Jetzt stehen auch Ärzte unter der Lupe! 13 Milliarden Lira an nicht deklarierten Einnahmen aufgedeckt
Die Steuerbehörde (GİB) des Ministeriums für Schatz und Finanzen hat bei Ärzten mit eigener Praxis nicht deklarierte Einnahmen in deren Steuererklärungen festgestellt. Es wurde ermittelt, dass 3.663 Ärzte Einnahmen in Höhe von rund 13 Milliarden Lira nicht ordnungsgemäß gemeldet haben.
Die Kontrollen des Ministeriums für Schatz und Finanzen im Kampf gegen die Schattenwirtschaft gehen ununterbrochen weiter. Während die von der Steuerbehörde durchgeführten Prüfungen für alle Berufsgruppen und Sektoren ohne Pause fortgesetzt werden, wurde nun auch bei den Privatpraxen von Ärzten durchgegriffen.
Im Rahmen der von der GİB durchgeführten Arbeiten wurden die Steuererklärungen und die steuerliche Compliance von Ärzten, die in Privatpraxen tätig sind, mithilfe KI-gestützter Analyseprogramme untersucht.
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DIFFERENZEN VON BIS ZU 400 PROZENT
Es wurde festgestellt, dass einige Ärzte mit Privatpraxen die von Patienten erhaltenen Untersuchungsgebühren sowie Einnahmen aus ästhetischen und chirurgischen Eingriffen oder zahnärztlichen Behandlungen nicht vollständig in ihren Steuererklärungen angaben. Zwischen den deklarierten Einkünften und den tatsächlichen Gewinnen wurden Differenzen von bis zu 400 Prozent ermittelt.
Durch KI-gestützte Analysen wurden in einer ersten Phase die 3.663 risikoreichsten Steuerpflichtigen unter den Ärzten identifiziert, bei denen eine Diskrepanz zwischen Steuererklärung und tatsächlichem Einkommen bestand. Es stellte sich heraus, dass diese Steuerpflichtigen Einnahmen in Höhe von rund 13 Milliarden Lira nicht deklariert hatten.
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RIESIGE KLUFT ZWISCHEN DEKLARATION UND REALITÄT
Es wurde zudem festgestellt, dass einige Ärzte, die in Bereichen wie Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie tätig sind, die von Patienten erhaltenen Operations- und Untersuchungsgebühren nur unvollständig angaben. Insbesondere bei Chirurgen, die mit Privatkliniken zusammenarbeiten oder in ihrer eigenen
Praxis Patienten empfangen, wurde nachgewiesen, dass sie Operationsgebühren zu niedrig ansetzten und so steuerpflichtige Einkünfte verschleierten. In einem Fall wurde beobachtet, dass ein Gynäkologe jährliche Einnahmen von 53 Millionen Lira nicht deklarierte und lediglich 6,5 Millionen Lira angab.
Bei den Untersuchungen von Zahnärzten wurde festgestellt, dass insbesondere Einnahmen aus Implantaten, Prothesen, Kieferorthopädie und ästhetischen Zahnbehandlungen nicht vollständig deklariert wurden. So wurde bei einem Zahnarzt ermittelt, dass er trotz eines Jahresumsatzes von 67 Millionen Lira lediglich 3 Millionen Lira angegeben hatte.
EINNAHMEN AUS ÄSTHETISCHEN EINGRIFFEN UNTER DER LUPE
Auch der in den letzten Jahren stark gewachsene Sektor der ästhetischen Medizin ist in den Fokus der Prüfungen gerückt. Die Untersuchungen ergaben, dass einige Ärzte, die Eingriffe wie Nasenkorrekturen, Filler, Botox oder Fettabsaugungen durchführen, ihre Einnahmen unvollständig angegeben haben. Insbesondere bei einigen Schönheitskliniken, die Patienten aus dem Ausland behandeln und in Fremdwährung abrechnen, wurde festgestellt, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen nicht deklariert wurde. Im Rahmen der Untersuchungen wurde bekannt, dass ein auf Haartransplantationen spezialisierter Arzt sein Jahreseinkommen mit 7 Millionen Lira angegeben hatte, obwohl er tatsächlich einen Umsatz von 69 Millionen Lira erzielte.
Steuerpflichtige, die nicht deklarierte Einkünfte erzielt haben, wurden im Rahmen der freiwilligen Compliance-Maßnahmen dazu aufgefordert, sich bei den Finanzämtern zu melden.
Im Rahmen dieser Arbeiten haben in der ersten Phase 850 der zur freiwilligen Compliance eingeladenen Ärzte ihre Steuererklärungen eingereicht und ihre Steuerbemessungsgrundlagen korrigiert.
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ERKLÄRUNG VON MINISTER ŞİMŞEK
Finanzminister Mehmet Şimşek erklärte, dass es für Steuerpflichtige, die ihre Einkünfte nicht oder nur unvollständig deklariert haben, wichtig sei, im Rahmen der freiwilligen Compliance-Arbeiten Kontakt mit den Finanzämtern aufzunehmen, um schweren strafrechtlichen Sanktionen zu entgehen.
Şimşek betonte, dass die freiwilligen Compliance-Maßnahmen den Steuerpflichtigen die Möglichkeit geben, die von der Steuerbehörde aufgeworfenen Fragen zu klären, und fügte hinzu:
"Unser Ziel ist es nicht, jemanden zu bestrafen, sondern nicht deklarierte Einkünfte zu besteuern. Gegen Steuerpflichtige, die im Rahmen des freiwilligen Compliance-Prozesses nicht kooperieren und ihre nicht deklarierten Einkünfte nicht angeben, werden Steuerprüfungen eingeleitet oder ihre Periodengewinne durch Schätzungskommissionen festgesetzt. Unser Ziel ist es, Gerechtigkeit und Effizienz im Steuersystem zu gewährleisten. Schattenwirtschaft ist die größte Ungerechtigkeit. Unser entschlossener Kampf gegen dieses Problem wird fortgesetzt."
Nachrichtenquelle: 12punto
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