfungslinie kam es in Elazığ, Kahramanmaraş und Hatay bereits zu zwei Erdbeben. Sollte es als Fortsetzung dieser Verwerfungslinie im Meer in Richtung Zypern zu einem Beben kommen, könnte auch Hatay davon betroffen sein. Da das Mittelmeer nicht wie in Japan ein Ozean ist, könnte ein möglicher Tsunami Wellen von 1 bis maximal 3 Metern Höhe erzeugen. Wenn sich nach einem Erdbeben Menschen an der Küste aufhalten, müssen sie unbedingt höher gelegene Orte aufsuchen. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Hatay so schlimm werden würde. Ich war zuvor bereits zehnmal in dieser Stadt. Hatay ist eine Kulturstadt, es ist sehr schade um diese Stadt. Man muss die Stadt langsam wieder aufbauen und zur Normalität zurückkehren. Künftig sollte beim Bau in den Ebenen eine Höhe von 4 Stockwerken nicht überschritten werden. Wenn möglich, sollte die Bebauung in höher gelegenen Gebieten statt in der Ebene erfolgen. Es wäre besser, wenn Hatay seine Gebäude horizontal mit 2 bis 3 Stockwerken errichtet. Auch in Japan versucht man mittlerweile, horizontal zu bauen. Die Provinz Erzincan setzt nach den dort erlebten Erdbeben ebenfalls auf eine horizontale Bauweise, die 4 Stockwerke nicht überschreitet. Hatay sollte es genauso machen.“


Nachrichtenquelle: İHA

Japanischer Erdbebenexperte Yoshinori Moriwaki Hatay Erdbeben