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Gegen drei Anwälte, die Strafanzeige gegen AKP-Präsident Erdoğan erstattet hatten, wurde Klage erhoben: 12punto deckt Details auf

Drei Anwälte, die im Namen der Halkın Kurtuluş Partisi (HKP) tätig waren und die Behauptungen, wonach am 15. Juli Waffen aus dem Bestand des Innenministeriums an Zivilisten und die AKP-Jugendorganisation verteilt worden seien, vor Gericht brachten, wurden wegen angeblicher „Beleidigung des Präsidenten“ angeklagt. 12punto hat die Details zu diesem Verfahren aufgedeckt.

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Gegen drei Anwälte, die Strafanzeige gegen AKP-Präsident Erdoğan erstattet hatten, wurde Klage erhoben: 12punto deckt Details auf

Das Recht auf „Strafanzeige“, eines der Grundrechte von Anwälten, wurde durch eine von der Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy erstellte Anklageschrift von einer „rechtmäßigen Handlung“ zu einem „Grund für eine Freiheitsstrafe“ umgedeutet.

Wie kam es zur Anklageschrift?

12punto hat Einsicht in die entsprechende Anklageschrift der Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy erhalten. Die Anklageschrift nimmt die Strafanzeigen unter die Lupe, die Rechtsanwalt Ali Serdar Çıngı, Rechtsanwalt Fettah Ayhan Erkan und Rechtsanwältin Pınar Akbina Karaman am 12. Juli und 3. Oktober 2021 bei der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul eingereicht hatten.

In der Anklageschrift werden die in den Schriftsätzen der Anwälte enthaltenen Vorwürfe als „Beleidigung des Präsidenten“ gewertet, und es wird ihre Bestrafung gemäß Artikel 299/1 und 53 des türkischen Strafgesetzbuches (TCK) gefordert.

„Der Natur der Sache widersprechende“ Fragen

In den Schriftsätzen der Anwälte heißt es zu den Bewaffnungsvorwürfen: „Es geht um die Verteilung von Waffen, die nicht in den staatlichen Bestand aufgenommen wurden, im Rahmen einer bestimmten hierarchischen Struktur und Organisation. Dies kann keine gewöhnliche Organisation sein.“ Zu den Vorwürfen gegen den damaligen TCDD-Generaldirektor Abdülkerim Murat Atik heißt es hingegen:

„Während die Polizei das Unternehmen von Atik überwachte und dessen Verbindung zu einer kriminellen Organisation aufdeckte, vergab eine Hand an der Spitze des Staates einen historischen Auftrag an eben dieses Unternehmen. Dass jemand, der auf den höchsten Ämtern des Staates sitzt, nichts von einer solchen perversen Organisation weiß, die versucht, die Religion zu zerstören, widerspricht der Natur der Sache.“

„Ermächtigung zur Strafverfolgung“ durch das Justizministerium

Einer der bemerkenswertesten Teile der Ermittlungsakte sind die bürokratischen Genehmigungen im Prozess.

Die Generaldirektion für Strafangelegenheiten des Justizministeriums hatte mit einem „Zustimmungsschreiben“ vom 8. August 2025 die Ermächtigung zur Strafverfolgung gegen diese drei Anwälte erteilt und damit den Weg für das Gerichtsverfahren geebnet.

Auf diese Weise fanden sich die Anwälte, die die Vorwürfe ihrer Mandanten vor Gericht brachten, mit der Begründung, sie hätten Fragen direkt an die Spitze des Staates gestellt, vor einem Schwurgericht wieder.

Ein schwerer Schlag gegen das Recht auf Verteidigung

Dieser Fall wirft erneut Fragen zur beruflichen Immunität von Anwälten und den Grenzen des Rechts auf Verteidigung auf.

Während RA Çıngı, RA Erkan und RA Karaman betonen, dass diese Vorwürfe, die sie im Namen ihrer Mandanten geäußert haben, „Teil ihrer beruflichen Pflicht“ seien, verknüpft die Anklageschrift diese „hinterfragende“ Sprache mit schweren Straftatvorwürfen wie TCK 314 (Gründung einer bewaffneten Organisation) und TCK 247-1 (Unterschlagung).

Das Verfahren vor dem Schwurgericht Bakırköy ist der Vorbote einer „historischen“ Verhandlung, die nicht nur die Zukunft dieser drei Juristen bestimmen wird, sondern auch die Unantastbarkeit des Rechts eines Anwalts, im Namen seines Mandanten eine „Strafanzeige“ zu erstatten.

Aufruf zur Verhandlung

Als Aufruf zur Verhandlung teilten die „Halkçı Hukukçular“ (Volksanwälte) mit: „Wir rufen unser Volk und unsere Kollegen dazu auf, am 23. Juni um 10.40 Uhr vor dem 27. Schwurgericht Istanbul zu erscheinen.“

Bericht: Cenk BAŞBOĞAOĞLU


Nachrichtenquelle: 12punto

Justizministerium Anwalt Beleidigung des Präsidenten Beleidigung Generalstaatsanwaltschaft Istanbul