Migrationsgefahr für die Türkei inmitten der Spannungen zwischen Iran und Israel: Hier sind die möglichen Szenarien...
Während sich der Krieg zwischen Israel und dem Iran verschärft, hat die Türkei beschlossen, ihre Grenzen gegen eine mögliche Flüchtlingswelle zu schließen. Die Türen für iranische und afghanische Migranten werden weitgehend geschlossen bleiben; Ausnahmen sollen nur in Fällen humanitärer Krisen gemacht werden.
Der eskalierende Konflikt zwischen Israel und dem Iran hat die Möglichkeit einer neuen Flüchtlingskrise an der Ostgrenze der Türkei auf die Tagesordnung gesetzt. Nachdem der Iran zuletzt nach einer dreistündigen Waffenruhe erneut Raketenangriffe auf Israel gestartet hat, mehren sich die Anzeichen für einen langwierigen Krieg. Während die USA und Israel Signale für einen Regimewechsel senden, wird im Falle einer Schwächung der Teheraner Führung eine große Migrationswelle in Richtung Türkei erwartet.
Laut einem Bericht von Ragıp Soylu für Middle East Eye, der sich auf Quellen in Ankara stützt, hält die türkische Regierung dieses Szenario bereits seit Längerem für möglich. In den Vorbereitungsplänen vom September letzten Jahres wurde prognostiziert, dass im Falle eines großflächigen Iran-Israel-Krieges bis zu 1 Million Iraner an die türkische Grenze gelangen könnten.
Es heißt, Ankara habe aus der gesellschaftlichen Reaktion auf die syrischen Flüchtlinge gelernt. Aus diesem Grund wurde beschlossen, die Grenzen für iranische Staatsbürger bei einer neuen Massenmigrationswelle weitgehend zu schließen. Ausnahmen sollen nur für spezielle Fälle gelten, in denen „dringende humanitäre Hilfe“ erforderlich ist.
AUCH AFGHANISCHE FLÜCHTLINGE KÖNNTEN ÜBER DEN IRAN KOMMEN
Es wird geschätzt, dass sich derzeit noch 4,5 Millionen afghanische Flüchtlinge im Iran aufhalten. Die Möglichkeit, dass diese Bevölkerungsgruppe in Richtung Türkei abwandert, sollte das Teheraner Regime zusammenbrechen oder die Sicherheit im Land vollständig wegfallen, ist zu einem vorrangigen Thema der Sicherheitsbürokratie geworden. Obwohl derzeit keine solche Bewegung beobachtet wird, wurden militärische und technische Vorbereitungen zur Sicherung der Grenze eingeleitet.
Auch die Möglichkeit, dass die türkischsprachige, aserbaidschanischstämmige Bevölkerung im Iran im Krisenfall in die Türkei flieht, wird geprüft. Diese Entwicklung wird besonders sensibel beobachtet, da sie sowohl ethnische als auch politische Debatten auslösen könnte. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass es derzeit keine Anzeichen für eine solche Bewegung gibt.
Ein weiteres Szenario, das im Falle eines Regimesturzes Aufmerksamkeit erregt, sind Versuche der wohlhabenden und elitären Schichten des Iran, in der Türkei Zuflucht zu suchen. Derzeit besitzen 76.000 Iraner eine Aufenthaltserlaubnis in der Türkei. Seit 2019 haben 35.000 Iraner Immobilien in der Türkei erworben. Unter diesen Personen befinden sich auch hochrangige ehemalige Staatsbeamte, Militärangehörige und Geschäftsleute.
In der Vergangenheit gab es Behauptungen, dass der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf eine große Anzahl von Wohnungen in Istanbul besitze. Experten zufolge wird die Türkei dieser Gruppe die Türen nicht vollständig verschließen. Insbesondere im Rahmen wirtschaftlicher und diplomatischer Beziehungen könnten diese Personen als „privilegierte Einreisende“ betrachtet werden.
MASSNAHMEN AN DEN GRENZEN VERSCHÄRFT
Obwohl die Behörden angeben, dass derzeit kein unkontrollierter Grenzübertritt an der iranischen Grenze stattfindet, wurden an den Grenzübergängen und auf den Transitrouten zusätzliche militärische Maßnahmen gegen eine mögliche Migrationswelle ergriffen. Die Türkei arbeitet zudem an Strategien für „Sicherheitszonen“ und Pufferzonen außerhalb der Grenzen, um humanitäre Krisen im Falle eines möglichen Regimesturzes zu bewältigen.
Nachrichtenquelle : 12punto
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