Bahnbrechender Schritt beim Zigarettenverkauf: Wer keinen Ausweis vorzeigt, geht leer aus
Der stellvertretende Gesundheitsminister Şuayip Birinci wies auf den steigenden Zigarettenkonsum in der Türkei hin und kündigte an, dass das in Japan praktizierte Modell des Verkaufs mit Identitätsprüfung in Erwägung gezogen werde. Birinci betonte, dass der Zugang zu Zigaretten bei Jugendlichen zunehme, und erklärte, dass Preiserhöhungen eine der wirksamsten Methoden zur Bekämpfung des Konsums seien.
Der stellvertretende Gesundheitsminister Doç. Dr. Şuayip Birinci äußerte sich auf dem in Erzurum veranstalteten MedAI 26-Kongress für Künstliche Intelligenz in der Medizin zum Thema „Ein Blick auf die Zukunft der Medizin von heute aus“ kritisch zum Zigarettenkonsum im Land. In seiner Präsentation betonte Birinci, dass die Schäden durch Tabakprodukte stetig zunähmen, und erklärte, dass die in Japan praktizierte Praxis des Zigarettenverkaufs mit Identitätsprüfung auch in der Türkei auf der Tagesordnung stehe.
„TÜRKEI BEI ZIGARETTENKONSUM AN ZWEITER STELLE“
Birinci erklärte, dass die Türkei nach Indonesien das Land mit dem zweithöchsten Zigarettenkonsum sei, und sagte: „Wir stehen einem sehr ernsten Anstieg beim Zigarettenkonsum gegenüber. Es herrscht eine alarmierende Situation.“ Birinci wies insbesondere darauf hin, dass niedrige Zigarettenpreise den Konsum befeuerten, und fügte hinzu: „Die billigsten Zigaretten gibt es in der Türkei. Preiserhöhungen sind jedoch eines der wirksamsten Mittel zur Bekämpfung.“
WIRTSCHAFTLICHE BELASTUNG DURCH ZIGARETTEN STEIGT
Birinci merkte an, dass Tabak eine wichtige Rolle bei den steigenden individuellen Gesundheitsausgaben spiele. Er gab bekannt, dass die Gesundheitsausgaben pro Kopf in der Türkei bei 840 Dollar lägen, während dieser Wert bei Rauchern auf bis zu 1028 Dollar ansteige. Zudem fügte er hinzu, dass die tabakbezogenen Haushaltsausgaben jährlich 15 Milliarden Lira erreichten und die durch Brände verursachten Schäden eine beachtliche Summe von 4 Milliarden Lira erreichten.

FRÜHBEGINN UND ZUGANGSPROBLEME BEI JUGENDLICHEN
Birinci wies auch auf die Belastung des Gesundheitssystems durch den Zigarettenkonsum hin und betonte, dass die gesundheitsbezogenen Ausgaben durch das Rauchen jährlich 5 Milliarden Dollar erreichten. Trotz aller Warnungen steige die Zahl der Tabakkonsumenten weiter an. Laut einer Studie, die 37 europäische Länder umfasst, sei die Zugangsrate zu Zigaretten bei Jugendlichen in der Altersgruppe der 15- bis 16-Jährigen auf 55 Prozent gestiegen, während das Alter beim ersten Versuch unter 12 Jahre gesunken sei. Er unterstrich zudem, dass sich die Konsumraten bei jungen Mädchen denen der Jungen angeglichen hätten.

PASSIVRAUCHEN UND KREBSRISIKO
Birinci erklärte, dass weltweit jedes Jahr 7 Millionen Menschen direkt durch Tabakkonsum und 1,6 Millionen Menschen durch Passivrauchen ihr Leben verlören, und merkte an, dass bei 25 Prozent aller Krebsarten das Rauchen die Ursache sei. „Es ist ebenfalls das Rauchen, das die Türkei bei Lungenkrebs auf den ersten Platz bringt“, sagte er. Er gab bekannt, dass 44 Prozent der Kinder im Land passiv Zigarettenrauch ausgesetzt seien.
WARNUNG VOR E-ZIGARETTEN UND DAS BEISPIEL JAPAN
Birinci ging zudem auf das Thema E-Zigaretten ein und äußerte sich wie folgt:
„Leider erhöht die E-Zigarette den Einstieg ins Rauchen um das Dreifache. Ich erwähne dies ausdrücklich, um aufzuzeigen, in welche Falle uns die Firmen locken, die das Produkt verharmlosen und mit Begriffen wie ‚weniger schädlich‘ vermarkten. Es gibt Länder, in denen der Verkauf von E-Zigaretten verboten ist. Normalerweise ist es bei uns auch nicht legal, aber wir haben den Besitz nicht verboten. Zigaretten waren in Japan eines der größten Probleme. Die Japaner geben Zigaretten nun nur noch gegen Vorlage eines Ausweises ab. Das ist auch einer unserer Pläne.“

PREISERHÖHUNG EINE DER WIRKSAMSTEN METHODEN
Abschließend betonte der stellvertretende Gesundheitsminister Birinci, dass die Preispolitik den Zigarettenkonsum maßgeblich beeinflusse. Er fügte hinzu, dass die preiserhöhenden Maßnahmen in entwickelten Ländern eine deutliche Wirkung zur Reduzierung des Zigarettenkonsums hätten und dass ähnliche Praktiken auch in der Türkei in Betracht gezogen werden sollten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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