Vorwurf der maßgeschneiderten Stelle für Ali Erbaş: Ausschreibungsbedingungen sorgen für Aufsehen
Eine Stellenausschreibung der İstanbul 29 Mayıs Üniversitesi für eine Professur im Bereich Religionsgeschichte hat die Debatte über „auf Personen zugeschnittene Stellen“ in der akademischen Welt neu entfacht. Es wird behauptet, dass die in der Anzeige genannten Kriterien exakt mit dem akademischen Werdegang des ehemaligen Präsidenten für religiöse Angelegenheiten (Diyanet), Ali Erbaş, übereinstimmen, dessen Amtszeit am 18. September endete.
Die von der Diyanet-Stiftung gegründete İstanbul 29 Mayıs Üniversitesi hat eine Stellenausschreibung veröffentlicht, die die in akademischen Kreisen seit langem bestehende Debatte über „personenbezogene Stellenbesetzungen“ neu belebt. Die Universität gab bekannt, dass sie einen Professor für die Fakultät für Theologie, Fachbereich Philosophie und Religionswissenschaften, sucht.
In der Anzeige wurde gefordert, dass der Bewerber den Titel eines Dozenten im Bereich Religionsgeschichte besitzen und wissenschaftliche Arbeiten in diesem Fachbereich durchgeführt haben muss. Zudem wurde die Bedingung gestellt, dass die Kandidaten über Erfahrung als Dozent verfügen müssen.
BEDINGUNGEN IN DER ANZEIGE DECKEN SICH MIT ERBAŞ
Dem Bericht von Mustafa Bildircin von der Zeitung BirGün zufolge erinnert die besagte Anzeige an Ali Erbaş, der kürzlich sein Amt als Präsident für Religionsangelegenheiten niedergelegt hat. Bei einer Prüfung des akademischen Lebenslaufs von Erbaş zeigt sich, dass er alle in der Anzeige der Universität genannten Bedingungen erfüllt.
Laut Erbaş' Lebenslauf wurde er 1993 zum Assistenzprofessor am Fachbereich Religionsgeschichte der Theologischen Fakultät der Sakarya-Universität ernannt. Anschließend führte er für einige Zeit akademische Arbeiten in Frankreich durch. Nach seiner Rückkehr in die Türkei zu Beginn des akademischen Jahres 1997-1998 erhielt Erbaş im November 1998 den Titel eines Dozenten und im Januar 2004 den eines Professors.
Zwischen 1993 und 2006 bekleidete er die Positionen des Fachbereichsleiters für Religionsgeschichte sowie des Abteilungsleiters für Philosophie und Religionswissenschaften.
Es wurde behauptet, dass Erbaş, dessen Amtszeit am 18. September endete, nach seiner Pensionierung eine Rente von über 100.000 TL beziehen werde. Diese Behauptung verstärkte die Diskussionen über eine „personenbezogene Stelle“ im Zusammenhang mit der Ausschreibung der İstanbul 29 Mayıs Üniversitesi zusätzlich.
Die Tatsache, dass die von der Universitätsleitung veröffentlichten Kriterien exakt mit dem akademischen und administrativen Hintergrund von Erbaş übereinstimmen, führte in der Öffentlichkeit zu der Einschätzung, dass die Stelle gezielt für eine bestimmte Person ausgeschrieben wurde.
Nachrichtenquelle : 12punto
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