Türkei wird zum größten Importeur von Plastikmüll aus Europa: 'Null-Abfall-Narrativ gescheitert'
Während die Türkei versucht, sich auf der internationalen Bühne mit ihrer „Null-Abfall“-Vision zu profilieren, deckt ein aktuelles Grundsatzpapier von Greenpeace Türkei eine bittere Realität auf.
Während die Türkei versucht, sich auf der internationalen Bühne mit ihrer „Null-Abfall“-Vision zu profilieren, deckt ein aktuelles Grundsatzpapier von Greenpeace Türkei eine bittere Realität auf. Offiziellen Daten zufolge ist die Türkei im Jahr 2025 mit großem Abstand zum wichtigsten Zielort für Plastikmüll aus der Europäischen Union geworden.
Greenpeace Türkei hat im Vorfeld des „Null-Abfall-Forums“, das an diesem Wochenende stattfindet, einen brisanten Bericht veröffentlicht, der den großen Widerspruch in der Umweltpolitik offenlegt. Das Informationspapier mit dem Titel „Die Wahrheit hinter dem Narrativ: Das verborgene Gesicht der Null-Abfall-Politik der Türkei“ belegt, dass die Menge der ins Land eingeführten ausländischen Abfälle erschreckende Ausmaße erreicht hat.
HISTORISCHER REKORD IM JAHR 2025: 503 TAUSEND TONNEN PLASTIKMÜLL!
Den Analysen im Bericht zufolge ist die Menge des von der Türkei aus Europa importierten Plastikmülls im letzten Jahr sprunghaft angestiegen:
19 Prozent Anstieg: Im Jahr 2025 stieg die Menge des aus den 27 EU-Mitgliedstaaten in die Türkei exportierten Plastikmülls um 19 Prozent auf 503 Tausend Tonnen und erreichte damit einen historischen Rekord.
435-facher Anstieg in 20 Jahren: Mit dieser jüngsten Welle ist die Menge des aus der Europäischen Union in die Türkei gelangenden Plastikmülls seit 2004 um das 435-fache gestiegen.
Die Illusion des Recyclings: Greenpeace betonte, dass das Ministerium die Recyclingquoten zwar als Erfolgskriterium präsentiere, die weltweite Recyclingquote für Kunststoffe jedoch bei nur etwa 9 Prozent liege, weshalb die verfolgte Politik wirkungslos sei.
MEERE UND KÜSTEN UNTER MIKROPLASTIK-BEDROHUNG
Berk Butan, Kampagnenleiter für soziale und wirtschaftliche Systeme bei Greenpeace Türkei, äußerte sich scharf zu dem Thema und erklärte, dass die Situation vor Ort eine reine „politische Entscheidung“ sei. Butan wies darauf hin, dass die Meere und Küsten der Türkei durch importierten Müll mit Mikroplastik verschmutzt würden, und betonte, dass einerseits von „Null-Abfall“ gesprochen werde, während andererseits die UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) für neue petrochemische Anlagen ununterbrochen fortgesetzt würden.
GREENPEACE-AUFRUF AN DIE MINISTERIEN: „IMPORT SOFORT VERBIETEN“
Umweltschützer, die betonen, dass die Türkei, die im November 2026 Gastgeber des UN-Klimagipfels (COP31) in Antalya sein wird, diesen Widerspruch dringend überwinden müsse, starteten die Kampagne „Echter Null-Abfall“ und übermittelten dem Ministerium für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel sowie dem Handelsministerium die folgenden 4 dringenden Forderungen:
Dauerhaftes Verbot: Es sollte ein ausnahmsloses und dauerhaftes Verbot für den Import von Plastik- und Textilabfällen erlassen werden.
Investitionen stoppen: Neue petrochemische Investitionen sollten sofort ausgesetzt und ein sektoraler Moratorium verhängt werden.
Prävention an der Quelle: Verbindliche Ziele zur Reduzierung der Kunststoffproduktion bereits ab Werk sollten in die nationalen Klimaschutzpläne integriert werden.
Klare Haltung auf dem Gipfel: Bei den Verhandlungen zum UN-Global-Plastics-Treaty sollte eine radikale Position eingenommen werden, die strenge Grenzen für die Kunststoffproduktion fordert.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Huthis greifen saudischen Tanker an
4 Drohnen in der Nähe des US-Generalkonsulats in Erbil abgeschossen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Operation 'Papier mit Zauber und Flüchen': Hodscha, meine Frau hat die Scheidung eingereicht
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
CHP reagiert mit Massen-SMS auf Özels neue Parteientscheidung