Kommt die 4-Tage-Woche? Petition im Parlament eingereicht
Während die Türkei zu den OECD-Ländern mit der längsten Arbeitszeit zählt, fordern Millionen Arbeitnehmer die Einführung eines 4-Tage-Arbeitsmodells. Mit den beim türkischen Parlament (TBMM) eingereichten Anträgen wird erwartet, dass rechtliche Schritte für Regelungen wie die 4-Tage-Woche und das Recht auf Homeoffice eingeleitet werden.
Arbeitnehmer in der Türkei fordern seit langem eine Verkürzung der Arbeitszeiten und den Übergang zu einem 4-Tage-Arbeitsmodell.
Dieser Vorschlag für einen grundlegenden Wandel im Arbeitsleben gehört zu den am häufigsten genannten Forderungen unter den 27.530 Anträgen, die beim Petitionsausschuss der TBMM eingegangen sind. Die Arbeitnehmer fordern die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen für die Umsetzung dieses Modells.
TÜRKEI GEHÖRT ZU DEN LÄNDERN MIT DER LÄNGSTEN ARBEITSZEIT
Laut Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt die Türkei weltweit an zweiter Stelle bei der längsten Arbeitszeit.
Nach Kolumbien ist die Türkei mit durchschnittlich 45,7 Stunden pro Woche eines der Länder mit der höchsten Arbeitsbelastung. Das 4-Tage-Arbeitsmodell wurde in den letzten Jahren weltweit in vielen Ländern erprobt. Kanada, Australien, Belgien, Großbritannien, Deutschland und Polen gehören zu den Ländern, die dieses Modell testen. Polen hat zum 1. Juli eine 32-Stunden-Woche mit einer 4-Tage-Regelung eingeführt.
Laut einer im August 2025 in der Zeitschrift Natura veröffentlichten Studie hat das 4-Tage-Arbeitsmodell positive Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit der Arbeitnehmer und steigert gleichzeitig die Produktivität und Rentabilität der Unternehmen.
Die Ergebnisse dieser Studie haben auch in der Türkei die Hoffnung auf die Umsetzbarkeit dieses Modells gestärkt. Die von Arbeitnehmern eingereichten Anträge für eine ähnliche Regelung in der Türkei wurden an die zuständigen Ausschüsse im Parlament weitergeleitet.
INHALT DER PETITIONEN AN DIE TBMM
Beim Petitionsausschuss der TBMM wurden 27.530 Petitionen zu verschiedenen Reformen des Arbeitslebens eingereicht. Zu den hervorstechenden Forderungen gehören die 4-Tage-Woche, das Recht auf Homeoffice für Eltern und die Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs auf 24 Wochen. Zudem wird gefordert, dass Mütter, die im Jahr 2025 entbunden haben, von diesen Regelungen profitieren können.
Der Übergang zu einem 4-Tage-Arbeitsmodell hat das Potenzial, die Gesundheit der Arbeitnehmer zu verbessern und gleichzeitig die Effizienz der Unternehmen zu steigern. Für die Umsetzung solcher Reformen sind jedoch gesetzliche Regelungen erforderlich. Während die Arbeitnehmer eine schnellstmögliche Umsetzung fordern, bewerten Arbeitgeber und Regierungsvertreter die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die nationale Wirtschaft.
In den Anträgen wird eine Verkürzung der Arbeitszeiten für erwerbstätige Frauen sowie das Recht auf Homeoffice für einen der Elternteile gefordert, bis die Kinder das 5. Lebensjahr vollendet haben. Diese Forderungen werden als wichtiger Schritt angesehen, damit Eltern die Kinderbetreuung besser bewältigen können.
Regelungen wie die 4-Tage-Woche und Homeoffice könnten den Arbeitsmarkt in der Türkei grundlegend verändern. Die gesetzliche Verankerung dieser Veränderungen könnte jedoch einen langen Prozess erfordern. Die Ausschüsse im Parlament prüfen die von den Arbeitnehmern eingereichten Anträge und streben an, diesbezüglich Schritte zu unternehmen.
Nachrichtenquelle : 12punto
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