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Einige Universitäten ergreifen Maßnahmen: Neue Vorkehrungen gegen Proteste

Nach den Protesten von Studierenden gegen die Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, haben einige Universitäten eine neue Praxis eingeführt, um die Teilnahme von Studierenden an solchen Aktionen zu erfassen.

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Einige Universitäten ergreifen Maßnahmen: Neue Vorkehrungen gegen Proteste

Die Studentenproteste, die mit der Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu am Morgen des 19. März begannen, beschränkten sich nicht nur auf das Eingreifen der Sicherheitskräfte. Nachdem die Aktionen auch nach Festnahmen und Inhaftierungen anhielten, führten die Universitäten ein neues Kontrollsystem ein. 

Einige Universitäten ergreifen Maßnahmen: Neue Vorkehrungen gegen Proteste

An einigen Hochschuleinrichtungen, allen voran der Hacettepe-Universität und der Üsküdar-Universität, wurde ein „QR-Code-Anwesenheitssystem“ in Betrieb genommen.

Einige Universitäten ergreifen Maßnahmen: Neue Vorkehrungen gegen Proteste

Laut einem Bericht von Sultan Uçar für die Zeitung Sözcü besteht das Ziel der Anwendung darin, Dozenten und Studierende zu identifizieren, die sich zwar auf dem Campus aufhalten, aber nicht an den Vorlesungen teilnehmen. Die Universitäten griffen zu dieser Methode, um die Teilnahme an Protesten zu verringern und Aktivitäten außerhalb des Unterrichts zu kontrollieren.

Einige Universitäten ergreifen Maßnahmen: Neue Vorkehrungen gegen Proteste

WIE WIRD DAS SYSTEM FUNKTIONIEREN?

Während der Zugang zur Universität bereits über elektronische Studentenausweise erfolgt, wird mit dem neuen System nun auch der Zutritt zu den Hörsälen durch das Scannen von QR-Codes erfasst. Die in jedem Unterrichtsraum angebrachten QR-Codes machen es für Studierende und Dozenten verpflichtend, sich per Mobiltelefon für die Anwesenheitskontrolle einzuscannen. 

Einige Universitäten ergreifen Maßnahmen: Neue Vorkehrungen gegen Proteste

Auf diese Weise wird nicht nur die Anwesenheit auf dem Campus, sondern auch die physische Anwesenheit in der Vorlesung überwacht.

Es wird davon ausgegangen, dass die Anwendung entwickelt wurde, um Studierende und Dozenten zu identifizieren, die an den Protesten gegen die Inhaftierung von İmamoğlu teilgenommen haben. Es heißt, dass Personen, die nicht am Unterricht teilnehmen, sondern sich stattdessen an den Protesten auf dem Campus beteiligen, durch dieses System identifiziert und mit disziplinarischen Maßnahmen belegt werden könnten.

Einige Universitäten ergreifen Maßnahmen: Neue Vorkehrungen gegen Proteste

STELLUNGNAHME DER ÜSKÜDAR-UNIVERSITÄT

In einer Stellungnahme der Üsküdar-Universität zu diesem Thema heißt es:

Es kursieren verschiedene Behauptungen, die nicht der Wahrheit entsprechen, bezüglich des an unserer Universität eingeführten QR-Code-Anwesenheitssystems. Es besteht die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit diesbezüglich korrekt zu informieren.

Als Üsküdar-Universität führen wir unsere Arbeit auf der Grundlage von Qualität in der Bildung, Effizienz und insbesondere der digitalen Transformation, die seit der Pandemie an Bedeutung gewonnen hat, durch. Das „QR-Code-Anwesenheitssystem“ wurde ausschließlich entwickelt, um die Anwesenheit der Studierenden schnell, praktisch und zuverlässig nachverfolgen zu können.

Dieses System dient dazu:

* Die Anwesenheitsprozesse effizienter zu gestalten,

* Die Teilnahme der Studierenden am Unterricht digital zu erfassen,

* Die Verwaltung akademischer Daten systematischer zu erleichtern.

Die besagte Anwendung hat „absolut keinen Bezug zu irgendeiner politischen oder ideologischen Haltung.“ Als Üsküdar-Universität legen wir, wie es der Zeitgeist erfordert, besonderen Wert auf die Digitalisierung. Wir bemühen uns, die starke technologische Infrastruktur unserer Universität in allen Bereichen der Lehre aktiv zu nutzen. Das digitale Anwesenheitssystem ist ein Spiegelbild dieses Prozesses. Die Arbeiten in diese Richtung wurden an unserer Universität im Herbstsemester des akademischen Jahres 2024/25 als Pilotprojekt an unserer Medizinischen Fakultät gestartet und am 24. Februar 2025 mit Beginn des Frühjahrssemesters in allen akademischen Einheiten der Universität eingeführt. Die Anwendung darf gemäß dem türkischen Datenschutzgesetz (KVKK) ausschließlich für das Anwesenheitssystem verwendet werden. Daher möchten wir betonen, dass wir die Verknüpfung einer Anwendung, die unter Berücksichtigung der Anforderungen der Zeit und in gutem Glauben sowie auf Basis technologischer Möglichkeiten gestartet wurde, mit der politischen Agenda des Landes für unangebracht, sinnlos und erzwungen halten.

Darüber hinaus ist die Üsküdar-Universität ein akademisches Umfeld, das bestrebt ist, qualifizierte Individuen und Fachkräfte im Einklang mit den Prinzipien von Pluralismus, Partizipation, Freiheitlichkeit und Kritikfähigkeit auszubilden, und in dem die individuellen Rechte und Freiheiten aller Mitglieder (Studierende, akademisches und administratives Personal) geachtet und geschützt werden.

Daher möchten wir der Öffentlichkeit gegenüber zum Ausdruck bringen, dass die Behauptung in einem Presseorgan, wonach an unserer Universität durch eine „Anwesenheitskontrolle per QR-Code“ eine „Erfassung der Studierenden“ stattfinde, in keinerlei Zusammenhang mit der Realität steht und das Ergebnis eines grundlosen, unangebrachten und erzwungenen Versuchs ist.

 

Mit freundlichen Grüßen...

Rektorat der Üsküdar-Universität


Nachrichtenquelle : 12punto

Ekrem İmamoğlu