DEM-Partei fordert Rücktritt von Ministern nach Brandkatastrophe
Die DEM-Partei hat eine Erklärung zur Brandkatastrophe im Skizentrum Bolu Kartalkaya veröffentlicht. In der Erklärung wurden alle Verantwortlichen, allen voran Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy, zum Rücktritt aufgefordert.
Die Partei für Gleichheit und Demokratie (DEM-Partei) hat eine Erklärung zu dem Brand im Grand Kartal Hotel in Bolu Kartalkaya veröffentlicht.
In der Erklärung wurden die Verantwortlichen, allen voran Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy, zum Rücktritt aufgefordert.
Der vollständige Wortlaut der Erklärung der DEM-Partei lautet wie folgt:
"Bei dem Brand, der am frühen Morgen des 21. Januar in einem Hotel im Skigebiet Bolu Kartalkaya ausbrach, sind 78 unserer Mitbürger, darunter viele Kinder, ums Leben gekommen; Dutzende weitere wurden verletzt. Wir sprechen den Hinterbliebenen unser Beileid aus und wünschen den Verletzten eine baldige Genesung.
Seit dem Amtsantritt der AKP-Regierung im Jahr 2003 sind bei Ereignissen, die wir als Massaker bezeichnen – darunter Erdbeben, Grubenunglücke, Zugunglücke, Überschwemmungen, Wohnheim- und Hotelbrände sowie Fabrikexplosionen – bisher 54.780 Menschen ums Leben gekommen, Zehntausende wurden verletzt.
Die von der AKP-Regierung umgesetzte Wirtschafts- und Sozialpolitik hat Regellosigkeit mit sich gebracht und die Straflosigkeit gefestigt. Das menschliche Leben hat seinen Wert verloren und wurde lediglich als Instrument für die verfolgte Politik instrumentalisiert. Die Fakten, die bei dem Massaker in Kartalkaya ans Licht kamen, zeigen, wie gravierend diese Situation ist. Es hat sich herausgestellt, dass die 2007 in Kraft getretene Verordnung über den Brandschutz von Gebäuden nicht vollständig umgesetzt wurde. Da der Großteil der Hotels in der Türkei vor 2007 erbaut wurde, ist nicht einmal bekannt, ob diese an die neue Verordnung angepasst wurden.
Das Massaker in Kartalkaya wurde zu einem Macht- und Kompetenzstreit zwischen Zentral- und Lokalverwaltung degradiert; noch bevor die Verstorbenen beigesetzt wurden, wurde der Schmerz der Familien missachtet und diese wurden gekränkt. Dieses Massaker hat, wie die Erdbeben in Maraş 2023, erneut die Gefahren aufgezeigt, die durch die übermäßige Machtkonzentration der Zentralverwaltung entstehen. Das Massaker hat gezeigt, dass aufgrund der kapitalfreundlichen Wirtschaftspolitik der AKP Kontrollen nur pro forma oder gar nicht durchgeführt wurden. Die nahezu vollständige Abschaffung der externen Kontrollmechanismen sowie die Einschränkung der Kontrollbefugnisse der TMMOB und ihrer angeschlossenen Kammern führen ebenfalls zu einer Zunahme solcher Massaker.
Dieses Massaker ist ein weiteres Ergebnis der Politik der Straflosigkeit. Die Politik der Straflosigkeit begegnet uns nicht nur bei Tötungen und Massakern, die durch illegale Strukturen innerhalb des Staates verursacht werden, sondern auch bei Katastrophen oder Unglücken, die daraus resultieren, dass der Staat seiner wirksamen Kontrollpflicht nicht nachkommt.
'RÜCKTRITTSAUFRUF AN DIE MINISTER'
Auch bei dem Massaker in Bolu Kartalkaya kommen die erstinstanzlich verantwortlichen Stellen, allen voran das Ministerium für Kultur und Tourismus, ihrer Rücktrittsverantwortung in einer Weise nach, die jeglicher politischer Moral entbehrt. Minister, die keine politische Verantwortung gegenüber unserem Volk empfinden, sollten keine Minute länger auf diesen Stühlen sitzen!
Als DEM-Partei fordern wir die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses innerhalb der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM), um die Ursachen und Verantwortlichen dieses Massakers aufzudecken. Zudem fordern wir, dass die von der Generalstaatsanwaltschaft Bolu geführten Ermittlungen öffentlich geführt werden, um sozialen Akteuren die Verfolgung des Verfahrens zu ermöglichen, und dass alle Gebäude, in denen Menschen gemeinschaftlich leben – wie Hotels, Motels, Pensionen, Wohnheime und Schulen –, die vor der 2007 in Kraft getretenen Verordnung lizenziert wurden, dringend einer Kontrolle unterzogen werden. Die Verantwortlichen müssen umgehend zurücktreten und durch eine effektive Untersuchung auf das Härteste bestraft werden.
Wir rufen unser Volk dazu auf, gegenüber einer möglichen neuen Politik der Straflosigkeit wachsamer zu sein. Unsere Partei wird diesen Prozess genau verfolgen und ihren Kampf fortsetzen, damit die Verantwortlichen die Strafe erhalten, die sie verdienen."
Nachrichtenquelle : 12punto
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