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Risiken falscher Methoden bei Schlangenbissen aufgedeckt

Der weltweit häufig praktizierte Einsatz von Giftpumpen bei Schlangenbissen nützt Patienten entgegen der landläufigen Meinung nicht, sondern kann sogar zu schweren Gewebeschäden führen. Experten haben die korrekten Erste-Hilfe-Maßnahmen erläutert.

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Risiken falscher Methoden bei Schlangenbissen aufgedeckt

Während weltweit jedes Jahr Zehntausende Menschen nach Schlangenbissen medizinische Hilfe benötigen, hat sich herausgestellt, dass die in Erste-Hilfe-Sets häufig enthaltenen Giftpumpen nicht den erhofften Schutz bieten. Gesundheitsexperten betonten, dass vakuumgestützte "Giftabsauggeräte" weder dazu beitragen, das Gift aus dem Körper zu entfernen, noch unerwünschte neue Schäden beim Patienten verursachen.

Bewertungen von Giftinformationszentren und Notfallmedizinbehörden zeigen, dass sich Schlangengift bereits wenige Minuten nach der Injektion über die Lymphbahnen auszubreiten beginnt. Das bedeutet, dass die Methode des Absaugens per Vakuum sowohl wirkungslos ist als auch zu Zeitverlust führt. Untersuchungen unterstreichen, dass die klinische Erfolgsrate dieser Methode, die hierzulande und weltweit immer noch als Mythos gilt, bei null liegt.

Experten weisen darauf hin, dass Geräte, die eine Saugkraft erzeugen, die Schäden im Gewebe verschlimmern; sie führen dazu, dass sich das enzymhaltige Schlangengift an der abgesaugten Stelle stärker konzentriert, was das Risiko für Gewebenekrosen erhöht. Bei Anwendung eines Vakuums können geschwächte Gefäße beschädigt werden, und es können starke Schwellungen sowie Blutergüsse in der Region auftreten. Zudem erhöht der Zeitverlust und die damit verbundene Verzögerung der medizinischen Hilfe die Lebensgefahr für den Patienten.

In den Zivilschutzprotokollen vieler Länder wird mittlerweile ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Anwendungen wie Giftpumpen, das Anlegen von Abbindungen (Tourniquets), das Aufschneiden der Wunde oder das Aussaugen mit dem Mund unterlassen werden sollten.

Die bei einem Schlangenbiss zu ergreifenden Maßnahmen werden wie folgt aufgelistet: Der Patient sollte ruhig gehalten werden, ohne in Panik zu geraten, und sich nach Möglichkeit hinlegen und ausruhen. Um einer möglichen Schwellung entgegenzuwirken, sollten enge Gegenstände wie Halsketten, Ringe und Uhren abgelegt werden. Die Bissstelle sollte vorsichtig mit Wasser und Seife gewaschen, mit einem alkoholfreien Desinfektionsmittel gereinigt und mit einem sterilen Tuch abgedeckt werden. Das betroffene Gliedmaß sollte ruhiggestellt und oberhalb des Herzniveaus gehalten werden. Blutverdünnende Medikamente, Alkohol und Koffein sollten keinesfalls konsumiert werden.

Experten warnen: "Der wichtigste Schritt ist, ohne Zeitverlust eine medizinische Einrichtung aufzusuchen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen." Einige in der Bevölkerung bekannte Praktiken bergen eher Risiken, als dass sie lebensrettend sind; daher ist es von großer Bedeutung, auf Basis aktueller Erkenntnisse zu handeln.


Nachrichtenquelle: 12punto