Kritische Telefone im Fall Sinan Ateş in die USA geschickt: Gericht hat Rechtshilfeersuchen gestellt
Während der Prozess um das Attentat auf Sinan Ateş von vielen Seiten aufmerksam verfolgt wird, gibt es wichtige Entwicklungen in dem Fall. İsmail Saymaz berichtete über einen Fortschritt bei der Entschlüsselung der im Prozess relevanten Mobiltelefone.
Um die Ermordung aufzuklären, ist es von entscheidender Bedeutung, die Telefonate und Nachrichten auszuwerten; dafür müssen die Passwörter von zwei Mobiltelefonen geknackt werden.
Der Journalist İsmail Saymaz berichtete in einer Live-Sendung auf Halk TV über die Entwicklungen bei der Entschlüsselung der Telefone.
Saymaz äußerte sich dazu wie folgt:
"Morgen findet eine weitere Anhörung im Fall Sinan Ateş statt. Die Staatsanwaltschaft wird morgen bekannt geben, welches Strafmaß sie für die Angeklagten fordert. Damit der Fall zu einem Urteil geführt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine davon ist die Erfüllung der Anforderungen des Gerichts.
Das Gericht hatte in der vorangegangenen Anhörung zwei Anträge genehmigt, die nun umgesetzt wurden. Einer davon betraf die Beschaffung der Passwörter für die Mobiltelefone von zwei inhaftierten und kritischen Angeklagten sowie die Offenlegung der Inhalte dieser Geräte. Einer dieser Angeklagten ist der Anwalt Serdar Öktem, der selbst als Anwalt für die MHP tätig war.
Er war zudem stellvertretender Vorsitzender der Ülkü Ocakları. Öktem war am Tag des Mordes an Sinan Ateş durch die Bewegungsdaten seines Autos aufgefallen, bei dem es sich um ein Fahrzeug der MHP handelte. Einer Behauptung zufolge half Serdar Öktem am Tag des Mordes dabei, den Mörder von Sinan Ateş, Eray Özyağcı, in Bolu zu verstecken.
Serdar Öktem wurde verhaftet und sein Mobiltelefon nach der Festnahme beschlagnahmt. Er antwortete: 'Ich hatte Covid und erinnere mich nicht an mein Passwort, ich kenne es nicht.' Er gab jedoch in der Anhörung an, sechs Telefone zu besitzen. Er kannte die Passwörter für all diese Telefone auswendig, wusste aber angeblich das Passwort für sein zuletzt benutztes Telefon nicht. Dies erregte vor Gericht Misstrauen. Übrigens ist Serdar Öktem auch der Anwalt des mutmaßlichen Anstifters Doğukan Çep.
PASSWÖRTER WERDEN GEKNACKT UND NACHRICHTEN SICHERGESTELLT
Die andere Person ist der Leiter des Morddezernats von Ankara, Mustafa Ensar Aykal. Aykal pflegte eine enge Freundschaft zu Tolgahan Demirbaş, der Eray Özyağcı von Ankara nach Istanbul geschleust hatte. Vor dem Mord hatte er auf Wunsch von Tolgahan Demirbaş die Informationen seines Anwalts Ali Yücel weitergegeben.
Gleichzeitig hatte er von Tolgahan Demirbaş die Nummer von Sinan Ateş verlangt und dessen Informationen angefordert. Das Gespräch 'Ja, Chef, sie haben ihn erledigt' wurde nicht fortgesetzt, aber nach diesem Telefonat wurde festgestellt, dass sich die Privatadresse von Ateş im Notizbereich des Telefons befand. Laut Anklageschrift wird behauptet, dass Ensar Aykal diese Nummer weitergegeben habe. Ensar Aykal bestreitet dies.
Daraufhin hat das Gericht ein Rechtshilfeersuchen an Apple in den USA gestellt, um diese beiden Telefone zu entsperren. In diesem Schreiben wurde gefordert, die Passwörter der Telefone von Serdar Öktem und Mustafa Ensar Aykal zu knacken, die Nachrichten sicherzustellen und zusammen mit den Nachrichten auch Beweise zu beschaffen, die mit dem Mord in Verbindung stehen."
Nachrichtenquelle: 12punto
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