Frauenmorde: 315 Frauen verloren 2023 ihr Leben
Laut dem von der Plattform „Wir werden Frauenmorde stoppen“ (Kadın Cinayetlerini Durduracağız Platformu) veröffentlichten „Bericht über Fakten zu Frauenmorden und verdächtigen Todesfällen von Frauen“ wurden im Jahr 2023 insgesamt 315 Frauen Opfer eines Tötungsdelikts. 28 dieser Frauen standen unter Schutzanordnungen.
Istanbul – Die Plattform „Wir werden Frauenmorde stoppen“ hat ihren „Bericht über Fakten zu Frauenmorden und verdächtigen Todesfällen von Frauen“ für das Jahr 2023 veröffentlicht. Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr 315 Frauen Opfer eines Tötungsdelikts, wobei 28 dieser Frauen unter einer Schutzanordnung standen.
Auf einer von den Frauenräten (Kadın Meclisleri) organisierten Pressekonferenz wurden diese beschämenden Statistiken vorgestellt. Den Daten der Plattform zufolge verloren 2018 insgesamt 308, 2019 insgesamt 360, 2020 insgesamt 300, 2021 insgesamt 280 und 2022 insgesamt 334 Frauen ihr Leben. Auch die Zahl der verdächtigen Todesfälle bei Frauen stieg besorgniserregend an: von 131 im Jahr 2018 auf 115 im Jahr 2019, 170 im Jahr 2020, 217 im Jahr 2021 und 245 im Jahr 2022.
Während im Jahr 2023 315 Frauen durch männliche Gewalt getötet wurden, wurden 248 dieser Todesfälle als verdächtig eingestuft. 41 Prozent der Frauen wurden von ihren Ehemännern getötet. Der Einsatz von Waffen erreichte ein alarmierendes Niveau; 55 Prozent der Frauenmorde wurden mit Schusswaffen und 31 Prozent mit Stichwaffen begangen. 65 Prozent dieser Tötungsdelikte ereigneten sich im häuslichen Umfeld, 18 Prozent auf der Straße.
Dem Bericht zufolge waren 35 Prozent der getöteten Frauen zwischen 19 und 35 Jahre alt, und in 10 Prozent der Fälle war der Täter bereits polizeilich vorbestraft. Fidan Ataselim, Generalsekretärin der Plattform „Wir werden Frauenmorde stoppen“, erklärte dazu: „Frauen werden von ihren engsten Angehörigen und mit Waffen getötet. Die Gewalt ist in unserer Mitte, sie kommt von unseren Nächsten. Es ist möglich, die Gewalt zu stoppen, aber dafür müssen die bestehenden Gesetze wirksam angewendet werden.“ Ataselim betonte, dass durch eine effektive Umsetzung des Gesetzes Nr. 6284 Gewalt bereits bei den ersten Anzeichen gestoppt werden könne, und fügte hinzu: „Dann endet es nicht mit Frauenmorden.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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