Kritischer Kontakt zwischen Iran und der Türkei
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi reist morgen nach Ankara, um bei einem Besuch die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sowie regionale Themen zu erörtern.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi wird am 30. Januar die Türkei besuchen, um wichtige Themen zu besprechen. Es wird erwartet, dass Araghchi, der im Rahmen seines Besuchs mit Außenminister Hakan Fidan zusammentreffen wird, bilaterale und regionale Angelegenheiten bewertet.
Diplomatischen Quellen zufolge wird bei dem Treffen die historische Freundschaft zwischen der Türkei und dem Iran betont werden. Es wird erwartet, dass Minister Fidan auf die Kooperationsmöglichkeiten hinweist, die der 2014 zwischen den beiden Ländern eingerichtete Rat für hochrangige Zusammenarbeit bietet, und Botschaften zur Verstärkung gemeinsamer Anstrengungen zur Steigerung des Handelsvolumens auf 30 Milliarden Dollar übermittelt.
Darüber hinaus wurde berichtet, dass beide Seiten gewillt sind, die gegenseitige Zusammenarbeit in den Bereichen Grenzhandel, Energie und Verkehr weiter zu stärken. Unterstrichen wird, dass die Türkei die jüngsten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Iran aufmerksam verfolgt; es wird erwartet, dass bei den Gesprächen der Ansatz zum Ausdruck gebracht wird: „Die Türkei betrachtet den Frieden und die Sicherheit des Iran als von strategischer Bedeutung für sich selbst.“ Zudem wird zum Ausdruck gebracht, dass Ankara gegen mögliche militärische Interventionen im Iran ist und Spannungen durch Dialog gelöst werden sollten.
Fidan plant zudem die Botschaft zu übermitteln: „Die Türkei befürwortet eine friedliche Lösung für das iranische Atomprogramm und ist bereit, einen Beitrag zu diesem Prozess zu leisten“, und darauf hinzuweisen, dass bei Bedarf auch technische Unterstützung angeboten werden könne. Bei den Gesprächen wird auch die Rolle des iranischen PKK-Ablegers PJAK bei den jüngsten Ereignissen zur Sprache kommen. Es wird erwartet, dass Minister Fidan bekräftigt, dass die PJAK eine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit im Iran darstellt und ihre vollständige Neutralisierung unerlässlich ist.
Auch die aktive Beteiligung der Türkei an der Umsetzung des Friedensplans für Gaza, der in die zweite Phase eingetreten ist, sowie die Frage der unterbrechungsfreien Lieferung humanitärer Hilfe nach Gaza werden auf der Tagesordnung stehen. Es wird erwartet, dass Minister Fidan seinen Ansatz wiederholt: „Es müssen humanitäre Bedingungen geschaffen werden, die es den Menschen in Gaza ermöglichen, in ihrem eigenen Land zu bleiben, und der Wiederaufbau von Gaza muss unterstützt werden.“ Zudem wird er voraussichtlich darauf hinweisen, dass die Länder der Region gemeinsam gegen Israels Handlungen vorgehen müssen, die die Stabilität in der Region gefährden.
Es wird berichtet, dass Fidan mit seinem Gesprächspartner die Ansicht teilen wird, dass ein nachhaltiges Friedens- und Sicherheitsumfeld in Syrien die regionale Stabilität erhöhen werde, und an die Notwendigkeit der uneingeschränkten Achtung der territorialen Integrität Syriens erinnern wird. Zudem wird er auf die Bedeutung der Wahrung des Waffenstillstands hinweisen, um Sicherheitslücken beim Transfer von IS-Gefangenen in Syrien zu vermeiden.
LETZTE KONTAKTE ZWISCHEN DER TÜRKEI UND DEM IRAN
Die 8. Sitzung des türkisch-iranischen Rates für hochrangige Zusammenarbeit fand am 24. Januar 2024 in Ankara unter dem Vorsitz von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und dem verstorbenen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi statt. Erdoğan und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hatten im September 2025 am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Außenminister Hakan Fidan besuchte zuletzt am 30. November 2025 den Iran und traf dort mit hochrangigen Staatsvertretern zusammen. Abbas Araghchi stattete Ankara am 2. Dezember 2024 einen offiziellen Besuch ab; zudem war er während des Rates der Außenminister der Organisation für Islamische Zusammenarbeit am 21. Juni 2025 in der Türkei.
Was die wirtschaftlichen Beziehungen betrifft, so belief sich das Handelsvolumen zwischen der Türkei und dem Iran mit Stand November 2025 auf etwa 5 Milliarden Dollar. Ziel ist es, diese Zahl durch gemeinsame Anstrengungen und neue Schritte rasch zu erhöhen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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