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Kommentar aus Regierungskreisen zur Geflügel-Operation: 'Der Verantwortliche für die Lebensmittelinflation ist entlarvt'

Die von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft eingeleitete Untersuchung gegen den Geflügelsektor ist zu einem der meistdiskutierten Themen in Wirtschaft und Politik geworden. Nach der Operation wurde in Kreisen der AK-Partei argumentiert, dass der Anstieg der Lebensmittelpreise nicht auf Regierungspolitik, sondern auf Marktteilnehmer zurückzuführen sei. Gleichzeitig sorgte die Aufhebung von Sicherungsmaßnahmen gegen einige Unternehmen, für die zuvor Zwangsverwalter bestellt worden waren, durch die Gerichte für Aufsehen.

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Kommentar aus Regierungskreisen zur Geflügel-Operation: 'Der Verantwortliche für die Lebensmittelinflation ist entlarvt'

Die von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft durchgeführte Untersuchung gegen den Geflügelsektor hat sowohl in der Geschäftswelt als auch in politischen Kreisen für Aufsehen gesorgt. Der Prozess, in den führende türkische Geflügelproduzenten verwickelt sind, hat in den Kulissen der AK-Partei neue Bewertungen zur Debatte um die Lebensmittelinflation ausgelöst.

Am 12. Juni wurden zeitgleich Operationen mit Zentrum in Istanbul in Ankara, Balıkesir, Bolu, Bursa, Izmir, Samsun und Uşak durchgeführt. Im Rahmen der Operationen wurden Haftbefehle gegen 32 Personen erlassen, darunter CEOs und leitende Angestellte der Unternehmen.

Die 29 festgenommenen Personen wurden nach ihrer polizeilichen Vernehmung an das Gericht überstellt. Die Verdächtigen wurden unter Auflagen, darunter ein Ausreiseverbot, wieder auf freien Fuß gesetzt.

ZWANGSVERWALTER FÜR 13 FÜHRENDE UNTERNEHMEN DER BRANCHE BESTELLT

Im Rahmen der Untersuchung wurde die Bestellung von Kontroll-Zwangsverwaltern für 13 im Geflügelsektor tätige Unternehmen beschlossen.

Die Unternehmen, für die Zwangsverwalter bestellt wurden, sind:

Şenpiliç

Banvit

Erpiliç

Lezita

Keskinoğlu

Hastavuk

Bakpiliç

Bupiliç

Akpiliç

Aspiliç

Gedik Tavukçuluk

Orvital

AY-Pİ Tavukçuluk

Justizminister Akın Gürlek hatte erklärt, dass die genannten Unternehmen durch die Störung der Marktabläufe unfaire Preissteigerungen verursacht und die Verbraucher geschädigt hätten.

3,7 MILLIARDEN LIRA STRAFE DURCH DIE WETTBEWERBSBEHÖRDE

Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung nach der Operation fand bei der Wettbewerbsbehörde statt.

Gegen 13 Unternehmen, die in derselben Branche tätig sind, wurden Geldstrafen in Höhe von insgesamt 3,7 Milliarden Lira verhängt. Damit wurde neben dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren auch ein verwaltungsrechtliches Sanktionsverfahren eingeleitet.

Laut einem Bericht von Merve Kılıç aus der Zeitung Cumhuriyet wurden nach der Operation in den Kulissen der AK-Partei bemerkenswerte Kommentare zur Lebensmittelinflation abgegeben.

Parteiquellen argumentierten, dass die Untersuchung gegen den Geflügelsektor ein wichtiges Bild über die Ursachen des Anstiegs der Lebensmittelpreise aufgezeigt habe.

Führungskräfte der AK-Partei verwiesen auf die seit langem gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung gerichtete Kritik und äußerten sich nach der Operation wie folgt:

"Unser Präsident, Herr Erdoğan, hat beim Thema der Lebenshaltungskosten der Bürger gehandelt. Opportunisten werden nicht geduldet. Diese Operation hat gezeigt, dass die Lebensmittelinflation nicht durch Regierungspolitik, sondern durch Marktteilnehmer verursacht wird. Das haben auch die Bürger gesehen."

"KEINE PRIVILEGIEN FÜR NAHESTEHENDE PERSONEN" 

Quellen der AK-Partei behaupteten zudem, die Untersuchung sei ein Beweis dafür, dass dem engen Umfeld von Präsident Recep Tayyip Erdoğan oder regierungsnahen Geschäftsleuten keine Privilegien eingeräumt würden.

Ein Parteifunktionär äußerte sich dazu wie folgt:

"Erdoğan hat selbst Personen, die ihm nahestehen, keine Privilegien eingeräumt. Seit wir an der Macht sind, kämpfen wir gegen bestimmte Kapitalgruppen. Wer auch immer es ist, wer in die Tasche der Bürger greift, dem wird entgegengetreten."

DETAIL ZUR AK-PARTEI-VERBINDUNG BEI DER OPERATION

Eines der meistdiskutierten Themen der Untersuchung in der Öffentlichkeit waren die politischen Verbindungen einiger Unternehmen.

Es wurde daran erinnert, dass Önder Matlı, der Eigentümer von Keskinoğlu Tavukçuluk, einem der Unternehmen, für die ein Zwangsverwalter bestellt wurde, als Abgeordneter der AK-Partei für die 24. und 25. Legislaturperiode in Bursa tätig war.

Dass Matlı in der Vergangenheit hochrangige Aufgaben innerhalb der Partei innehatte, brachte nach der Operation die Diskussion auf, ob "die Regierung auch gegen Personen aus ihrem eigenen Umfeld vorgeht".

Während darauf hingewiesen wurde, dass auch einige andere Unternehmenseigentümer in der Branche seit langem als regierungsnahe Geschäftsleute gelten, wurde erklärt, dass aus diesem Grund in den Kulissen der AK-Partei besonders betont werde, dass "nahestehenden Personen keine Privilegien eingeräumt werden".

GERICHTLICHE EINSPRÜCHE GEGEN ZWANGSVERWALTUNG

In der rechtlichen Dimension der Untersuchung gab es neue Entwicklungen.

Die von Gedik Piliç, Erpiliç, Keskinoğlu und Lezita bei den Gerichten eingelegten Einsprüche gegen die Entscheidung zur Bestellung von Kontroll-Zwangsverwaltern wurden akzeptiert.

Mit den Gerichtsentscheidungen wurde begonnen, die Zwangsverwaltungsmaßnahmen gegen die genannten Unternehmen aufzuheben.

Damit wurde die Bestellung von Kontroll-Zwangsverwaltern, eine der auffälligsten Maßnahmen im Rahmen der Operation, erneut zum Gegenstand der Diskussion.

Die Oppositionsparteien argumentieren hingegen, dass die Hauptursache für die hohe Inflation und den Anstieg der Lebensmittelpreise die Wirtschaftsführung sei.

Vertreter der Opposition äußern, dass die Regierung versuche, die Verantwortung für die gestiegenen Preise durch die Operation gegen den Geflügelsektor auf die Unternehmen abzuwälzen.


Nachrichtenquelle: 12punto