Hier ist der erste Fall der Firma DSS: Ein Kind kam ums Leben
Der Skandal um das Schädlingsbekämpfungsunternehmen DSS weitet sich aus. Den Vorwürfen zufolge weisen die Todesfälle, die nach Anwendungen des Unternehmens in Wohnungen und Hotels auftraten, Ähnlichkeiten bei den Methoden und den verwendeten Pestiziden auf. Bei der Untersuchung des Todes des dreijährigen Karan Yazıcı wurde festgestellt, dass die Vergiftung durch ein Insektizid verursacht wurde.
12punto EXKLUSIV
Am 18. April wurde eine Wohnung mit Pestiziden behandelt.
Am 19. April begann ein Kind zu erbrechen. Am 20. April verstarb das Kind.
Die Rechtsmedizin (Adli Tıp Kurumu) hat in ihrem sechseitigen Gutachten die Ursache dieses Todesfalls klar benannt.
Im Bericht der Rechtsmedizin heißt es: „Es gibt keine medizinischen Beweise dafür, dass der Tod des Kindes auf eine traumatische Ursache zurückzuführen ist. Der Tod trat infolge einer Vergiftung durch ein Insektizid ein.“
Das verstorbene Kind war der dreijährige Karan Yazıcı.
Am 18. April 2025 rief der Nachbar der Familie das Schädlingsbekämpfungsunternehmen DSS. Ziel war es, die Wohnung von Insekten zu befreien. Die Mutter fragte die Mitarbeiter: „Schadet das von Ihnen verwendete Mittel den Wohnungen der Nachbarn und den Kindern?“ Die Antwort lautete: „Nein, das tut es nicht.“
Den Vorwürfen zufolge wurde nicht offengelegt, welche Inhaltsstoffe das verwendete Mittel enthielt. Es wurde nicht klar kommuniziert, wie lange die Wohnung gelüftet werden müsse. Es wurde nicht deutlich gemacht, ob es für die Nachbarn riskant sei, im Haus zu bleiben, obwohl eine gemeinsame Belüftungsanlage vorhanden war. Die Anwendung wurde durchgeführt, das Team verließ das Gebäude, und die Familie sowie die Nachbarn blieben in ihren Wohnungen. Karan atmete das Mittel über die gemeinsame Belüftungsanlage ein, die in sein Zimmer führte.
In der Nacht des 19. April begann Karan zu erbrechen. Daraufhin traten Müdigkeit, Schwäche, ständige Unruhe und ununterbrochenes Erbrechen auf. Die Familie hielt dies zunächst für eine einfache Erkrankung. Doch das war es nicht.
Am Morgen des 20. April wurde das Kind in das private Krankenhaus Şişli Memorial gebracht. Die Behandlung wurde eingeleitet, ein Tropf wurde angelegt. Doch nach einiger Zeit verschlechterte sich der Zustand dramatisch. Karans Herz blieb stehen. Etwa zweieinhalb Stunden lang wurde versucht, ihn wiederzubeleben. Ohne Erfolg.

Bei den Untersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin wurden keine Anzeichen von Schlägen, Knochenbrüchen, Traumata, Stürzen oder Gewaltanwendung festgestellt. Es gab also keine äußere Einwirkung oder physische Gewalt.
Das eigentlich schockierende Ergebnis ergab sich aus dem Bericht der Abteilung für Chemie. Im Blut von Karan wurden Aluminium mit 2631 ng/ml
und Zink mit 9664 ng/ml nachgewiesen. Diese Werte lagen weit über den Vergiftungsgrenzwerten für ein Kind.
Im Blut wurden weder Alkohol, Drogen, medizinische Medikamente, Giftgase, Arsen noch Zyanid gefunden. Das Einzige, was vorlag, war die Wirkung einer toxischen Substanz.
Bei den durchgeführten Tests wurden Lebensmittelvergiftungen, Salmonellen, E. coli, Noroviren, Rotaviren, Covid und alle anderen Infektionserreger ausgeschlossen. Dieser Tod war nicht das Ergebnis einer Krankheit, einer Infektion oder einer Lebensmittelvergiftung, sondern einer chemischen Vergiftung.
Der Bericht wurde mit der elektronischen Signatur von insgesamt neun Akademikern bestätigt, die sich aus Experten für Rechtsmedizin, pädiatrische Infektiologie, Pathologie, Anästhesie, Neurochirurgie, Kardiologie und Innere Medizin zusammensetzten.
Im Bericht heißt es dazu:
„Der Tod des Kindes trat infolge einer Insektizidvergiftung ein.“
Dies war der erste dokumentierte Todesfall eines Kindes nach einer Anwendung durch das Unternehmen DSS.
DASSELBE UNTERNEHMEN, EINE ANDERE FAMILIE, ERNEUT VERGIFTUNGSVERDACHT
Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist, dass der Name des Schädlingsbekämpfungsunternehmens DSS bereits zuvor im Zusammenhang mit dem Tod der Familie Böcek in den Akten auftauchte.
Den Akten zufolge wurde das Zimmer, in dem die Familie Böcek in einem Hotel in Fatih übernachtete und in dem vier Familienmitglieder ums Leben kamen, kurz vor ihrem Tod ebenfalls von der Firma DSS mit Pestiziden behandelt.
Bei diesem Vorfall starben der Vater, die Mutter und zwei Kinder. Die Dokumente und Zertifikate der Firma DSS wurden daraufhin einer genauen Prüfung unterzogen.
Während bei den Untersuchungen der Lebensmittel durch die Provinzlandwirtschaftsbehörde keine Hinweise gefunden wurden, die die Vergiftung erklären könnten, richtet sich der Verdacht nun auf die verwendeten Schädlingsbekämpfungsmittel.
Dasselbe Unternehmen,
Dieselbe Methode,
Gemeinsame Belüftung,
Dasselbe Ergebnis...
Einer in einem Hotelzimmer, der andere in einem Privathaushalt...
An zwei verschiedenen Orten, in zwei verschiedenen Familien, mehrere Personen...
Und das einzige Detail, das in beiden Fällen übereinstimmt.
Das Schädlingsbekämpfungsunternehmen DSS.
Nachrichtenquelle: 12punto
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