Neue Entwicklung beim Streik am Italienischen Gymnasium! Presseerklärung der Eltern: "Die eigentlichen Leidtragenden sind unsere Kinder"
Die Lehrkräfte des Italienischen Gymnasiums waren in den Streik getreten, um die Erfüllung eines seit drei Jahren ausstehenden Tarifvertrags zu fordern. Der Streik dauert nun seit 77 Tagen an. In einer Presseerklärung am 77. Streiktag betonten die Eltern, dass die Schülerinnen und Schüler die größten Leidtragenden dieses Prozesses seien.
Am 77. Tag ihres Streiks fordern die Lehrkräfte des privaten Italienischen Gymnasiums (I.M.I.) in Beyoğlu die Umsetzung eines Tarifvertrags, auf den sie seit drei Jahren ein gewerkschaftliches Anrecht haben. Die Pädagogen, deren Gehälter durch die Inflation unter die Armutsgrenze gesunken sind, streiken seit 77 Tagen, da die Schulleitung sich weigert, an den Verhandlungstisch für einen Tarifvertrag zurückzukehren.
Während der Streik andauert, hat der Elternbeirat des privaten Italienischen Gymnasiums (I.M.I.) eine Presseerklärung veröffentlicht.
In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass die Schülerinnen und Schüler die eigentlichen Leidtragenden des von einer Gruppe türkischer Lehrkräfte initiierten und seit zweieinhalb Monaten andauernden Streiks seien und dass das verfassungsmäßige Recht auf Bildung von vierhundert Schülern missachtet werde.
In der Erklärung wurde zudem betont, dass die in der Öffentlichkeit verbreitete Wahrnehmung, die 'Lehrkräfte hätten seit vier Jahren keine Gehaltserhöhung erhalten', nicht der Wahrheit entspreche. Gleichzeitig wurde die Sorge geäußert, dass die scharfe Rhetorik zwischen den Parteien den Schulfrieden, der nach dem Streik wiederhergestellt werden müsse, dauerhaft schädigen könnte.
HIER IST DIE ERKLÄRUNG DER ELTERN
Der Anfang Februar von einer Gruppe türkischer Lehrkräfte begonnene Streik wird in den Medien und der Öffentlichkeit weitgehend unter dem Aspekt der "Lehrkräfte-Benachteiligung" wahrgenommen. Doch der Verlust an Rechten unserer Schülerinnen und Schüler, bei denen seit zweieinhalb Monaten viele Unterrichtsstunden ausfallen und deren Abschlüsse sowie internationale Universitätszulassungen gefährdet sind, wird leider ignoriert.
"EINE SCHULE IST KEINE FABRIK UND EIN SCHÜLER KEIN PRODUKTIONSOBJEKT"
Schulen sind keine kommerziellen Betriebe oder Fabriken. Der Adressat eines Streiks in einer Fabrik ist der Arbeitgeber; doch die direkte und schwerste Rechnung für einen Streik an einer Schule zahlen die Schülerinnen und Schüler, denen ihr verfassungsmäßiges Recht auf Bildung entzogen wird. Es ist inakzeptabel, dass die Ausbildung unserer Kinder, die zu den erfolgreichsten 1 % der Türkei gehören und an dieser Schule aufgenommen wurden, unterbrochen wird. Wir möchten daran erinnern, dass das Recht der Schüler auf Bildung ebenso ein verfassungsmäßiges Recht ist wie das Streikrecht.
Wir beobachten mit Bedauern die Haltung der streikenden Lehrkräfte gegenüber den vorübergehenden Lehrkraft-Zuweisungen durch das Bildungsministerium (MEB), die dazu dienen sollen, den Bildungsrückstand unserer Kinder zu stoppen. Der Versuch, den zugewiesenen Lehrkräften den Zutritt zur Schule zu verwehren, sowie der psychologische Druck, der sowohl auf diese Kollegen als auch auf unsere Kinder ausgeübt wird, sind mit der Identität eines Pädagogen nicht vereinbar. Die Klagen bei offiziellen Stellen, die darauf abzielen, den Unterrichtsausfall fortzusetzen, zeigen, dass sich die Angelegenheit von einer legitimen Suche nach Rechten zu einem Prozess gewandelt hat, der die Zukunft der Schüler als Geisel nimmt.
DIE BEHAUPTUNG, DASS GEHÄLTER SEIT 4 JAHREN NICHT ERHÖHT WURDEN, UND DIE REALITÄT DER EURO-GEHÄLTER
Die in den Medien geschaffene Wahrnehmung, dass "Lehrkräfte seit 4 Jahren keine Gehaltserhöhung erhalten haben", spiegelt die Realität nicht vollständig wider. Die Gehälter der türkischen Lehrkräfte am Italienischen Gymnasium werden von der italienischen Regierung in Euro ausgezahlt. Aufgrund des Anstiegs des Wechselkurses steigen ihre Einkünfte in türkischen Lira monatlich an; zudem ist ein Vergleich mit den italienischen Kollegen, die einen Expat-Status haben, kein rationaler Ansatz. Gemäß internationalen Arbeitsstandards sind Gehaltsunterschiede aufgrund des Statusunterschieds bei Personal, das aus dem Ausland entsandt wird, weltweit üblich.
Wir befürchten, dass die scharfen Ansätze, die die Parteien während des gesamten Prozesses gegeneinander gezeigt haben, den traditionellen Arbeitsfrieden der Schule dauerhaft schädigen könnten. Da das Element des 'Vertrauens', das die tragende Säule einer Bildungseinrichtung ist, derart beschädigt wurde, sind wir der Ansicht, dass es schwierig sein wird, zu den alten produktiven Tagen zurückzukehren, ohne dass unsere Kinder von dieser Spannung betroffen sind. Unsere Priorität ist es, dass diese Ungewissheit so schnell wie möglich endet und das Bildungsklima wieder in Frieden hergestellt wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir, der Elternbeirat des Italienischen Gymnasiums, die Klassenvertreter und die Eltern, stehen in diesem Prozess weder auf der Seite der Schulleitung noch auf der Seite der Gewerkschaft. Wir stehen einzig und allein auf der Seite unserer Kinder. Unsere einzige Forderung ist, dass unsere Kinder so schnell wie möglich zu ihrer qualifizierten Ausbildung zurückkehren und ihre Zukunft aufbauen können, ohne im Schatten dieses Prozesses zu stehen.
Wir geben dies der Öffentlichkeit mit Respekt bekannt.
Elternbeirat und Klassenvertreter des Italienischen Gymnasiums
Nachrichtenquelle: 12punto
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