NATO-Gipfel in der Weltpresse: „Ungewöhnliche“ Kommentare zum Treffen zwischen Erdoğan und Trump
Das Treffen zwischen dem AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und dem US-Präsidenten Donald Trump im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara fand in der Weltpresse ein breites Echo. Während internationale Medien den herzlichen Empfang zwischen den beiden als „ungewöhnlich“ bewerteten, hoben sie auch Trumps Botschaften zu den F-35-Kampfjets und den Sanktionen hervor.
Beim NATO-Gipfel in Ankara finden heute die Hauptsitzungen auf Führungsebene statt. Am zweiten Tag des Gipfels werden die Staats- und Regierungschefs über vier kritische Themen verhandeln. In diplomatischen Kreisen wird davon ausgegangen, dass die Haltung von US-Präsident Donald Trump und die von ihm übermittelten Botschaften den Verlauf der Treffen maßgeblich beeinflussen könnten.
ERDOĞAN-TRUMP-TREFFEN IM FOKUS DES ERSTEN TAGES
Der Gipfel wurde mit dem Verteidigungsindustrieforum eröffnet, an dem auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte teilnahm. Im Rahmen des Programms fanden verschiedene Sitzungen statt, an denen auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnahm.
Der nach Ankara gereiste US-Präsident Donald Trump begann sein offizielles Programm mit einem bilateralen Treffen mit dem AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Nach dem Gespräch äußerte sich Trump positiv zum Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei und erklärte, dass in dieser Angelegenheit bald eine Entscheidung getroffen werden könnte.
Am Abend kamen die am Gipfel teilnehmenden Staats- und Regierungschefs sowie ihre Ehepartner zum NATO-Führungsessen zusammen.
ANKARA IM ZENTRUM DER WELTPRESSE
Der NATO-Gipfel und das Treffen zwischen Erdoğan und Trump stießen in den internationalen Medien auf ein breites Echo. Zahlreiche Medienhäuser bewerteten den Kontakt zwischen den beiden Politikern aus unterschiedlichen Perspektiven.
Der US-Sender Fox News hob hervor, dass Präsident Erdoğan Donald Trump herzlich und freundschaftlich empfangen habe, und kommentierte, dass die engen Bilder zwischen den beiden bemerkenswert seien.
CNN International konzentrierte sich in seiner Berichterstattung auf das Thema Verteidigungsindustrie. Der Sender berichtete, dass Trump erklärt habe, eine Entscheidung über den Verkauf von F-35-Jets an die Türkei werde in naher Zukunft fallen.
CNN wies zudem auf Trumps Signale hin, dass die gegen die Türkei wegen des russischen Luftabwehrsystems verhängten Sanktionen aufgehoben werden könnten.
DIPLOMATIE-BETONUNG IN EUROPÄISCHEN MEDIEN
Während NBC News berichtete, dass Trump seine Kritik an der NATO fortsetze, übertrug der deutsche Fernsehsender Welt das Treffen zwischen Erdoğan und Trump live.
In der Analyse von Welt wurde auf die Rolle hingewiesen, die Präsident Erdoğan in der internationalen Diplomatie einnimmt. Es wurde betont, dass die Türkei eines der wenigen Länder sei, das sowohl mit der Ukraine als auch mit Russland Kontakt halten könne, und Ankaras diplomatische Balancepolitik wurde hervorgehoben.
TRUMPS NATO-BOTSCHAFTEN IM VORDERGRUND
Der katarische Sender Al Jazeera stellte Trumps Äußerungen zu regionalen Krisen in den Vordergrund. In dem Bericht wurde auf die Aussagen des US-Präsidenten verwiesen, wonach die Türkei die iranische Führung genau kenne und ein wichtiger Akteur bei der Bewältigung regionaler Krisen sei.
Die britische Zeitung The Guardian schrieb, dass Trump seine Vorstöße zum Thema Grönland auch auf dem NATO-Gipfel fortgesetzt habe. Die Zeitung erinnerte zudem an Trumps Worte „Die NATO hat mich enttäuscht“, die er während seiner Einschätzungen zum Iran-Konflikt äußerte.
Das US-Portal Politico berichtete, dass europäische Verbündete zwar davon ausgingen, dass Trump mit dem Ziel neuer Kompromisse zum Gipfel gekommen sei, der US-Präsident jedoch erneut Zweifel an seinem Engagement für die NATO aufkommen ließ.
Nachrichtenquelle: 12punto
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