Kette von Versäumnissen beim Brand in Kartalkaya: Mängel führten zum Tod von 78 Menschen
Bei dem Großbrand im türkischen Bolu Kartalkaya kamen 78 Menschen ums Leben. Während die Kette der Versäumnisse bei der Brandkatastrophe nach und nach ans Licht kommt, wurde festgestellt, dass die Brandschutzmaßnahmen im Hotel unzureichend waren und die Alarmsysteme nicht funktionierten. Das Gebäude wurde als „schwer beschädigt“ eingestuft, die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft und das Gebäude wurde versiegelt.
Bei einem Brand, der in der Nacht zum Dienstag im Grand Kartal Hotel im Skizentrum Kartalkaya in Bolu ausbrach, kamen 78 Menschen ums Leben. Die Ermittlungen zu der Brandkatastrophe dauern an.
GEBÄUDE ALS "SCHWER BESCHÄDIGT" EINGESTUFT
Die Untersuchungen der Teams des Ministeriums für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel an dem nach dem Brand unbrauchbar gewordenen Gebäude sind abgeschlossen. Im vorläufigen Schadensbericht für das Hotelgebäude in Kartalkaya, Bolu, wurde festgehalten, dass das Gebäude "schwer beschädigt" ist. Ein endgültiger Bericht wird nach detaillierten Schadensanalysen der Experten erstellt. Auf Grundlage dieses Berichts wird entschieden, ob das Hotelgebäude saniert oder vollständig abgerissen werden muss.
GEBÄUDE VERSIEGELT
Nach dem Brand haben die Gendarmerie-Einheiten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen in der Umgebung ergriffen. Das Hotel wurde mit Absperrband gesichert und das Gebäude vorläufig versiegelt.
KETTE VON VERSÄUMNISSEN
Die Versäumnisse im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe, bei der 78 Menschen ihr Leben verloren, kommen Tag für Tag weiter ans Licht. Wie aus einem Bericht der Zeitung Hürriyet hervorgeht, ergaben die Untersuchungen, dass das Hotel über kein Sprinklersystem verfügte. Wäre ein solches System vorhanden gewesen, hätte es bei Ausbruch des Feuers sofort reagiert und den Brand bereits am Entstehungsort gelöscht.
TÜREN ENTSPRECHEN NICHT DEN STANDARDS
Auch die Innentüren der Flure, die eigentlich feuerbeständig sein müssten, entsprachen nicht den geltenden Standards. Wären die Türen normgerecht gewesen, hätte sich das Feuer lediglich auf ein Stockwerk beschränkt und die Evakuierung der Gäste wäre deutlich einfacher gewesen.
ALARM FUNKTIONIERT NICHT
Es stellte sich zudem heraus, dass der wärmeempfindliche Feueralarm nicht funktionierte und sich nicht automatisch aktivierte. Auch die Rauchmelder waren defekt oder in einigen Stockwerken sogar deaktiviert. Da der Feueralarm und die Rauchmelder nicht funktionierten, wurden viele Menschen im Schlaf vom Feuer überrascht. Hätten diese Systeme funktioniert, wären die Menschen nicht im Schlaf von den Flammen eingeschlossen worden. Da der Alarm ausblieb, starben viele Gäste, während sie in ihren Zimmern schliefen.
FEUERTREPPE BEFINDET SICH IM INNEREN DES HOTELS
Das Hotel verfügte über zwei Feuertreppen, die sich jedoch beide im Inneren des Gebäudes befanden. Bei dem Brand erfassten die Flammen auch die Bereiche, in denen sich die nicht normgerechten Feuertreppen befanden. Da es keine feuerbeständigen Spezialtüren gab, konnte niemand die Feuertreppen erreichen. Zudem funktionierten die automatischen Türen nach Ausbruch des Feuers nicht. Im Hotel fehlten zudem ein Notfall-, Evakuierungs- und Brandbekämpfungsplan sowie die auf jeder Etage vorgeschriebenen mindestens zwei Notausgänge.
Nachrichtenquelle : 12punto
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