Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer bewertet den Ukraine-Russland-Krieg: 'Beide Seiten erkennen die Türkei an'
Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer bewertete in einem Interview mit einer deutschen Zeitung die Vermittlerrolle der Türkei im Russland-Ukraine-Krieg. Nehammer sagte: "Ich denke, die Türkei ist immer noch wichtig, weil beide Seiten die Türkei anerkennen."
Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer äußerte sich in einem Interview mit der deutschen Zeitung Die Zeit zu wichtigen Themen wie den bevorstehenden Wahlen, dem Russland-Ukraine-Krieg und dem Inhalt seines Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Nehammer betonte, dass Friedensgespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine irgendwie eingeleitet werden müssten. Er erklärte, dass der Friedensplan der Ukraine, der an die Bedingung der Rückeroberung der verlorenen Gebiete einschließlich der Krim geknüpft sei, die Position der Kiewer Regierung darstelle, Friedensgespräche jedoch eine eigene Dynamik hätten und es daher wichtig sei, die Verhandlungen überhaupt erst zu beginnen.
VERWEIS AUF DIE TÜRKEI
Auf die Frage, auf welches Land er bei der Vermittlerrolle in der Ukraine am meisten hoffe, antwortete Nehammer: "Ich denke, die Türkei ist immer noch wichtig, weil beide Seiten die Türkei anerkennen." Nehammer wies darauf hin, dass neben China und Indien auch Deutschland und Frankreich entscheidend seien, und merkte an, dass Österreich bereit sei, alles in seiner Macht Stehende zu tun, falls dem Land eine Rolle zukomme.
Als erster europäischer Politiker, der sich nach Beginn des Ukraine-Krieges mit dem russischen Präsidenten Putin traf, ging Nehammer auch auf die bei diesem Treffen erörterten Themen ein.
Nehammer erklärte, dass Putin über die Tötung von Zivilisten in der Ukraine und die Massaker in der Stadt Butscha überhaupt nicht gesprochen habe, das Gespräch jedoch lebhafter wurde, sobald es um Sanktionen ging. Er fügte hinzu, dass er die Reaktionen nach seinem Treffen mit Putin nicht habe nachvollziehen können.
BEWERTUNG DER ZEIT NACH DEN WAHLEN IN SEINEM LAND
Nehammer fügte hinzu, dass er einer Koalition mit dem Vorsitzenden der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Herbert Kickl, nach den für September angesetzten Parlamentswahlen in Österreich nicht positiv gegenüberstehe, die Türen für die rechtspopulistische Partei jedoch nicht verschließe.
Nachrichtenquelle: 12punto
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