Die Rechnung für die Operation ist hoch: Erdbeben bei der Lira, 2,8 Billionen TL Schaden für die Wirtschaft
Der nach der Operation gegen die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB) verzeichnete drastische Wertverlust der Lira hat die Finanzmärkte erschüttert. Während der Dollar an einem Tag um 1,5 TL in die Höhe schoss, kam es in allen Bereichen, von der Auslandsverschuldung bis hin zum Marktwert der Unternehmen, zu schweren Verlusten. Trotz einer Intervention der Zentralbank in Höhe von 10 Milliarden Dollar belief sich der tägliche Verlust der Wirtschaft auf 2,8 Billionen TL. Hier sind die Details...
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der politischen Krise, die am Mittwoch mit der Festnahme des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, begann, haben für großes Aufsehen gesorgt.
Die Lira verzeichnete im Tagesverlauf einen Wertverlust von bis zu 12,7 Prozent. Während der Dollarkurs von 36,50 TL auf 41 TL hochschnellte, griff die Zentralbank ein und drückte den Kurs durch massive Verkäufe auf das Niveau von 38 TL. Doch die Kosten dieser Intervention für die Wirtschaft waren äußerst hoch.
VERDAMPFUNG AN DER BÖRSE
Mit dem Kursschock herrschte auch an der Börse Istanbul Panik. Der gesamte Marktwert der Unternehmen schrumpfte an einem Tag um etwa 1,2 Billionen TL. Die Flucht der Anleger aus dem Risiko und die steigende Devisennachfrage vertieften den Verlust an der Börse noch weiter.
ZENTRALBANK VERBRANNTE 10 MILLIARDEN DOLLAR
Die Zentralbank verkaufte am Mittwoch große Mengen an Devisen auf dem Markt, um den Anstieg des Dollars zu bremsen. Ökonomen schätzen, dass die TCMB (Zentralbank der Republik Türkei) Reserven in Höhe von 10 Milliarden Dollar (etwa 380 Milliarden TL) verkauft hat.
Ökonomen, die daran erinnern, dass die Nettoreserven ohne Swaps nur bei 59 Milliarden Dollar liegen, weisen darauf hin, dass die Reserven bei anhaltender politischer Unsicherheit schnell schmelzen könnten.
AUSLANDSSCHULDENLAST GESTIEGEN
Jeder Cent Wertverlust der Lira belastet den riesigen Auslandsverschuldungsbestand der Türkei zusätzlich. Laut Daten des Finanzministeriums belaufen sich die gesamten Bruttoauslandschulden der Türkei auf 525,8 Milliarden Dollar.
Aufgrund des Kursschocks stieg der TL-Gegenwert der Auslandsverschuldung an einem Tag um 790 Milliarden TL. Ebenso stiegen die Finanzierungskosten für das für 2025 prognostizierte Leistungsbilanzdefizit von 20 Milliarden Dollar um 30 Milliarden TL.
Die straffe Geldpolitik der Zentralbank und die hohen Lira-Zinsen haben den Realsektor dazu gedrängt, sich in Fremdwährungen zu verschulden. Nach Daten der Bankenregulierungs- und Aufsichtsbehörde (BDDK) erreichten die gesamten Devisenkreditschulden der Unternehmen 179,58 Milliarden Dollar.
Mit dem Kurssprung am Mittwoch stieg der TL-Gegenwert der Devisenschulden des Realsektors an einem Tag um etwa 270 Milliarden TL.
PREISERHÖHUNGSWELLE STEHT BEVOR
Der Anstieg des Wechselkurses beeinflusst nicht nur das finanzielle Gleichgewicht, sondern auch das Leben der Haushalte zutiefst. Mit steigendem Dollar erhöhen sich die Importkosten; neue Preiserhöhungen bei Energie und Grundnahrungsmitteln stehen bevor. Während die Löhne gegenüber der Inflation schmelzen, verarmen weite Teile der Bevölkerung weiter.
Nachrichtenquelle : 12punto
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