Änderung bei den Zinssenkungsprognosen ausländischer Banken für die Türkei: Termin nach hinten verschoben
Nachdem das türkische Statistikamt TÜİK gestern die Inflationsrate für September 2024 mit 49,38 Prozent bekannt gegeben hat, hat sich der Zeitraum bis zu einer erwarteten Senkung des Leitzinses von derzeit 50 Prozent verlängert. Experten wiesen nach den über den Erwartungen liegenden Inflationsdaten darauf hin, dass der Rückgang der Inflation riskant sein könnte. Ausländische Banken haben nun mitgeteilt, ab welchen Monaten sie mit Zinssenkungen in der Türkei rechnen.
Ausländische Institutionen haben ihre Prognosen für Zinssenkungen nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten nach hinten verschoben.
JP Morgan hat die Erwartung für eine Zinssenkung durch die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) auf das Jahr 2025 verschoben. Während nacheinander Stellungnahmen von Banken weltweit eingehen, erklärte die in der Schweiz ansässige UBS, dass eine Zinssenkung im November 2024 zwar weiterhin möglich sei, die Wahrscheinlichkeit dafür jedoch abnehme.
Die spanische Bank BBVA hat ihre Erwartung für die erste Zinssenkung auf Dezember 2024 verschoben.
Die britische Bank Barclays hat betont, dass sich der Zeitpunkt für eine Zinssenkung weiter nach hinten verschieben könnte.
ING hingegen erklärte in einem veröffentlichten Bericht, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im November gesunken sei.
Auch Goldman Sachs hat seine Erwartung für eine Zinssenkung durch die türkische Zentralbank (TCMB) von November 2024 auf Januar 2025 verschoben. Die Ökonomen von Goldman, die zuvor für September und Oktober 2024 eine Zinssenkung um 100 Basispunkte erwartet hatten, hatten diese Prognose nach der geldpolitischen Sitzung (PPK) im September 2024 bereits auf November revidiert.
Nach den Inflationsdaten prognostiziert Goldman Sachs, ähnlich wie JP Morgan, dass eine Zinssenkung möglicherweise nicht mehr im Jahr 2024 erfolgen wird. Zudem wurde die Inflationsprognose für die Türkei zum Jahresende von 40 Prozent auf 44 Prozent angehoben.
In einer von Goldman Sachs veröffentlichten Investorennotiz heißt es: "Das Ausbleiben einer Verlangsamung der Inflation und die anhaltende Erosion der Kaufkraft der Haushalte könnten die Wahrscheinlichkeit einer höheren Mindestlohnerhöhung im Dezember erhöhen und zu einem Anstieg der Aufwärtsrisiken für die Inflation im kommenden Jahr führen."
Auch das US-Finanzinstitut Morgan Stanley kam zu einer ähnlichen Einschätzung und hob nach den Inflationsdaten die Inflationsprognose für das Jahresende von 42,4 Prozent auf 43,5 Prozent an, wobei es darauf hinwies, dass eine mögliche Zinssenkung im November eher unwahrscheinlich sei.
Nachrichtenquelle : 12punto
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