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Neue Debatte nach absoluter Nichtigkeit: Kritischer Prozess bei den Dossiers zu CHP-Abgeordneten

Nachdem die gegen den CHP-Vorsitzenden Özgür Özel und einige CHP-Abgeordnete erstellten Dossiers (Fezleke) die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) erreicht haben, ist die Frage, ob die Immunitätsakten bearbeitet werden sollen, erneut auf die Tagesordnung gerückt. Der mögliche Prozess im Parlament und die Haltung der politischen Parteien stoßen auf großes Interesse.

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Neue Debatte nach absoluter Nichtigkeit: Kritischer Prozess bei den Dossiers zu CHP-Abgeordneten

Während die Debatten über die absolute Nichtigkeit in der CHP andauern, gehören auch die Immunitätsakten zu den prominenten Themen der politischen Agenda.

Berichten der regierungsnahen Zeitung Türkiye Gazetesi zufolge soll die Führung um Kemal Kılıçdaroğlu, die durch einen Gerichtsbeschluss in das Amt des Parteivorsitzenden zurückgekehrt war, die Auffassung vertreten, dass im Rahmen eines parteiinternen „Reinigungsprozesses“ einige Abgeordnete sowohl aus der Partei ausgeschlossen als auch ihre Immunität aufgehoben werden sollte, damit sie sich vor Gericht verantworten müssen.

Es wird angegeben, dass die Zahl der an die TBMM gesendeten Dossiers zusammen mit den gegen den CHP-Vorsitzenden Özgür Özel und einige CHP-Abgeordnete erstellten Akten auf fast 60 angestiegen ist. Zuletzt wurde mitgeteilt, dass neben Özel auch die Dossiers gegen den Abgeordneten aus Malatya, Veli Ağbaba, den Abgeordneten aus Ankara, Umut Akdoğan, den Abgeordneten aus Istanbul, Suat Özçağdaş, den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ali Mahir Başarır sowie die Abgeordneten aus Antalya, Mustafa Erdem und Cavit Arı, das Parlament erreicht haben.

AUGEN AUF DAS PARLAMENT BEZÜGLICH DER DOSSIERS

Es wird eingeschätzt, dass die endgültige Entscheidung darüber, ob die betreffenden Akten bearbeitet werden, vom Vorgehen der Regierungsparteien abhängt. Innerhalb der AKP gebe es noch keine endgültige Entscheidung zu diesem Thema, wobei Meinungen, die eine Fortsetzung der bisherigen Praxis befürworten, im Vordergrund stünden.

Dennoch wird auch darauf hingewiesen, dass nach den Beratungen innerhalb der AKP und der MHP eine andere Haltung entstehen könnte.

Sollte sich ein politischer Wille zur Aufhebung der parlamentarischen Immunität bilden, beginnt der Prozess in der Gemischten Kommission, die sich aus Mitgliedern der Verfassungs- und Justizkommission zusammensetzt. Nachdem die Kommission ihre Prüfung abgeschlossen hat, werden die Akten auf die Tagesordnung des Plenums der TBMM gesetzt.

Bei der Abstimmung im Plenum kann die Immunität aufgehoben werden, wenn eine absolute Mehrheit erreicht wird. Die Entscheidung zur Aufhebung ebnet jedoch nur den Weg für ein Gerichtsverfahren in Bezug auf den Vorwurf, der im jeweiligen Dossier enthalten ist.

Sollte das Gerichtsverfahren zu einem rechtskräftigen Urteil führen, könnte mit der Verlesung des Urteils im Plenum der TBMM auch der Verlust des Abgeordnetenmandats möglich werden.

WIE IST DER PROZESS IN DER VERFASSUNG GEREGELT?

Artikel 83 der Verfassung gewährt Abgeordneten parlamentarische Immunität. Ausgenommen von diesem Schutz sind jedoch Fälle von Straftaten, die auf frischer Tat begangen wurden und schwere Strafen nach sich ziehen, oder bestimmte Ermittlungen, die bereits vor der Wahl zum Abgeordneten eingeleitet wurden.

In allen anderen Fällen muss die TBMM die Immunität aufheben, damit ein Gerichtsverfahren gegen einen Abgeordneten durchgeführt werden kann. Das Dossier wird zunächst dem Parlamentspräsidium vorgelegt und anschließend an die Gemischte Verfassungs- und Justizkommission überwiesen. Nach der Bewertung in der Kommission gelangt die Akte auf die Tagesordnung des Plenums.

Jedes Dossier wird einzeln behandelt und zur Abstimmung gestellt. Die Immunität kann aufgehoben werden, wenn mehr als die Hälfte der an der Abstimmung im Plenum teilnehmenden Abgeordneten mit „Ja“ stimmt. Diese Entscheidung beendet das Abgeordnetenmandat nicht direkt, sondern ermöglicht lediglich den Beginn des gerichtlichen Prozesses für das betreffende Dossier.


Nachrichtenquelle: 12punto