Haftbefehl gegen Kazım Güleçyüz aufgehoben: Er hatte FETÖ-Anführer die Totenruhe gewünscht
Kazım Güleçyüz, der ehemalige Chefredakteur der Zeitung Yeni Asya, war nach einem Beileidsbekundungspost für den FETÖ-Anführer Fethullah Gülen festgenommen worden. Nach 57 Tagen in Untersuchungshaft entschied das Gericht nun auf seine Freilassung.
Der ehemalige Chefredakteur der Zeitung Yeni Asya, Kazım Güleçyüz, war nach dem Tod des FETÖ-Anführers Fetullah Gülen aufgrund eines Beileidsbeitrags in den sozialen Medien festgenommen worden. Nach 57 Tagen in Untersuchungshaft wurde Güleçyüz nun bei der Verhandlung vor dem 28. Schwurgericht in Istanbul freigelassen.
'EINEM VERSTORBENEN DIE TOTENRUHE ZU WÜNSCHEN, IST TEIL UNSERES GLAUBENS'
In seiner Verteidigung erklärte Güleçyüz, dass er in seiner 33-jährigen journalistischen Laufbahn zum ersten Mal mit einem solchen Vorwurf konfrontiert sei. Zudem betonte er unter dem Hinweis, dass die "Unschuldsvermutung missachtet wurde", dass die erhobenen Anschuldigungen unbegründet seien. Güleçyüz erklärte in seiner Verteidigung: “Einem Verstorbenen die Totenruhe zu wünschen, ist Teil unseres Glaubens und unserer Kultur”, und fügte hinzu, dass die Einstufung seiner Beileidsbekundung als Straftat keine rechtliche Grundlage habe.
Güleçyüz argumentierte, dass die Beileidsnachricht keinen Straftatbestand der Propaganda erfülle und dass die von ihm verfasste Nachricht aus vier Sätzen keine Straftat darstellen könne. Sein Anwalt forderte die Freilassung und den Freispruch seines Mandanten.
Die Staatsanwaltschaft beantragte unter Berücksichtigung der Art des Vorwurfs und der Beweislage die Fortdauer der Untersuchungshaft. Das Gericht entschied jedoch nach einer Prüfung auf die Freilassung von Kazım Güleçyüz und eines weiteren Angeklagten. Der Prozess wurde auf den 4. März 2025 vertagt.
WAS WAR PASSIERT?
Kazım Güleçyüz, der ehemalige Chefredakteur des der Nurcu-Bewegung nahestehenden Publikationsorgans Yeni Asya, hatte am 21. Oktober nach dem Tod des FETÖ-Anführers Gülen eine Beileidsnachricht veröffentlicht. Nach der umstrittenen Nachricht wurde Güleçyüz festgenommen und inhaftiert; sein X-Account wurde in der Türkei gesperrt. Die Zeitung erklärte, dass sie die Beileidsbekundung von Güleçyüz nicht billige, und entfernte seinen Namen aus dem Impressum als Chefredakteur.
Nachrichtenquelle: 12punto
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