Regierungsnahe Medien verkünden, wann die Terrororganisation PKK die Waffen niederlegen wird: Steht eine Amnestie auf der Agenda?
Spekulationen über einen neuen Lösungsprozess sind wieder im Gespräch. Sicherheitskreisen zufolge bereitet sich die Terrororganisation PKK auf einen Aufruf des Terroristenführers Öcalan hin darauf vor, die Waffen niederzulegen. Hier sind die Details...
Nach dem Aufruf des MHP-Vorsitzenden Bahçeli, der den neuen Lösungsprozess wieder in Gang gebracht hat, kommen täglich neue Informationen ans Licht.
TECHNISCHE VORBEREITUNGEN FÜR DIE WAFFENABGABE
Im Rahmen des Prozesses werden auch technische Vorbereitungen für das Verfahren zur Waffenabgabe getroffen. Es wurde berichtet, dass detaillierte Arbeiten dazu durchgeführt werden, an welchen Punkten, auf welche Weise und mit welchen Registrierungssystemen die Waffen übergeben werden sollen.
Unterdessen wurde in einem Bericht der Zeitung Türkiye, der sich auf Sicherheitskreise stützt, behauptet, dass die Terrororganisation PKK im Rahmen des neuen Lösungsprozesses Anfang Mai einen „Auflösungskongress“ einberufen und bis Ende Juni alle ihre Waffen abgeben werde. Es wird behauptet, dass der Aufruf von Abdullah Öcalan in einer an die Organisation gesandten Nachricht, „Beruft euren Kongress ein, legt die Waffen nieder und löst euch auf“, Wirkung gezeigt habe.
GESETZLICHE REGELUNGEN KÖNNTEN IM JULI AUF DIE AGENDA KOMMEN
Sollte der Prozess wie geplant verlaufen und die Organisation die Entscheidung zur Auflösung sowie die Waffenabgabe abschließen, wird erwartet, dass vor der Sommerpause des Parlaments, also bis Juli, einige politische und rechtliche Schritte auf die Tagesordnung kommen.
KEINE AMNESTIE FÜR ÖCALAN, HAFTBEDINGUNGEN WERDEN ÜBERPRÜFT
Selbst wenn sich die Terrororganisation PKK auflöst, steht im Rahmen des Prozesses keine Amnestie für Öcalan auf der Agenda. Öcalan wird weiterhin im Gefängnis von İmralı bleiben. Es wird jedoch erklärt, dass die Haftbedingungen im Einklang mit den Gegebenheiten der neuen Ära überprüft werden sollen.
NEUE VOLLZUGSMODELLE AUF DEM TISCH
Das Justizministerium arbeitet unabhängig von diesem Prozess im Rahmen eines neuen Justizpakets an Änderungen des Strafvollzugssystems. Es ist geplant, flexible Modelle wie den „Wochenendvollzug“, den „Nachtvollzug“ und den „Vollzug in der Wohnung“ einzuführen.
TERRORVERURTEILTE DERZEIT NICHT EINGESCHLOSSEN
Quellen aus dem Justizministerium erklärten, dass die Anwendung des Vollzugs in der Wohnung derzeit keine Personen umfasst, die wegen Terrorverbrechen verurteilt wurden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass dieses Thema je nach Prozessverlauf in Zukunft geprüft werden könnte. Derzeit befinden sich etwa 25.000 Terrorverurteilte in den Gefängnissen. Davon sind 17.000 wegen Mitgliedschaft in der PKK und ähnlichen Strukturen und 8.000 wegen Mitgliedschaft in der FETÖ verurteilt.
OPTION DES VOLLZUGS IN DER WOHNUNG FÜR ÄLTERE UND KRANKE
Sollte eine Regelung für das neue Vollzugssystem getroffen werden, könnte die Möglichkeit, Strafen zu Hause zu verbüßen, insbesondere für kranke Häftlinge, Frauen mit Kindern und über 65-Jährige, die nicht allein leben können, auf die Tagesordnung kommen. Diese Regelungen werden durch Revisionen des Strafvollzugsgesetzes unterstützt, die im Einklang mit der Vision einer „Türkei ohne Terror“ stehen.
WAS IST PASSIERT?
Der PKK-Anführer Öcalan, an den der MHP-Vorsitzende Devlet Bahçeli den Aufruf richtete, „die Terroraktionen zu beenden und sich aufzulösen“, kam dem seit Monaten erwarteten Aufruf nach und erklärte, dass die PKK sich auflösen und alle Gruppen die Waffen niederlegen müssten. In Öcalans Aufruf hieß es: „Ich rufe zur Waffenabgabe auf in diesem Klima, das durch den Aufruf von Herrn Devlet Bahçeli, den vom Herrn Präsidenten gezeigten Willen und die positiven Ansätze der anderen politischen Parteien zu diesem bekannten Aufruf entstanden ist, und ich übernehme die historische Verantwortung für diesen Aufruf.“ Öcalan sagte: „Beruft euren Kongress ein und trefft eine Entscheidung zur Integration mit Staat und Gesellschaft.“
Zusätzlich zu Öcalans Aufruf zu „Frieden und demokratischer Gesellschaft“ wurde auch eine Notiz verlesen: „Während ich diese Perspektive darlege, erfordert die praktische Waffenabgabe und die Selbstauflösung der PKK zweifellos die Anerkennung der demokratischen Politik und der rechtlichen Dimension.“
Nach Öcalans Erklärung zur Selbstauflösung der PKK und der Waffenabgabe aller Gruppen teilte das sogenannte Exekutivkomitee der Organisation mit, dass sie sich Öcalans Aufruf anschließen und dessen Anforderungen erfüllen würden.
Kandil hatte erklärt, dass sie ab dem 1. März einen Waffenstillstand ausgerufen hätten und keine bewaffnete Kraft Aktionen durchführen werde, solange keine Angriffe erfolgten.
Nachrichtenquelle : 12punto
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