Die brennende Frage ist beantwortet: Wie viele Dollar hat die Zentralbank bei den 'İmamoğlu-Operationen' verkauft?
Der durch die Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu eskalierte Wechselkurs und die Goldpreise wurden durch die historisch hohen Devisenverkäufe und die Zinserhöhung der Zentralbank gebremst. Besonders auffällig waren die Dollar-Verkäufe der Zentralbank innerhalb von drei Tagen. Wie hoch ist also der Gesamtverkauf der Zentralbank in diesen drei Tagen? Hier sind die Details...
Am Mittwoch, dem 19. März, wurden die türkischen Märkte von der Nachricht über die Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu erschüttert. Der Anstieg der politischen Spannungen löste einen Schockeffekt bei den Wechselkursen und Goldpreisen aus. Der Dollar/Lira-Kurs stieg auf bis zu 41 Lira, während der Euro die 45-Lira-Marke überschritt. Gramm-Gold testete die Marke von 4.000 Lira und erreichte damit ein historisches Hoch für Anleger. An der Börse Istanbul wurde zudem zweimal der Handelsstopp ausgelöst.
WECHSELKURS SCHWANKTE
Der plötzliche Anstieg des Wechselkurses, der am Mittwoch mit 41 Lira seinen Höhepunkt erreichte, ging nach den Interventionen der Zentralbank schrittweise zurück. Am Donnerstag und Freitag versuchte der Dollar/Lira-Kurs zwar erneut, die 39-Lira-Marke zu überschreiten, konnte sich jedoch nicht darüber halten. Die Woche schloss der Dollar-Kurs gegenüber der Lira mit einem Anstieg von 3,2 Prozent.
26 MILLIARDEN DOLLAR VERKAUF IN 3 TAGEN
Der Hauptfaktor, der die Aufwärtsbewegung des Kurses stoppte, waren die drastischen Maßnahmen der Zentralbank. Es wurde berechnet, dass die Zentralbank am Mittwoch während der ersten Schockwelle Devisen im Wert von 12 Milliarden Dollar auf den Markt brachte.
Am Donnerstag und Freitag wurden weitere Verkäufe in Höhe von insgesamt 14 Milliarden Dollar getätigt, um den übermäßigen Anstieg des Kurses zu bremsen. Somit wurden innerhalb von drei Tagen insgesamt Devisen im Wert von 26 Milliarden Dollar verkauft.
Die Bruttodevisenreserven der Zentralbank waren im April 2024 auf 64 Milliarden 967 Millionen Dollar gesunken. Bis zur vergangenen Woche waren die Reserven auf 98 Milliarden 69 Millionen Dollar gestiegen. Das bedeutet, dass innerhalb eines Jahres ein Anstieg der Bruttoreserven um 33,1 Milliarden Dollar verzeichnet wurde. Die allein in dieser Woche durchgeführten Devisenverkäufe in Höhe von 26 Milliarden Dollar entsprechen jedoch 79 Prozent des Reservenanstiegs des letzten Jahres.
ZINSEN WURDEN ERHÖHT
Nach den Devisenverkäufen der Zentralbank folgte am Donnerstag ein weiterer wichtiger Schritt. Das geldpolitische Komitee (PPK) hielt eine außerordentliche Sitzung ab und erhöhte den Zinssatz für das Übernacht-Kreditgeschäft von 44 Prozent auf 46 Prozent. In der nach der Entscheidung veröffentlichten Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass die Entwicklungen auf dem Markt den Inflationsausblick gefährden könnten, und es wurde wie folgt formuliert:
"Unter Berücksichtigung der Risiken, die die Entwicklungen an den Finanzmärkten für den Inflationsausblick darstellen könnten, wurden Maßnahmen zur Unterstützung einer straffen Geldpolitik ergriffen."
Zudem wurde angekündigt, dass die einwöchigen Repo-Auktionen für einen bestimmten Zeitraum ausgesetzt werden.
ERSTMALS SEIT 2007
Der letzte Schritt der Zentralbank diente dazu, die Liquidität unter Kontrolle zu bringen. In der am Freitag veröffentlichten Erklärung wurde mitgeteilt, dass Liquiditätspapiere mit einer Laufzeit von bis zu 91 Tagen ausgegeben wurden, um die überschüssige Lira-Liquidität am Markt abzuschöpfen. Diese Maßnahme wurde von der Zentralbank zuletzt im Juli 2007 angewendet. An den besagten Auktionen für diese Papiere können nur Banken und Finanzintermediäre teilnehmen, die über einen Rahmenvertrag für Offenmarktgeschäfte mit der Zentralbank verfügen.
Nachrichtenquelle : 12punto
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