Weltrisikoindex veröffentlicht: 'Katastrophenrisiko in der Türkei sehr hoch'
Laut dem Weltrisikoindex 2024 zählt die Türkei zu den Ländern mit einem "sehr hohen" Katastrophenrisiko.
Dem Weltrisikobericht zufolge stehen die Philippinen an der Spitze der Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko.
Erdbeben, Vulkanausbrüche, Dürren sowie häufig auftretende Wirbelstürme und Überschwemmungen sind auf den Philippinen mittlerweile Teil des Alltags geworden.
Zuletzt führten die Auswirkungen des Super-Taifuns Yagi zu übertretenden Flüssen und Erdrutschen, bei denen mindestens 14 Menschen in Schlamm- und Erdmassen erstickten. Yagi war bereits der fünfte Taifun, der die Philippinen seit Mai heimgesucht hat.
Doch die hohe Frequenz und Intensität von Naturereignissen sind nicht der einzige Grund, warum die Philippinen das Land mit dem höchsten Katastrophenrisiko sind.
'KATASTROPHENRISIKO STEIGT'
Katrin Radtke, wissenschaftliche Direktorin der Entwicklungshilfeorganisation Bündnis Entwicklung Hilft, die den Weltrisikobericht erstellt, weist darauf hin, dass auch die Verwundbarkeit und Anfälligkeit der Gesellschaften, die Naturereignissen ausgesetzt sind, das Katastrophenrisiko erhöhen.
Gegenüber der DW erläuterte Radtke, dass Faktoren wie Armut, weit verbreitete Korruption sowie unzureichende Gesundheitsdienste und Katastrophenschutzmaßnahmen die Verwundbarkeit und Anfälligkeit verstärken.
Dem Index zufolge, für den 193 Länder hinsichtlich ihrer Anfälligkeit für Naturkatastrophen untersucht wurden, gehören die ersten 41 Länder der Liste zur Kategorie mit "sehr hohem Risiko".
TÜRKEI IN DER KATEGORIE 'SEHR HOCHRISKANT'
Auf die Philippinen auf dem ersten Platz folgen Indonesien, Indien, Kolumbien und Mexiko. Die Türkei, die auf Platz 35 liegt, befindet sich ebenfalls in der Kategorie der "sehr hochriskanten" Länder. Als einflussreichster Faktor hierfür wird die mangelnde Kapazität zur Bewältigung von Katastrophen genannt.
Unterdessen befinden sich laut dem Index acht der zehn "verwundbarsten" Länder in Afrika. Es wird darauf hingewiesen, dass auch Afghanistan und der Jemen, die seit Jahrzehnten von Kriegen gezeichnet sind, zu den "verwundbarsten" Gesellschaften zählen. In diesen Ländern sei die Zahl der Ärzte gering und die Krankenhäuser seien unzureichend, weshalb bei Naturereignissen eine hohe Zahl an Menschen ihr Leben verliere.
Nicht jedes Naturereignis muss zwangsläufig in einer großen Naturkatastrophe enden. Investitionen in präventive Maßnahmen können Todesfälle verhindern und Schäden reduzieren. In entwickelteren und wohlhabenderen Ländern wie den USA oder Australien ist die Wahrscheinlichkeit für Stürme, Dürren und Erdbeben zwar ebenfalls sehr hoch, doch die Verwundbarkeit ist geringer und die Kapazität zur Bewältigung von Naturereignissen ist höher.
Katrin Radtke verwies auf China als ein Land, das aus Krisen und Katastrophen gelernt habe, und betonte: "Das Katastrophenrisiko lässt sich reduzieren."
CHINA UM 12 PLÄTZE VERBESSERT
Obwohl China im diesjährigen Index weiterhin in der Kategorie der "sehr hochriskanten" Länder geführt wird, konnte das Land eine Verbesserung um 12 Plätze im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen und liegt nun auf Rang 22.
"Dies ist zu einem großen Teil darauf zurückzuführen, dass China seine Verwundbarkeit nach der Coronavirus-Pandemie erheblich reduziert hat", so Radtke. Sie wies darauf hin, dass die Pekinger Führung neue Krankenhäuser gebaut, große Impfkampagnen durchgeführt und massiv in das Gesundheitssystem investiert habe. Die deutsche Expertin fügte jedoch hinzu: "Was wir im Weltrisikoindex jedoch nicht abbilden können, ist, dass dies gleichzeitig auf Kosten der bürgerlichen Freiheiten der Bevölkerung geschehen ist."
Was müssen Länder also tun, um Risiken und Verwundbarkeit bei Naturkatastrophen zu verringern? Können Risiken durch Staudämme, Frühwarnsysteme und effektivere Such- und Rettungsdienste gemindert werden?
'INVESTITIONEN IN BILDUNG UND GESUNDHEIT KÖNNEN KATASTROPHEN VERHINDERN'
Radtke betont, dass traditionelle Katastrophenschutzmaßnahmen allein nicht ausreichen würden; Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie die Verringerung sozialer Ungleichheiten seien von großer Bedeutung.
Radtke unterstrich zudem, dass ein Land, das Korruption wirksam bekämpft, besser gerüstet sei, um mit den Folgen von Katastrophen umzugehen. Sie wies außerdem darauf hin, dass einige Naturereignisse in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel stünden: "Wenn es der Menschheit gelingt, die globale Erwärmung auf ein Minimum zu begrenzen, wird es auch weniger Naturkatastrophen geben."
Nachrichtenquelle: 12punto
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