Strafanzeige gegen Melih Gökçek erstattet: Vorwurf der Umleitung öffentlicher Gelder an die FETÖ in der Klageschrift enthalten
Nachdem der Staatsrat die Entscheidung zur Verweigerung der Ermittlungserlaubnis aufgehoben hat, hat die Stadtverwaltung Ankara Strafanzeige gegen Melih Gökçek erstattet. In der Klageschrift werden Vorwürfe wegen FETÖ-verknüpfter Änderungen an Bebauungsplänen und der missbräuchlichen Verwendung öffentlicher Gelder erhoben.
Die Stadtverwaltung Ankara hat nach der Aufhebung der Entscheidung zur Verweigerung der Ermittlungserlaubnis durch den Staatsrat Strafanzeige gegen Melih Gökçek erstattet. In der Klageschrift wurden die Vorwürfe, wonach Gökçek während seiner Amtszeit als Bürgermeister Bebauungsplanänderungen vorgenommen habe, die mit der Terrororganisation FETÖ/PDY in Verbindung stehen, sowie die missbräuchliche Verwendung öffentlicher Gelder detailliert dargelegt.
VORWURF DER UMLEITUNG ÖFFENTLICHER GELDER AN DIE FETÖ
In der Strafanzeige wird behauptet, dass unter dem Deckmantel von „Bebauungsplanänderungen“ systematisch öffentliche Gelder zur Finanzierung der Terrororganisation umgeleitet wurden. Dabei sei die Befugnis zur Erhöhung der Bebauungsdichte missbraucht und unter Verletzung städtebaulicher Grundsätze persönlicher Nutzen erzielt worden. In der Klageschrift wird ausgeführt, dass die unter Gökçeks Verwaltung durchgeführten Bebauungsplanänderungen mit erheblichen Unregelmäßigkeiten behaftet waren.
SORGE VOR BEWEISMITTELVERNICHTUNG
Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass in dem seit etwa 5 Jahren laufenden Ermittlungsverfahren bisher keine konkreten Fortschritte erzielt wurden, und äußerte die Sorge, dass Beweismittel verloren gehen könnten. Nach der Aufhebung der Entscheidung des Innenministeriums zur Einstellung der Ermittlungen durch den Staatsrat wurde betont, dass eine umfassende Voruntersuchung erforderlich sei.
BÜLENT ARINÇ SOLL ALS ZEUGE GEHÖRT WERDEN
In der Klageschrift wurde auf die Aussage des ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten Bülent Arınç verwiesen, der Anfang 2026 in einer Live-Sendung bei Sözcü TV erklärt hatte: „Wenn die Staatsanwälte mich vorladen, werde ich aussagen.“ Es wurde betont, dass Arınç wichtige Informationen zu den baurechtlichen Unregelmäßigkeiten und den Verbindungen zur FETÖ liefern könne und daher als Zeuge gehört werden müsse.
VORWURF DER ÜBERTRAGUNG VON FETÖ-VERKNÜPFTEN ÖFFENTLICHEN GELDERN AN DIE BANK ASYA
Die Klageschrift enthält auch einige „Geständnisse“ von Gökçek. Den Vorwürfen zufolge wurde Genossenschaften, die von FETÖ-Flüchtigen gegründet wurden, das dreifache des üblichen Baurechts eingeräumt, bedeutende Grundstücke wurden an die Bank Asya verkauft und hochrangige Verwaltungsbeamte der Stadt wurden aufgrund ihrer FETÖ-Verbindungen strafrechtlich verfolgt. Laut Gökçeks eigener Aussage habe er seine Kinder und Enkelkinder der „Hizmet-Bewegung“ anvertraut, was ebenfalls in der Klageschrift aufgeführt wurde.
DRINGENDE ERTEILUNG DER ERMITTLUNGSERLAUBNIS GEFORDERT
Die Stadtverwaltung Ankara forderte in ihrer Klageschrift die unverzügliche Vernehmung von Bülent Arınç als Zeugen, eine separate Prüfung für jedes einzelne Grundstück, die Erstellung eines umfassenden Sachverständigengutachtens sowie die Feststellung, ob es sich bei den Planänderungen um stückweise Änderungen handelte.
Nachrichtenquelle: 12punto
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