Achten Sie auf plötzliche blau-violette Verfärbungen an Händen und Füßen
Der Rheumatologe und Facharzt für Innere Medizin Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu warnt, dass blau-violette Verfärbungen an den Finger- oder Zehenspitzen, die manchmal in stressigen Zeiten oder bei kaltem Wetter auftreten, Anzeichen für ein Raynaud-Phänomen (Raynaud-Syndrom) sein können.
Der Rheumatologe und Facharzt für Innere Medizin Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu erklärt, dass das Raynaud-Phänomen, das durch Temperaturveränderungen und Stress ausgelöst wird, bei etwa 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung auftritt: „Das wichtigste Anzeichen des Raynaud-Syndroms (RS) ist die blau-violette Verfärbung an den Finger- und/oder Zehenspitzen, die manchmal bei Kälteeinwirkung und manchmal in Verbindung mit Stress auftritt.
Die Erkrankung entsteht durch eine Verengung der Blutgefäße. Normalerweise verengen sich die Blutgefäße, die die Haut versorgen, bei kaltem Wetter, um den Wärmeverlust zu reduzieren.
Beim Raynaud-Syndrom hält dieser Prozess jedoch länger an. Nach einer gewissen Zeit sinkt der Sauerstoffgehalt in den Gefäßen aufgrund der gestörten Durchblutung, was zu der blau-violetten Verfärbung der Haut führt. Auf diese Verfärbung folgt eine Erweiterung der Gefäße. Danach kehren die Fingerspitzen wieder zu ihrer rosa-roten Farbe zurück“, sagte er.
„TRITT AM HÄUFIGSTEN BEI JUNGEN FRAUEN AUF“
Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu betonte, dass das Raynaud-Syndrom manchmal isoliert auftreten kann, ohne dass eine Begleiterkrankung vorliegt, was als primäres Raynaud-Syndrom (PRS) bezeichnet wird.
Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu erklärte, dass das Raynaud-Syndrom auch als Vorbote einer anderen Erkrankung oder im Verlauf einer solchen auftreten kann, was als sekundäres Raynaud-Syndrom (SRS) bezeichnet wird.
Er wies darauf hin, dass das Raynaud-Syndrom am häufigsten bei jungen Frauen beobachtet wird: „Das PRS hat auch eine genetische Komponente. Bei Angehörigen von Betroffenen können ähnliche Symptome auftreten. Das Ansprechen auf die Behandlung ist beim PRS in der Regel gut und führt nicht zu schwerwiegenden Problemen“, sagte er.
KANN MIT RHEUMATISCHEN ERKRANKUNGEN EINHERGEHEN
Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu erläuterte, dass das sekundäre Raynaud-Syndrom (SRS) häufig im Verlauf entzündlich-rheumatischer Erkrankungen wie systemischer Sklerose (Sklerodermie), SLE, Sjögren-Syndrom, Antiphospholipid-Syndrom, Polymyositis/Dermatomyositis oder rheumatoider Arthritis auftreten kann: „Das SRS kann zudem mit anderen systemischen Erkrankungen einhergehen, die vom körpereigenen Abwehrsystem ausgehen.
Bei manchen Patienten können auch Ohrmuscheln, Nase, Gesicht, Knie und Brustwarzen betroffen sein. Selten kann das RS am gesamten Arm oder Bein auftreten. Neben der Farbveränderung können Kribbeln, Taubheitsgefühle und Schmerzen auftreten. Wenn die Phase der Gefäßverengung lange anhält, kann dies für das Gewebe gefährlich werden. Aufgrund der Durchblutungsstörungen können sich an den Fingerspitzen Wunden entwickeln“, sagte er.
Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu erklärte, dass die Diagnose des Raynaud-Syndroms anhand der typischen Beschwerden des Patienten (durch Kälte und Stress ausgelöste blau-violette Verfärbung an den Fingern, Kältegefühl, Schmerzen) sowie durch eine körperliche Untersuchung gestellt wird. Er betonte, dass in Verdachtsfällen verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden können und andere Ursachen, die zu ähnlichen Beschwerden führen, ausgeschlossen werden müssen.
„SIE SOLLTEN RAUCHEN UND KÄLTE VERMEIDEN“
Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu gab folgende Empfehlungen für den Alltag eines Patienten mit diagnostiziertem Raynaud-Syndrom:
„Patienten sollten ihren Körper vor Kälte schützen und ihre Kleidung entsprechend wählen. Bei kaltem Wetter sollten unbedingt Handschuhe und Wollsocken getragen werden. Sie sollten auf das Rauchen verzichten. Nikotin und ähnliche Chemikalien im Zigarettenrauch führen zu einer Gefäßverengung und verschlimmern das Raynaud-Syndrom. Auch Medikamente, die eine Gefäßverengung verursachen, können negative Auswirkungen haben. Daher sollte die Wahl der Behandlung entsprechend angepasst werden. Beispielsweise können einige Erkältungs- und Grippemittel, Migränemedikamente sowie bestimmte psychiatrische Medikamente zu Gefäßverengungen führen. Man sollte nicht vergessen, dass auch Stress eine gefäßverengende Wirkung hat.“
BEI DER BEHANDLUNG IST DIE FRAGE NACH EINER GRUNDERKRANKUNG WICHTIG
Prof. Dr. Mehmet Sayarlıoğlu schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass es bei der medikamentösen Behandlung des RS wichtig sei, ob das Symptom primär oder sekundär (in Verbindung mit einer anderen Erkrankung) auftritt: „Der Behandlungsplan wird unter Berücksichtigung der Frage erstellt, ob eine Grunderkrankung vorliegt. Beim SRS steht die Behandlung der Begleiterkrankung im Vordergrund. Darüber hinaus werden je nach Zustand des Patienten weitere gefäßerweiternde Behandlungen in Betracht gezogen. Wenn der Patient zudem andere Medikamente einnimmt, werden deren Auswirkungen auf das RS bewertet und gegebenenfalls entsprechende Anpassungen vorgenommen.“
Nachrichtenquelle: İHA
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