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Erektile Dysfunktion kann ein Frühwarnsignal für Herzprobleme, Diabetes und Demenz sein

Experten zufolge ist die erektile Dysfunktion, von der Millionen Männer betroffen sind, nicht nur ein Thema der sexuellen Gesundheit; sie kann auch Hinweise auf Gefäßerkrankungen, Diabetes und kognitive Risiken geben.

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Erektile Dysfunktion kann ein Frühwarnsignal für Herzprobleme, Diabetes und Demenz sein

Die erektile Dysfunktion, bei Männern als Erektionsstörung definiert, bleibt trotz ihrer Verbreitung oft ein Tabuthema. Experten zufolge ist dieser Zustand nicht nur auf das Sexualleben beschränkt; er kann auch ein Frühwarnsignal für die Gefäßgesundheit, das Diabetesrisiko und bestimmte kognitive Probleme sein.

Untersuchungen zeigen, dass Erektionsstörungen besonders ab dem 40. Lebensjahr häufiger auftreten. In einer groß angelegten Studie wurde berichtet, dass 39 Prozent der 40-jährigen Männer regelmäßig in gewissem Maße unter Erektionsstörungen leiden, wobei dieser Anteil im Alter von 70 Jahren auf 76 Prozent ansteigt.

Der Sexualwissenschaftler Emmanuele Jannini von der Universität Tor Vergata in Rom erklärt dieses Bild mit dem Vergleich des „Kanarienvogels im Bergwerk“. Da die Blutgefäße im Penis zu den kleinsten Gefäßen im Körper gehören, können sich die ersten Auswirkungen von Störungen im Kreislaufsystem dort bemerkbar machen.

VERBINDUNG ZUR GEFÄSSGESUNDHEIT

Eine Erektion entsteht durch einen erhöhten Blutfluss in den Penis und die Speicherung dieses Blutes im Gewebe für eine gewisse Zeit. Eine Verengung der Blutgefäße kann es erschweren, eine Erektion einzuleiten oder aufrechtzuerhalten. Daher können Krankheiten, die mit Gefäßverkalkung einhergehen, wie etwa Arteriosklerose, durch sexuelle Funktionsstörungen frühzeitig in Erscheinung treten.

In einer Analyse, bei der Daten von 154.794 Personen untersucht wurden, wurde festgestellt, dass bei Männern mit Erektionsstörungen die Wahrscheinlichkeit für koronare Herzkrankheiten um 59 Prozent und für Schlaganfälle um 34 Prozent höher ist. Michael Carroll, Experte für Reproduktionsbiologie an der Manchester Metropolitan University, stellt fest: „Eine gesunde Erektion ist ein wichtiger Indikator für eine gute Gefäßgesundheit.“

Auch der Zusammenhang mit Diabetes ist bemerkenswert. Eine gestörte Blutzuckerkontrolle kann nicht nur die Elastizität der Gefäße verringern, sondern auch das Nervensystem schädigen. Bogdan Vlacho vom Sant Pau Forschungsinstitut in Barcelona gibt an, dass die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer erektilen Dysfunktion bei Männern mit Typ-2-Diabetes etwa dreimal höher ist als bei Männern ohne Diabetes.

Einige Studien deuten darauf hin, dass erektile Dysfunktion auch mit der kognitiven Gesundheit zusammenhängen könnte. In einer in Taiwan durchgeführten Studie wurde berichtet, dass bei Männern, bei denen eine erektile Dysfunktion diagnostiziert wurde, die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von sieben Jahren eine Demenz zu entwickeln, um 68 Prozent höher lag. Experten betonen, dass dieser Zusammenhang mit der Durchblutung zusammenhängen könnte, die auch für die Gehirngesundheit entscheidend ist.

Die Ursache des Problems liegt nicht immer in Gefäßerkrankungen. Stress, Angstzustände, niedriger Testosteronspiegel, Alkohol- und Zigarettenkonsum, bestimmte psychische Gesundheitsprobleme sowie verhaltensbedingte Faktoren wie übermäßiger Pornografiekonsum können ebenfalls zu erektiler Dysfunktion beitragen. Aus diesem Grund weisen Experten darauf hin, dass bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden die zugrunde liegende Ursache untersucht werden sollte.

Dennoch führen Scham und Angst dazu, dass viele Männer medizinische Hilfe zu spät in Anspruch nehmen. Laut Experten kann dieses Schweigen sowohl die Behandlung eines Problems verzögern, das die Lebensqualität mindert, als auch die Chance verpassen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder andere Risiken frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen, das Screening auf Risikofaktoren und bei Bedarf Lebensstiländerungen sind daher von großer Bedeutung.


Nachrichtenquelle: 12punto

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