15.-Juli-Veteran zum Brigadegeneral im Ruhestand versetzt: Steckt der Menzil-Orden dahinter?
Brigadegeneral Nurettin Alkan, der während des Widerstands gegen die FETÖ-Putschisten durch einen Schulterschuss verwundet wurde, wurde nach seiner Versetzung in den Stab nun in den Ruhestand versetzt. Der Journalist Saygı Öztürk behauptete, dass der Menzil-Orden hinter dieser Entscheidung stehe. Auch der CHP-Abgeordnete Murat Bakan wies auf den Einfluss von Sekten innerhalb der Sicherheitsbürokratie hin.
Brigadegeneral Nurettin Alkan, der während des FETÖ-Putschversuchs am 15. Juli 2016 im Hauptquartier des Gendarmerie-Generalkommandos bis zum Morgen gegen die Putschisten kämpfte und dabei durch einen Schuss in die Schulter verwundet wurde, ist nach seiner Versetzung in den Stab in den Ruhestand versetzt worden.
Alkan hatte in der Nacht des Putsches gemeinsam mit seinen Waffenbrüdern Ahmet Hacıoğlu, Ali Demir, Güven Şağban und Aziz Yılmaz gekämpft, um das Hauptquartier aus den Händen der putschenden Soldaten zu befreien, und wurde bei den Gefechten am Arm getroffen. Alkan, der zu jener Zeit Leiter der Nachrichtendienstabteilung des Gendarmerie-Generalkommandos war, wurde nach den vergangenen Jahren mit einer in der letzten Woche getroffenen Entscheidung in den Stab versetzt.
„MENZIL WOLLTE ES, ER WURDE IN DEN RUHESTAND VERSETZT“
Eine bemerkenswerte Behauptung zu dieser Entscheidung kam von dem Journalisten Saygı Öztürk. Öztürk verwendete in seiner heutigen Kolumne den Ausdruck: „Menzil wollte es, der Veteranengeneral wurde in den Ruhestand versetzt.“ In seinem Artikel, in dem er feststellte, dass der Einfluss von religiösen Gruppierungen bis in die Beförderungsprozesse innerhalb der türkischen Streitkräfte (TSK) reiche, schrieb Öztürk, dass ein Mitglied des Ordens im vergangenen Jahr Fotos mit einigen Generälen gemacht und diese geteilt habe, was den Gepflogenheiten innerhalb der Institution widerspreche.
Öztürk betonte in seinem Artikel, dass bei Beförderungsprozessen mittlerweile religiöse Praktiken wie „betet er, fastet er?“ als Maßstab herangezogen würden, und führte dazu aus:
„Ein Kommandant sagte es offen: Bei Beförderungen wird nach Kriterien wie ‚betet er, fastet er‘ gesucht. Fragen, die eigentlich Gott stellen sollte, werden nun von uns gestellt.“
Auch der stellvertretende Vorsitzende der CHP und Schattenminister für das Innenministerium, Murat Bakan, äußerte sich kritisch zu diesem Prozess. Bakan erklärte, dass insbesondere die Menzil-, Kurdoğlu- und Süleymancı-Gruppierungen Einfluss auf Ernennungen, Versetzungen und Beförderungen hätten.
Bakan erinnerte daran, dass er das Thema häufig auf die Tagesordnung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) bringe und Fragen an das Innenministerium richte, und argumentierte, dass die Sicherheitsbürokratie des Staates nicht nach Kompetenz, sondern nach Verbindungen zu religiösen Gruppierungen geformt werde.
NEUES KRITERIUM BEI BEFÖRDERUNGEN: RELIGIÖSE REFERENZEN
Ein weiterer Punkt, der in Öztürks Artikel auffiel, war der neue Ansatz in der Führungsebene. Es wurde behauptet, dass Gespräche, wenn Personal in niedrigeren Rängen hochrangige Kommandanten sprechen wollte, mit Begründungen wie „der Kommandant betet“ oder „er ist in der Moschee“ verzögert oder abgesagt würden. Dies wurde als Zeichen dafür gedeutet, dass religiöse Symbole und Praktiken – anders als in früheren Gepflogenheiten – nun in institutionelle Beziehungen eingreifen.
YAŞ-SITZUNG AM 5. AUGUST
Die Sitzung des Obersten Militärrats (YAŞ), bei der die Namen bekannt gegeben werden, unter denen sich auch der in den Ruhestand versetzte Alkan befindet, findet am 5. August statt. Bei der Sitzung, die unter dem Vorsitz von Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Präsidentenkomplex um 12:00 Uhr beginnen soll, werden die Namen derjenigen, die in den Ruhestand versetzt werden und befördert werden, endgültig feststehen.
Nachrichtenquelle : 12punto
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