Was ist das Gesetz zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung aus dem Jahr 2003?
Die Amnestie, die 2003 in der Türkei erlassen wurde, ging als eine Regelung in die Geschichte ein, die während der 59. Regierung von der AKP auf die Tagesordnung gebracht und in Kraft gesetzt wurde. Diese Regelung wurde unter dem Namen „Gesetz über die bedingte Entlassung und den Strafvollzug“ geführt. Doch wer hat diese Amnestie erlassen und warum war sie notwendig?
Das 2003 erlassene „Gesetz zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung“ war eine Regelung, die darauf abzielte, Verurteilte unter bestimmten Bedingungen durch Strafmilderung und bedingte Entlassung wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Dieses Gesetz, dessen offizieller Name „Gesetz über die bedingte Entlassung und die Aussetzung von Strafen“ lautete, zielte darauf ab, die Überbelegung in den Gefängnissen zu verringern, die Wiedereingliederung der Verurteilten in die Gesellschaft zu fördern und die Verwaltungskosten des Staates für das Gefängniswesen zu senken.

WARUM WURDE DAS GESETZ ZUR GESELLSCHAFTLICHEN WIEDEREINGLIEDERUNG ERLASSEN?
Anfang der 2000er Jahre stand das türkische Gefängnissystem vor einer großen Kapazitätskrise. Die Überbelegung der Gefängnisse und der Anstieg der Häftlingszahlen hatten das Vollzugssystem sowohl unter Druck gesetzt als auch zu einem Thema gemacht, das in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde. Darüber hinaus gab es zunehmende Kritik an der Langsamkeit des Justizsystems und daran, dass die Strafdauer die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erschwerte.
Aus diesen Gründen erließ die Regierung eine Vollzugsregelung, um die Dichte in den Gefängnissen zu verringern, die Strafen für Personen, die bestimmte Straftaten begangen hatten, zu mildern, sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern und den sozialen Frieden wiederherzustellen.

WER HAT DAS GESETZ ZUR GESELLSCHAFTLICHEN WIEDEREINGLIEDERUNG ERLASSEN?
Die Regierung unter der Führung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan, die nach den Wahlen 2002 an die Macht kam, hielt eine solche Regelung für notwendig, um die Auslastungsquote der Gefängnisse und die Prozesse zur Wiedereingliederung der Häftlinge in die Gesellschaft zu verbessern.
Unter der Federführung des damaligen Justizministers Cemil Çiçek wurde beschlossen, Änderungen am Strafvollzugsgesetz vorzunehmen. Diese Regelung, die den Charakter einer Amnestie hatte, wurde erlassen, um die Überbelegung in den Gefängnissen zu reduzieren, den sozialen Frieden zu sichern und einige Häftlinge wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

WAS WAR DER UMFANG DES GESETZES?
Die Amnestie galt im Allgemeinen für leichtere Straftaten und unter bestimmten Bedingungen auch für schwerere Straftaten.
Bestimmte schwere Straftaten wie Terrorverbrechen oder Drogenhandel waren von der Regelung ausgenommen.
Mit der Amnestie wurden für Personen, die wegen bestimmter Straftaten verurteilt worden waren, Strafmilderungen vorgenommen oder die bedingte Vollstreckung der Strafe beschlossen.

ES HATTE FÜR REAKTIONEN GESORGT
Die Amnestieregelung löste in der Gesellschaft unterschiedliche Reaktionen aus. Während einige Kreise argumentierten, dass diese Regelung positiv für den sozialen Frieden sei, waren einige Angehörige von Opfern der Meinung, dass die Gerechtigkeit nicht vollständig gewahrt wurde, und reagierten ablehnend auf die Amnestie.
Diese Amnestie wurde, ähnlich wie in früheren Jahren in der Türkei erlassene Amnestiegesetze, als ein Versuch gewertet, die Überbelegung in den Gefängnissen zu verringern.
Dennoch stieß diese Regelung zur Strafmilderung und bedingten Entlassung auf geteilte Meinungen in der Bevölkerung. Während einige die Regelung als Reform der Strafjustiz betrachteten, kritisierten andere sie mit der Begründung, dass Straftäter ungestraft davonkämen und die Gerechtigkeit nicht im vollen Sinne gewährleistet sei.
Die Auswirkungen und Folgen dieses Gesetzes waren in den folgenden Jahren Gegenstand verschiedener Diskussionen, doch die Anwendung der Strafmilderung ging als ein bedeutender Schritt jener Zeit in die Geschichte ein.
Nachrichtenquelle: 12punto
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