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Präsident Erdoğan: Türkei ist bereit, eine vermittelnde Rolle zu übernehmen

Der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte: „Die Türkei ist bereit, eine vermittelnde Rolle zwischen dem Iran und den USA zu übernehmen.“ Er fügte hinzu: „Wir stellen uns gegen jeden Schritt, der die Region in Brand setzen könnte, und unterstützen jeden Schritt, der den Frieden stärkt.“

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Präsident Erdoğan: Türkei ist bereit, eine vermittelnde Rolle zu übernehmen

Präsident Recep Tayyip Erdoğan gab der Zeitung Asharq Al-Awsat, einer der führenden Zeitungen Saudi-Arabiens und der arabischen Welt, ein Interview. Das Interview, in dem Präsident Erdoğan seine Vision für regionalen Frieden, Sicherheit und Zusammenarbeit darlegt und seine Einschätzungen zu globalen Themen wie den Beziehungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien, dem Iran, Gaza, Syrien, dem Sudan und Somalia äußert, wurde in der Zeitung Asharq Al-Awsat auf Arabisch und Englisch veröffentlicht.

Beziehungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien

Auf die Frage, wie die Beziehungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität in der Region bewertet werden, erklärte Präsident Erdoğan, dass beide Länder befreundete Staaten mit historischen Bindungen, starken staatlichen Traditionen und einem Bewusstsein für regionale Verantwortung seien. Er betonte, dass diese Beziehung nicht auf die bilaterale Agenda beschränkt sei. Präsident Erdoğan unterstrich, dass die Freundschaft zwischen den beiden Ländern auch eine strategische Bedeutung für den regionalen Frieden, die Stabilität und den Wohlstand habe.

In seiner Bewertung der Hauptagenda des Besuchs sagte Präsident Erdoğan, dass man darauf abziele, die Konsultationen zu regionalen Fragen zu vertiefen und die bilateralen Beziehungen in konkreten Bereichen voranzubringen. Er merkte an, dass die Gestaltung des Programms unter Einbeziehung der Geschäftswelt ein Ausdruck des Willens sei, die wirtschaftliche Zusammenarbeit voranzutreiben. Er erklärte, dass regionale Themen wie Palästina, ein dauerhafter Waffenstillstand in Gaza und Syrien auf der Tagesordnung stünden, während auf wirtschaftlicher Ebene Handel, Investitionen und gemeinsame Projekte erörtert würden.

Präsident Erdoğan drückte aus, dass man sich bei neuen Schritten der Zusammenarbeit auf nachhaltige und konkrete Projekte konzentriere, die in der Praxis Wirkung zeigten. Er sehe ein erhebliches Potenzial in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Investitionen sowie in Energie, Tourismus, Verkehr und Logistik und strebe eine auf gegenseitigem Vertrauen basierende Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie an.

Spannungen mit dem Iran

Auf die Frage zur Vermeidung eines möglichen Konflikts im Kontext der jüngsten Spannungen mit dem Iran betonte Präsident Erdoğan, dass man absolut keinen neuen Krieg in der Region wolle und eine Lösung der Probleme durch Dialog und Vernunft befürworte. Er erklärte, dass man auf jeder Plattform gegen eine militärische Intervention im Iran Stellung beziehe und seinen Gesprächspartnern mitgeteilt habe, dass Schritte, die die Spannungen verschärfen könnten, vermieden werden müssten. Präsident Erdoğan erklärte, dass die Türkei bereit sei, eine vermittelnde Rolle zwischen dem Iran und den USA zu übernehmen, und betonte, dass man sich gegen jeden Schritt stelle, der die Region in Brand setzen könnte, und jeden Schritt unterstütze, der den Frieden stärke. Erdoğan wies zudem auf die Bedeutung der Konsultationen und der Koordinierung mit den Ländern der Region, einschließlich Saudi-Arabiens und Pakistans, hin.

Zweite Phase des Friedensplans für Gaza

Auf die Frage nach den Schwierigkeiten bei der zweiten Phase des Friedensplans für Gaza erklärte Präsident Erdoğan, dass die Zerbrechlichkeit des Waffenstillstands eines der größten Hindernisse sei. Er betonte, dass der Schutz von Zivilisten, die ununterbrochene Lieferung humanitärer Hilfe und die Beendigung der Zwangsumsiedlungen die obersten Prioritäten seien. Präsident Erdoğan unterstrich, dass die Wiederaufbauarbeiten ohne Zeitverlust begonnen werden müssten und dass ohne die Schaffung von Sicherheit vor Ort kein dauerhafter Frieden erreicht werden könne. Erdoğan äußerte zudem, dass die Türkei bereit sei, einen Beitrag zum Frieden in Gaza zu leisten, sobald die notwendigen Bedingungen erfüllt seien.

Entwicklungen in Syrien

Auf die Frage zu den Kontakten zwischen der syrischen Regierung und der Terrororganisation SDG/YPG erklärte Präsident Erdoğan, dass die positiven Entwicklungen vor Ort und auf diplomatischer Ebene zeigten, dass ein neuer politischer Horizont in Syrien möglich sei. Präsident Erdoğan wies auf die Bedeutung der Wahrung der territorialen Integrität Syriens, der Stärkung der nationalen Einheit und der Etablierung staatlicher Autorität im ganzen Land hin. Er betonte, dass der Maßstab für die Türkei ein Syrien sei, das keine Bedrohung für seine Nachbarn darstelle und Terrororganisationen keinen Raum biete. Präsident Erdoğan erklärte, dass die Zukunft Syriens durch den Willen der Syrer gestaltet werde.

Bürgerkrieg im Sudan

Auf die Frage zur Beendigung des anhaltenden Krieges im Sudan erklärte Präsident Erdoğan, dass der Krieg im Sudan bereits tausend Tage andauere und das sudanesische Volk einen hohen Preis zahle. Präsident Erdoğan betonte, dass die Türkei diplomatische Bemühungen zur Friedenssicherung unterstütze. Er berichtete, dass das TİKA-Büro und eine Filiale der Ziraat Bank in Port Sudan wiedereröffnet wurden, Turkish Airlines Flüge aufgenommen habe und humanitäre Hilfe fortgesetzt werde. Erdoğan merkte zudem an, dass man die konstruktiven Initiativen von Saudi-Arabien, den USA und Ägypten als wertvoll erachte.

Die Somaliland-Frage

Auf die Frage zur Anerkennung von Somaliland durch Israel erklärte Präsident Erdoğan, dass diese Entscheidung illegitim sei und die Türkei sie als null und nichtig betrachte. Präsident Erdoğan betonte, dass die Türkei weiterhin die territoriale Integrität Somalias im Einklang mit den Resolutionen der Vereinten Nationen verteidigen werde. Er erklärte, dass man die Erklärungen der Länder der Region und internationaler Organisationen, die diese Entscheidung ablehnen, als wertvoll erachte.


Nachrichtenquelle: 12punto

USA Waffenstillstand Präsident Recep Tayyip Erdoğan Diplomatie