Werdende Väter, die die Schwangerschaft ihrer Partnerin miterleben: Was ist das Couvade-Syndrom?
Der Schwangerschaftsprozess kann nicht nur die werdende Mutter, sondern auch den werdenden Vater auf vielfältige Weise beeinflussen. Männer, die ähnliche emotionale und körperliche Symptome wie ihre Partnerinnen zeigen, können diesen Zustand erleben, der als „Couvade-Syndrom“ bezeichnet wird. Ein Facharzt für Psychiatrie erläutert diesen Zustand bei werdenden Vätern und dessen Auswirkungen im Detail.
Einige werdende Väter können während der Schwangerschaft ihrer Partnerin ähnliche emotionale und körperliche Veränderungen aufweisen. Diese Symptome können sich während der gesamten Schwangerschaft, bei der Geburt oder sogar in beiden Phasen körperlich manifestieren. Dieser als „Couvade-Syndrom“ bekannte Zustand kann manchmal schwer von außen zu erkennen sein oder wie eine echte psychische Störung wirken. Die Fachärztin für Psychiatrie Dr. Nehir Kürklü gab detaillierte Informationen zu diesem Syndrom und erklärte, dass werdende Väter die Schwangerschaftssymptome gemeinsam mit ihren Partnerinnen erleben.
SCHWANGERSCHAFTSSYMPTOME WERDEN GEMEINSAM ERLEBT
Männer können kurz nach Beginn der Schwangerschaft ihrer Partnerin ähnliche körperliche Symptome zeigen. Diese Symptome äußern sich häufig in Beschwerden wie Magen-Darm-Problemen, Bauchumfangszunahme, Appetitveränderungen, Geruchsempfindlichkeit, Rückenschmerzen, Beinkrämpfen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Zahnschmerzen, Hautausschlägen, Ohnmachtsanfällen und Gewichtszunahme. Dieser Zustand wird als „Couvade-Syndrom“ bezeichnet. Neben den körperlichen Symptomen können auch Angstzustände, Depressionen, Stress, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Sorgen um die körperliche Unversehrtheit auftreten.
SYMPTOME TRETEN IN DEN ERSTEN 3 SCHWANGERSCHAFTSMONATEN AUF
Das „Couvade-Syndrom“ kann manchmal so mild verlaufen, dass es von außen nicht wahrnehmbar ist, während es zu anderen Zeiten wie eine ernsthafte psychische Störung erscheinen kann. In seiner einfachsten Form äußert sich das Syndrom dadurch, dass Männer die Schwangerschaftssymptome gemeinsam mit ihren Partnerinnen erleben; in fortgeschritteneren Stadien kann es sich durch unerklärliche Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Anspannung, Unruhe, Gewichtszunahme und Blähungen bemerkbar machen. Diese Symptome beginnen in der Regel in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft, nehmen im zweiten Trimester zu und halten bis zur Geburt an.
EINFLUSS SOZIOÖKONOMISCHER FAKTOREN
Das „Couvade-Syndrom“ wird häufiger bei werdenden Vätern beobachtet, die ein hohes Angstniveau aufweisen, einer schwarzen Bevölkerungsgruppe angehören oder einen niedrigen sozioökonomischen Status haben. Zu den weiteren sozialen und emotionalen Faktoren, die bei der Entstehung dieses Syndroms eine Rolle spielen können, gehören das Verlassenwerden durch den eigenen Vater in jungen Jahren, ungeplante Schwangerschaften, ein niedriges Bildungsniveau, fehlende wirtschaftliche Sicherheit und Disharmonie in der Ehe.
DER MANN IDENTIFIZIERT SICH MIT SEINER PARTNERIN
Das „Couvade-Syndrom“ wird als Ausdruck dafür angesehen, dass Männer die Schwangerschaft und die Gefühle ihrer Partnerin miterleben. Dieses Syndrom ist ein Zeichen für die Identifikation des Mannes mit seiner schwangeren Partnerin. Es wird vermutet, dass einige Männer anfälliger für dieses Syndrom sind als andere. Wenn beispielsweise die Frau oder der Mann bereits Erfahrungen mit Unfruchtbarkeit gemacht hat oder ein Kind adoptiert wurde, steigt die Anfälligkeit für dieses Syndrom.
SYMPTOME SIND VARIABEL
Die Symptome des „Couvade-Syndroms“ bei werdenden Vätern können ab dem dritten Schwangerschaftsmonat jederzeit auftreten. In seltenen Fällen können diese Symptome sogar auftreten, bevor die Männer bemerken, dass ihre Partnerin schwanger ist. Zu Beginn sind die Symptome meist leicht und nehmen mit der Zeit ab; sie können jedoch in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft, kurz vor oder während der Geburt wieder stärker werden.
UNTERSTÜTZUNG DURCH PFLEGEPERSONAL ERFORDERLICH
Untersuchungen an werdenden Eltern zeigen, dass Männer, die an Geburtsvorbereitungskursen teilnehmen, den Geburtsprozess mit einer positiveren psychologischen Einstellung erleben, was die familiären Beziehungen stärkt. Pflegekräfte, die eine entscheidende Rolle in der Schwangerschaftsvorsorge spielen, sollten einen ganzheitlichen Ansatz für die Familie verfolgen. Um den Familien bei der körperlichen und psychosozialen Anpassung an diese Veränderungen während der Schwangerschaft zu helfen, sollten die notwendige Pflege und pädagogische Unterstützung angeboten und eine entsprechende Beratung geleistet werden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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