Stellungnahme des Kandilli-Observatoriums zum Erdbeben in Gemlik: Kein Vorbote des Marmara-Erdbebens
Der Direktor des Kandilli-Observatoriums und Erdbebenforschungsinstituts der Boğaziçi-Universität, Prof. Dr. Haluk Özener, und der Direktor des Regionalen Zentrums für Erdbeben- und Tsunami-Überwachung und -Bewertung des Kandilli-Observatoriums, Doz. Dr. Doğan Kalafat, äußerten sich zu dem Erdbeben der Stärke 5,1, das sich gestern im Landkreis Gemlik in Bursa ereignete.
Der Direktor des Kandilli-Observatoriums und Erdbebenforschungsinstituts der Boğaziçi-Universität, Prof. Dr. Haluk Özener, und der Direktor des Regionalen Zentrums für Erdbeben- und Tsunami-Überwachung und -Bewertung des Kandilli-Observatoriums, Doz. Dr. Doğan Kalafat, sprachen über das Erdbeben der Stärke 5,1, das sich gestern im Landkreis Gemlik in Bursa ereignete.
Prof. Dr. Özener erklärte, dass das Beben in einer Tiefe von 5,4 Kilometern stattfand und sagte: "Dieses Erdbeben hat verschiedene Provinzen, allen voran Bursa, bis hin nach Istanbul beeinflusst. Bisher gab es etwa vierzig Nachbeben. Unseren Aufzeichnungen zufolge liegt die Stärke des stärksten Nachbebens bei 3,8. Neun dieser Beben liegen über einer Stärke von 3. Die Nordanatolische Verwerfung teilt sich in der Marmara-Region bei Akyazı in zwei Arme. Der eine ist der nördliche Arm, der andere der südliche Arm. Der südliche Arm verläuft südlich von İznik und trifft im Golf von Gemlik auf das Marmara-Meer. Diese Region ist seismisch aktiv. Wir erwarten ein Erdbeben im Marmara-Meer, aber man sollte nicht jedes Erdbeben, das sich im Marmara-Meer ereignet, als Vorboten des erwarteten großen Bebens interpretieren. Wenn wir uns die Durchschnittswerte ansehen, ereignen sich im Marmara-Meer jährlich 900 Erdbeben. Wenn wir den Zeitraum von 2020 bis zum 15. August dieses Jahres betrachten, gab es in der Marmara-Region 3.000 kleine und große Erdbeben."
"KEIN GRUND ZUR BESORGNIS"
Doz. Dr. Kalafat äußerte sich wie folgt: "Dieses Erdbeben ist das Ergebnis eines kleinen Bruchs innerhalb der südlichen Zone. Es steht in keinem direkten Zusammenhang mit den Hauptsegmenten der Nordanatolischen Verwerfung. Es handelt sich um ein Beben, das durch einen kleinen Riss innerhalb der Zone entstanden ist. Wir bewerten dies positiv. Das wichtigste Kriterium, das uns nicht beunruhigt, ist die zeitliche Verteilung der Nachbeben nach dem Hauptbeben der Stärke 5,1. Das ist aus seismologischer Sicht wichtig. Wir beobachten die Situation derzeit. Wir hoffen, dass diese Nachbeben mit der Zeit abnehmen. Im Moment gibt es keinen Grund zur Besorgnis."
Nachrichtenquelle: 12punto
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