Sie schmückte ihr Auto wie einen Hochzeitswagen auf dem Weg zur Scheidung
In Bursa machte sich Gülşah Lice, die sich nach 10 Jahren Ehe von ihrem Mann scheiden lassen wollte, auf den Weg zum Gericht. Sie schmückte ihr Auto wie einen Hochzeitswagen und ließ am Heck die Aufschrift „Wir lassen uns scheiden“ anbringen.
Gülşah Lice, die die Scheidung von ihrem Ehemann Osman eingereicht hatte, schmückte am Tag der Gerichtsverhandlung ihr Auto und machte sich auf den Weg zum Justizgebäude.
Passanten waren verblüfft, als sie das wie ein Hochzeitsauto geschmückte Fahrzeug sahen, das jedoch die Aufschriften „Wir lassen uns scheiden“ und „Osman, fahr zur Hölle“ trug.
Die Momente, die von Bürgern mit ihren Handys festgehalten wurden, wurden in den sozialen Medien zum Gesprächsthema. Gülşah Lice, deren Video in kürzester Zeit zu den meistgesehenen gehörte, ließ die Kommentare nicht unkommentiert. Sie behauptete, dass ihre Schwägerinnen, mit denen sie bisher nie Probleme gehabt habe, nur für die Aufmerksamkeit kommentierten, und nahm kein Blatt vor den Mund.
In ihren Erklärungen über die sozialen Medien äußerte sich Gülşah Lice wie folgt:

„Ich wollte eigentlich nichts sagen, wirklich nicht. Aber das ist nicht mehr auszuhalten. Meine zwei Schwägerinnen. Unter jeden negativen Kommentar haben sie etwas geschrieben. Ich hatte nie Probleme mit diesen Leuten. Sie haben kommentiert: ‚Wir haben es unserem Bruder damals gesagt.‘
‚Wer eine Familie zerstört, wird selbst keine haben.‘ Das haben sie geschrieben. Habe etwa ich eine Familie zerstört? Ich war 1,5 Jahre verlobt. Ich war 18 oder 19 Jahre alt. Dein Bruder war 32. Habe ich eine Familie zerstört? Was habt ihr mir damals über seine Ex-Frau erzählt. ‚Sie hat ihm Wäsche ins Gesicht geworfen. Koffer hier, Koffer da?‘ Lasst mich das jetzt nicht alles aufzählen. ‚Er passte nicht zu ihr. Sie hat sich nicht gepflegt.‘

„Osman soll sich selbst pflegen, das liebt er sehr. Du pflegst dich selbst.‘ Habt ihr euch beim Schreiben dieser Worte nicht geschämt? Habt ihr denn gar kein Schamgefühl? Ihr Unverschämten. Ich bin eure Schwiegertochter seit 10 Jahren, habt ihr euch denn gar nicht geschämt? Ihr seid gekommen, um mich mit Trommeln und Flöten abzuholen. ‚Wir sind gekommen, um unsere Barbie-Puppe abzuholen‘, habt ihr gesagt. Was ist passiert? ‚Du kümmerst dich besser um seine Kinder als sie‘, habt ihr gesagt. Was ist passiert?
‚Sei nicht traurig, Schwägerin, du leidest jetzt, aber du hast auf der anderen Seite gewonnen‘, habt ihr gesagt. Was ist passiert? Gilt das Motto ‚Erst die Brücke überqueren, dann den Bären Onkel nennen‘? Dank mir habt ihr ordentlich Aufmerksamkeit bekommen. Ich bin durchgedreht. Ich bin auf die Straße gegangen, mit dem Auto, um mich scheiden zu lassen, und unter jedem Kommentar steht ‚Ich bin Osmans Schwester‘. Die eine verkauft gestrickte Schuhe. Hat nichts mit Steuern zu tun. Kein Laden, nichts. Die andere näht zu Hause Abendkleider. Auch sie hat überall kommentiert: ‚Ich bin Osmans Schwester. Wir haben es unserem Bruder oft gesagt.‘ Du nähst zu Hause Abendkleider. Weiß der Staat davon? Zahlst du deine Steuern? Zahlst du Steuern auf das, was du verkaufst? Ihr Unverschämten. Mit wem legt ihr euch da an? Habt ihr euch gar nicht geschämt? Ich habe euch zwei Kinder geboren? Habt ihr euch nicht einmal für sie geschämt?“
Kurze Zeit später meldete sich Gülşah Lice erneut mit einem Beitrag zu Wort und äußerte sich wie folgt:
„Ihr habt mir so viele motivierende Nachrichten geschickt, dafür danke ich euch sehr. Dass Frauen einander unterstützen, ist etwas Wundervolles. Mir geht es gut, ich habe keine Probleme. Ich bin in meinem Geschäft. Ich versuche, mich mit Kamillentee zu beruhigen. Ich sortiere die neuen Produkte ein. Ich kümmere mich um meine Artikel für das Neujahrsgeschäft. Es gibt kein Problem. Ich versuche, so ruhig wie möglich zu bleiben. Aber wenn es um meine Kinder geht, kann ich niemals ruhig bleiben. Keine Mutter könnte das. Ich habe drei Kinder. Zwei Söhne und eine Tochter. Meine 16-jährige Tochter stammt aus der ersten Ehe meines Mannes.“
Ich bin nicht ihre leibliche Mutter. Aber niemand, absolut niemand, nicht einmal die eigene Mutter, darf meinem Kind eine solche psychische Belastung zumuten. Muttersein? Wo warst du, als ich von Schule zu Schule mit ihr gelaufen bin? Wo warst du, als ich von Krankenhaus zu Krankenhaus, zu Zahnärzten und Psychiatern mit ihr unterwegs war? Wenn ich dich anrief und fragte, wo du bist, weil der Vater nicht da war, sagtest du mir: ‚Das interessiert mich nicht. Es ist die Zeit, in der sie beim Vater sein sollte‘, und hast einfach aufgelegt.

Was soll das heißen: ‚Ich komme mit der Polizei an die Tür und hole dich da raus‘? Wie kannst du diesem Kind eine solche psychische Belastung antun? Meine Tochter weint gerade bitterlich und sagt: ‚Ich will mich nicht von dir trennen, ich will nicht weg. Ich will mich nicht von meinen Geschwistern trennen.‘ Dieses Mädchen ist 16 Jahre alt. Wie kannst du ihr das antun? Warst du nicht schon immer so? Hast du nicht schon immer deine Kinder für deine eigenen Ambitionen geopfert? Wieder dasselbe. Beschütze doch wenigstens einmal deine Kinder. Es geht immer nur um deine eigenen Ambitionen.“

Das Gericht traf im ersten Termin noch keine Entscheidung, die Scheidungsverhandlung wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.
Nachrichtenquelle : İHA
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