Reaktion von Journalist İsmail Saymaz auf F-35-Debatte: 'Wir bekommen die Flugzeuge nicht, für die wir bezahlt haben – sollen wir das etwa einen Sieg nennen?'
Nach dem NATO-Gipfel sorgen die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über eine mögliche Rückkehr der Türkei in das F-35-Programm weiterhin für öffentliche Diskussionen. Der Journalist İsmail Saymaz kritisierte die Darstellung der Entwicklung als "diplomatischen Erfolg" durch regierungsnahe Kreise und wies auf den früheren Status der Türkei im F-35-Programm sowie die erlittenen Rechtsverluste hin.
Nach dem in Ankara abgehaltenen NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs bleiben die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Türkei wieder in das F-35-Kampfflugzeugprogramm aufgenommen werden könnte, ein zentrales Thema. Nachdem Trumps Botschaften von regierungsnahen Medien und einigen Vertretern der AK-Partei als "diplomatischer Erfolg" gewertet wurden, äußerte sich auch der Journalist İsmail Saymaz zu diesem Thema.
"WIR WAREN GRÜNDUNGSPARTNER, JETZT SPRECHEN WIR ÜBER EINE RÜCKKEHR ALS KUNDE"
İsmail Saymaz erinnerte an die frühere Position der Türkei im F-35-Programm und äußerte seine Kritik am aktuellen Stand der Dinge.
Saymaz betonte, dass die Türkei einer der Gründungspartner des F-35-Programms war und einige Teile des Flugzeugs in der Türkei hergestellt wurden, und äußerte sich wie folgt:
"Wir waren Gründungspartner des F-35-Programms. Wir haben einige Teile produziert. Heute sprechen wir darüber, als Kunde zum F-35 zurückzukehren. Sie wollen, dass wir das als Sieg feiern. Ist das ein Sieg? Wir erhalten seit 7 Jahren die Flugzeuge nicht, für die wir bezahlt haben."
DER PROZESS IM F-35-PROGRAMM WIEDER AUF DER TAGESORDNUNG
Mit den Äußerungen von Saymaz wurde auch der Prozess der Türkei im F-35-Programm erneut zum Gegenstand der Debatte.
Die Türkei war 2019 nach dem Kauf des S-400-Luftverteidigungssystems aus Russland aus dem F-35-Programm ausgeschlossen worden. Im Rahmen des Programms war die Türkei nicht nur eines der Länder, das die Kampfflugzeuge kaufen würde, sondern auch einer der neun Gründungspartner, die einen Produktionsbeitrag zum Projekt leisteten.
Türkische Rüstungsunternehmen waren an der Produktion von Rumpfteilen, Fahrwerken und verschiedenen kritischen Komponenten der F-35-Kampfflugzeuge beteiligt.
"RECHTSVERLUST WIRD ALS ERFOLG VERKAUFT"
İsmail Saymaz kritisierte auch, dass Trumps Äußerungen zum F-35-Programm von regierungsnahen Medien und einigen Vertretern der AK-Partei als diplomatischer Erfolg gewertet wurden.
Saymaz erklärte, er lehne es ab, dieses Bild als Erfolg zu werten, da die Türkei weder die Flugzeuge erhalten habe, für die sie bezahlt habe, noch ihren Status als Produktionspartner behalten konnte und nun lediglich als potenzieller Käufer gelte.
WAS WAR PASSIERT?
Die Türkei hatte für das F-35 Joint Strike Fighter-Programm etwa 1,4 Milliarden Dollar gezahlt, und die Flugzeuge, die in der ersten Phase hätten geliefert werden sollen, wurden auf US-Stützpunkten in Hangars untergebracht. Nach dem Ausschluss aus dem Programm wurden türkische Rüstungsfirmen aus der Produktionskette gedrängt, während sich die Türkei seit einiger Zeit auf die Beschaffung von F-16 Block 70 für die Modernisierung der Luftwaffe und das nationale Kampfflugzeugprojekt KAAN konzentriert hatte. Obwohl die jüngsten Kontakte auf dem NATO-Gipfel signalisieren, dass die F-35-Krise wieder auf den Tisch kommen könnte, sind sich die Opposition und Experten einig, dass der Milliardenverlust und der Zeitverlust der Türkei nicht ignoriert werden sollten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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