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Neues Gesetz zur Stadterneuerung sorgt für Besorgnis

Der stellvertretende Generalsekretär der Stadtverwaltung Istanbul (İBB) und Stadtplaner Buğra Gökçe äußerte sich kritisch zum neuen Gesetz zur Stadterneuerung.

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Neues Gesetz zur Stadterneuerung sorgt für Besorgnis

Der Generalsekretär der Stadtverwaltung Istanbul und Stadtplaner Dr. Buğra Gökçe erklärte, dass das neue Gesetz zur Stadterneuerung Anlass zu einer Reihe von Bedenken gebe.

Gökçe sagte: ''Es gibt Sorgen und Ängste unserer Bürger bezüglich des neuen Gesetzes zur Stadterneuerung. Die Menschen befürchten, dass ihre Häuser beschlagnahmt werden und es zu einer städtischen Vertreibung kommt.''

''DIE ANWENDUNGSBILANZ DES GESETZES IST NICHT ERFREULICH''

Zur Umsetzung des Gesetzes äußerte sich Gökçe wie folgt: ''Das Gesetz zur Stadterneuerung trat 2012 in Kraft. Laut einem Bericht der Großen Nationalversammlung der Türkei wurden bis heute 2,2 Millionen unabhängige Einheiten umgewandelt. Die Anzahl der Einheiten, die eigentlich umgewandelt werden müssten, ist jedoch dreimal so hoch. Bei der derzeitigen Geschwindigkeit würde es 35 Jahre dauern, 6 Millionen Gebäude zu sanieren.

 Wir sehen, dass in Istanbul seit Inkrafttreten des Gesetzes Nr. 6306 bisher 69 Risikogebiete, 152 Reservebaugebiete und etwa 84.000 riskante Gebäude ausgewiesen wurden. In Istanbul gibt es 1,2 Millionen Gebäude. Davon wurden 800.000 vor dem Jahr 2000 errichtet. Die Anzahl der in 11 Jahren umgewandelten Gebäude beträgt nur 84.000. Warum? Weil die Anwendungsbilanz des Gesetzes Nr. 6306 nach 10 Jahren nicht erfreulich ist'', so Gökçe.

''DIE BÜRGER VERTRAUEN DEM BESTEHENDEN GESETZ NICHT''

Gökçe betonte: ''Das Gesetz zur Stadterneuerung wurde nicht zweckgemäß angewandt; es wurde als Instrument genutzt, um durch die Erschließung von Grünflächen und militärischen Gebieten für Bauprojekte Renten an Einzelpersonen, Gruppen und Zirkel zu übertragen. Aufgrund der rentenorientierten Herangehensweise an die Stadterneuerung kam es in den Metropolen, insbesondere in Istanbul, zu städtischen Vertreibungen. Angesichts dieses Bildes befürchten die Bürger, dass die Definition von 'Reservegebieten' auf bewohnte Gebiete ausgeweitet wird. Deshalb vertrauen die Bürger dem bestehenden Gesetz nicht. Sie sagen: 'Die Regierung wird mein Haus beschlagnahmen und mich an den Stadtrand vertreiben'.''

Gökçe bewertete das Gesetz und listete die Mängel wie folgt auf:

  • Dass keine Methode vor der nach dem Gesetz Nr. 6306 durchzuführenden Feststellung hinzugefügt wurde, wie die von uns entwickelte und erprobte Schnellscan-Methode, und dass das Risiko nicht abgestuft wird,  
  • Dass Mieter ignoriert werden und keinerlei Regelungen für Mieter getroffen wurden,  
  • Dass keine Regelungen zur teilweisen oder innovativen Verstärkung von Gebäuden enthalten sind,
  • Dass das Thema des Wiederaufbaus und der Verstärkung von Gebäuden mit Bauregistrierungsbescheinigungen vernachlässigt und ungelöst gelassen wurde, 
  • Dass die Mängel bei der Erneuerung von Kulturgütern sowie bei der Wiederbelebung, Reparatur, Verstärkung und der Frage, wie diese Gebäude angesichts des Erdbebenrisikos bestehen bleiben können, nicht thematisiert wurden,   
  • Dass es keine Aussagen zum Schicksal der Gebäudebestände gibt, in denen sich die meisten riskanten Gebäude befinden, insbesondere in Bezug auf illegale Bauten, 

Darüber hinaus wird deutlich, dass der Vorschlag bei der Identifizierung und Räumung riskanter Gebäude die Sorge der Eigentümer schürt, dass ihr Eigentum beschlagnahmt werden könnte.

''UNSERE STÄDTE WARTEN IMMER NOCH AUF ERDBEBENRESILIENZ''

Gökçe betonte die Rentenübertragung und sagte: ''Dabei ist die Ermutigung und Überzeugung der Bürger in allen Prozessen der gesündeste Weg. Das Gesetz hätte partizipativ, transparent, stadt- und menschenorientiert gestaltet werden müssen, unter Einbeziehung des Wissens, der Erfahrung und der Fähigkeiten der lokalen Verwaltungen, ohne die Zentralregierung als einzigen Akteur zu positionieren.

Leider geht das Gesetz in seiner jetzigen Form nicht über ein neues Instrument zur Errichtung von Luxuswohnungen und zur Übertragung städtischer Renten hinaus. Unsere Städte warten hingegen immer noch darauf, Widerstandsfähigkeit gegen Erdbeben und Katastrophen zu erlangen.''


Nachrichtenquelle: 12punto

İBB Stadterneuerung Buğra Gökçe