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Kritik von İlber Ortaylı an Bauunternehmer: 'Unmoral und Gier nach Geld sind überall verbreitet'

Der Historiker Prof. Dr. İlber Ortaylı kritisierte auf der Buchmesse in Antalya die Bauwirtschaft und warf ihr vor, historische Denkmäler zu beschädigen.

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Kritik von İlber Ortaylı an Bauunternehmer: 'Unmoral und Gier nach Geld sind überall verbreitet'

Auf der 14. Buchmesse von Antalya, die von der Stadtverwaltung Antalya organisiert wurde, äußerte sich der Historiker, Autor und Akademiker Prof. Dr. İlber Ortaylı im Aspendos-Saal des Atatürk-Kulturzentrums in einer Gesprächsrunde zu aktuellen Themen.

In seiner Rede betonte Ortaylı, dass die Bauwirtschaft historische Denkmäler beschädige, und kritisierte das rücksichtslose Verhalten der Bauunternehmer in diesem Bereich.

UNMORAL UND GIER NACH GELD SIND ÜBERALL VERBREITET

Prof. Dr. Ortaylı kritisierte den Umgang der Bauwirtschaft mit historischen Gebäuden scharf: „Wer will, gießt beim Bauen Zement über Antiquitäten. Bauunternehmer in diesem Land brüsten sich noch damit. Sie sagen: 'Mein Lieber, wir haben den Beton nachts gegossen.' Das machen sie in Istanbul. An jedem Schritt gibt es Geschichte. Unmoral und Gier nach Geld sind überall verbreitet. Leider gehen alle Küsten der Türkei so zugrunde. Gebäude werden auf Olivenhainen errichtet. Alle historischen Denkmäler an den Küsten der Ägäis und des Mittelmeers geraten auf diese Weise außer Kontrolle“, sagte er.

Ortaylı wies darauf hin, dass einige Bauunternehmer bei Bauarbeiten auf antike Funde rücksichtslos reagieren, und fügte hinzu: „In diesem Land fällt jeder, der will, einen Orangenhain, und jeder, der will, baut ein 10-stöckiges Apartmenthaus auf Ackerland. Wasserressourcen werden dabei nicht berücksichtigt. Alle historischen Denkmäler geraten so außer Kontrolle“, erklärte er.

AUSWANDERUNG UND VISAPROBLEME

Ortaylı ging auch auf Personen ein, die aus der Türkei in die USA auswandern und sich dort schnell an die Kultur anpassen. Ohne Namen zu nennen, kritisierte er einen Universitätsrektor, der kürzlich in die USA gezogen ist.

Ortaylı sagte: „Wir haben auch solche Dummköpfe, die in die USA auswandern. Einer davon war sogar Rektor. Er sagt: 'Jetzt zahle ich dort 3 Prozent meines Einkommens. Werden davon etwa Obamas Schwarze im Krankenhaus liegen?' Mensch, du bist doch gerade erst aus Erzincan weggezogen“, sagte er.

Bezüglich der Visaprobleme, mit denen türkische Staatsbürger bei Reisen in europäische Länder konfrontiert sind, äußerte sich Ortaylı wie folgt: „Wir ernähren alle Inseln in Griechenland. Was sollen sie tun? Warum haben sie die Visa geschlossen? 3,5 Millionen Syrer und so weiter. Wollen die Leute das? Sie werden von hier aufbrechen und dorthin gehen. Was danach passiert, ist auch unklar. Es gab einige Vorfälle, und die kriminelle Atmosphäre ist direkt nach Europa übergeschwappt“, sagte er.

200 TAUSEND RUSSEN HABEN HIER NICHTS ZU SUCHEN

Am Ende seiner Rede fragte Prof. Dr. İlber Ortaylı, ob es in Antalya ein Russisches Kulturzentrum gebe. Als er aus dem Publikum keine Antwort erhielt, sagte er: „Gibt es etwa nur Russen? Wir hatten hier 35 Tausend russische Schwiegertöchter. Die Kinder waren halb türkisch. Sie waren auch nützlich. 200 Tausend Russen haben hier nichts zu suchen. Das sind zu viele“, erklärte er.


Nachrichtenquelle: 12punto

İlber Ortaylı