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Fotokrise beim MIT! Barış Terkoğlu: 'Stellen Sie auch die Verantwortlichen für diesen Vorfall vor Gericht'

Der Präsident und AKP-Vorsitzende Recep Tayyip Erdoğan nahm gestern an den Feierlichkeiten zum 97. Jahrestag der Gründung des Nationalen Nachrichtendienstes (MİT) auf dem Gelände des MİT-Hauptquartiers teil. Nach der Veranstaltung wurde ein Foto geteilt, auf dem die Gesichter der Teilnehmer, unter denen sich vermutlich auch hochrangige MİT-Mitarbeiter befanden, zu sehen waren. Nach einiger Zeit wurde der Beitrag bearbeitet und das Foto entfernt. Der Journalist Barış Terkoğlu reagierte auf den Vorfall über seinen Social-Media-Account.

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Fotokrise beim MIT! Barış Terkoğlu: 'Stellen Sie auch die Verantwortlichen für diesen Vorfall vor Gericht'

Der Präsident und AKP-Vorsitzende Recep Tayyip Erdoğan nahm gemeinsam mit Ministern und dem Parlamentspräsidenten Numan Kurtulmuş an den Feierlichkeiten zum 97. Jahrestag der Gründung des Nationalen Nachrichtendienstes (MİT) teil.

Während Erdoğans Rede bei der Veranstaltung wurden Fotos aus dem Saal auf seinem Social-Media-Account geteilt.

Auf den Fotos waren die Gesichter der Teilnehmer zu sehen, unter denen sich vermutlich auch hochrangige MİT-Mitarbeiter befanden; nach einiger Zeit wurde der Beitrag bearbeitet und diese Fotos wurden entfernt.

JOURNALISTEN WAREN VERHAFTET WORDEN!

Aufgrund ihrer Berichterstattung über die Beerdigung eines MİT-Mitarbeiters, der am 5. März 2020 in Libyen ums Leben gekommen war, wurden der damalige Odatv-Nachrichtenchef Barış Terkoğlu und die Journalistin Hülya Kılınç verhaftet; zudem wurde eine Sperrung der Website OdaTV angeordnet.

Der damalige Chefredakteur von OdaTV, Barış Pehlivan, wurde am 6. März aus demselben Grund ebenfalls verhaftet.

"DAS GESETZ IST GENAU DAFÜR DA"

Der Journalist Barış Terkoğlu äußerte sich in den sozialen Medien zu dem geteilten und anschließend entfernten Foto des MİT.

Terkoğlu sagte Folgendes:

"Der Präsident sprach gestern beim Jahrestag der MİT-Gründung.

Sowohl über den Account des Präsidentenamtes als auch über den des Justizministeriums wurden Fotos von zahlreichen im Dienst befindlichen MİT-Mitarbeitern offen geteilt.

Nach den Reaktionen wurden die Fotos gelöscht.

Doch was enthüllt wurde, ist bereits enthüllt…

Vor 4 Jahren wurde eine Gruppe von Journalisten, zu der auch ich gehörte, wegen eines Berichts über die Beerdigung eines MİT-Mitarbeiters, der als Märtyrer gefallen war, verhaftet und vor Gericht gestellt.

In jenem Prozess war der Mitarbeiter, dessen Identität Gegenstand der Anschuldigung war, bereits verstorben. Es gab also kein Sicherheitsproblem. Die Enthüllung war nur ein Vorwand. Hier hingegen wurden aktuell im Dienst befindliche Mitarbeiter enthüllt. Wenn das Gesetz also wirklich angewendet werden soll, dann ist es genau dafür da.

Wenn das Recht für alle gilt, dann stellen Sie auch die Verantwortlichen für diesen Vorfall im Präsidentenamt und im Justizministerium vor Gericht. Oder hören Sie auf, Werte wie Vaterland und Nation, an die Sie selbst nicht glauben, als rhetorisches Mittel zu missbrauchen.

Nun, wir wissen natürlich, dass das nicht passieren wird. Denn in der Türkei halten diejenigen die Justizgewalt in ihren Händen, die das Schwert des Unterdrückers und der Knüppel des Tyrannen sein wollen.

Aber die Masken der Heuchler fallen zu lassen, ist auch unsere Aufgabe!"

WAS IST DAS MİT-GESETZ?

Gemäß der Änderung vom 17. April 2014 sieht das Gesetz Nr. 6532 über staatliche Nachrichtendienste und den Nationalen Nachrichtendienst folgende Strafe vor:

"Wer Informationen und Dokumente über die Aufgaben und Tätigkeiten des Nationalen Nachrichtendienstes unbefugt beschafft, sich aneignet, stiehlt, fälschlicherweise herstellt, an diesen Fälschungen vornimmt oder diese vernichtet, wird mit einer Freiheitsstrafe von vier bis zehn Jahren bestraft."


Nachrichtenquelle: 12punto

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