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Japanischer Erdbebenexperte verwundert über fehlende Vorsorgemaßnahmen

Der japanische Experte Moriwaki erklärte, dass die Türkei weltweit das Land mit den 17.-häufigsten Erdbeben sei, Japan das mit den 6.-häufigsten, das Verhältnis der Todesopfer jedoch genau umgekehrt ausfalle.

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Japanischer Erdbebenexperte verwundert über fehlende Vorsorgemaßnahmen

Der Bauingenieur, Architekt und Erdbebenexperte Yoshinori Moriwaki wies darauf hin, dass die Türkei das Land mit den dritthöchsten Todesopferzahlen bei Erdbeben weltweit sei. Moriwaki traf sich mit Studierenden im Mimar-Sinan-Hörsaal der Architekturfakultät der Trakya-Universität zu einer Konferenz über die Unterschiede bei Erdbeben zwischen der Türkei und Japan.

Moriwaki erklärte, dass Erdbeben in Japan meist im Meer, in der Türkei hingegen an Land stattfänden: "Japan wurde 2011 von einem Beben der Stärke 9 und dem dadurch ausgelösten Tsunami erschüttert. In der Türkei ereignete sich das schwerste Beben 1939 in Erzincan mit einer Stärke von 7,9. Bei beiden Beben kamen zahlreiche Menschen ums Leben. Die Türkei ist weltweit das Land mit den 17.-häufigsten Erdbeben, Japan das mit den 6.-häufigsten, doch die Rate der Todesopfer ist genau umgekehrt", sagte er. Moriwaki betonte, dass die Türkei das Land mit den dritthöchsten Todesopferzahlen bei Erdbeben sei, während Japan an siebter Stelle stehe.

Er erinnerte an die vielen Menschenleben, die bei den Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş am 6. Februar verloren gingen, und betonte, dass niemand diese Realität vergessen dürfe. In Bezug auf Vorbereitungen und Maßnahmen zur Vermeidung von Todesopfern bei Erdbeben merkte Moriwaki an: "Wir müssen endlich die Realität der Erdbeben akzeptieren. Früher hieß es, in Konya gebe es keine Erdbeben, heute wissen wir es besser. Die Erdbebenkarte der Türkei ist rot, genau wie die Japans. Wir sollten nicht sagen 'Gott bewahre, dass kein Erdbeben kommt', sondern 'Gott bewahre, dass die Schäden bei einem Erdbeben gering bleiben'. Wir müssen gemeinsam Vorsorge treffen und vorbereitet sein. Wenn Vorbereitungen getroffen und Maßnahmen ergriffen werden, sinken Schäden und Verluste um 70 Prozent. Ist das nicht eine sehr wichtige Zahl? Warum handeln Sie nicht? Ein Erdbeben wird eines Tages kommen, seien wir darauf vorbereitet. Wie Ahmet Mete Işıkara schon sagte: Nicht das Erdbeben tötet, sondern das Gebäude – vergessen wir das nicht." Nach seinem Vortrag unterhielt sich Moriwaki mit den Studierenden über die seismische Lage der Türkei.


Nachrichtenquelle: AA

Erdbeben Japan Bauwesen Bebauung Ingenieur Türkei