Wenn Sie mehr als 8-mal am Tag auf die Toilette müssen, Vorsicht! Jede 5. Frau ist betroffen
„Plötzlich musste ich auf die Toilette und habe es nicht mehr geschafft“, „Ich muss sehr oft auf die Toilette, das zeigt, dass meine Nieren gut arbeiten“, „Bevor ich das Haus verlasse, gehe ich sicherheitshalber auf die Toilette“ – diese Beschwerden, die wir im Alltag häufig hören oder selbst erleben, könnten Vorboten einer Blasenschwäche sein, die in der Fachwelt als „überaktive Blase“ bekannt ist!
Eine überaktive Blase ist definiert als ein verstärkter Harndrang, der durch plötzliche und heftige Kontraktionen der Blasenmuskulatur entsteht und dazu führt, dass man häufiger die Toilette aufsuchen muss. Insbesondere durch die Zunahme von Gewohnheiten wie dem Konsum von Tee, Kaffee, Zigaretten und Alkohol wird dieses Problem immer verbreiteter. Die überaktive Blase, die Menschen jeden Alters betreffen kann, tritt bei Männern nach dem 65. Lebensjahr zu 30 Prozent und bei Frauen nach dem 45. Lebensjahr zu 40 Prozent auf. Diese Zahlen zeigen, dass 2 von 5 Frauen unter einer überaktiven Blase leiden.
Dr. Bülent Özbilek, Urologe am Acıbadem Kartal Krankenhaus, weist darauf hin, dass diese Erkrankung, die negative Auswirkungen auf Hygiene, Berufs- und Sozialleben hat, aus Schamgefühl oft nicht angesprochen wird: „Anstatt einen Arzt aufzusuchen, suchen die Patienten nach eigenen Lösungen, wodurch ihre Lebensqualität erheblich sinkt.
Häufiger Harndrang und plötzlicher Harndrang können mit der Zeit zu großen Problemen im familiären, sozialen und beruflichen Umfeld führen. Doch mit Anpassungen des Lebensstils und entsprechenden Behandlungen lassen sich die Beschwerden einer überaktiven Blase meist gut behandeln, sodass die Patienten ihren Alltag wieder problemlos fortsetzen können“, sagt er.
PLÖTZLICHER HARNDRANG IST DAS TYPISCHSTE SYMPTOM!
Urin wird von den Nieren produziert und in der Blase gespeichert. In diesem Prozess zieht sich die Blase unabhängig von der Urinmenge zusammen und erzeugt das Gefühl, urinieren zu müssen. Dieses Gefühl wird normalerweise unterdrückt und aufgeschoben. Wenn die Blase vollständig gefüllt ist, ziehen sich die umliegenden Muskeln willentlich zusammen und der Entleerungsvorgang findet statt. Der Urologe erklärt: „Bei einer überaktiven Blase werden die Kontraktionen jedoch schon vor der vollständigen Füllung so stark, dass der Harndrang nicht mehr aufgeschoben werden kann. In diesem Fall geht man entweder sehr häufig auf die Toilette oder es kommt zum Urinverlust.“ Plötzlicher Harndrang ist das häufigste Symptom einer überaktiven Blase. Mehr als 8-mal am Tag urinieren zu müssen oder nachts deswegen aufzuwachen, sind typische Anzeichen für das Problem der „überaktiven Blase“. Manchmal kann dieses Problem auch mit Inkontinenz einhergehen.

VORSICHT BEI KAFFEE- UND TEEKONSUM!
Eine überaktive Blase kann viele verschiedene Ursachen haben. Der Facharzt erklärt, dass Faktoren wie Geburten und Schwangerschaften die Beckenbodenmuskulatur dehnen und schwächen können, was zu diesem Zustand führt: „Außerdem beobachten wir, dass der Rückgang des Östrogenspiegels nach den Wechseljahren, Harnwegsinfektionen, Übergewicht, Bandscheibenvorfälle sowie neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose und Schlaganfälle sowie Diabetes die Entwicklung einer überaktiven Blase begünstigen können. Manchmal lassen sich die auslösenden Faktoren jedoch nicht eindeutig bestimmen.“ Urologe Dr. Bülent Özbilek betont zudem, dass insbesondere der Konsum von Kaffee, Tee, Alkohol, Schokolade, das Rauchen sowie Verstopfung das Problem der überaktiven Blase weiter verschlimmern können.

ZUNÄCHST WERDEN DIE URSACHEN ERFORSCHT
Bei Patienten, die sich zur Diagnose an einen Arzt wenden, werden Informationen über mögliche Grunderkrankungen wie Diabetes, Bandscheibenvorfälle oder neurologische Leiden, die Einnahme von Medikamenten, Lebensgewohnheiten (Rauchen, Koffein, Alkohol), die tägliche Flüssigkeitsaufnahme sowie die Häufigkeit des Wasserlassens und eventuellen Urinverlusts eingeholt. Anschließend wird der Patient untersucht; bei Bedarf werden Urinanalysen, Urinkulturen sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomographie eingesetzt. Mit der Urodynamik, einer wichtigen Untersuchungsmethode, wird der Druck in der Blase während der Füllungsphase gemessen, um die Ursache des Urinverlusts zu ermitteln.
LEBENSGEWOHNHEITEN MÜSSEN ANGEPASST WERDEN!
Bei einer überaktiven Blase kommen je nach zugrunde liegender Ursache medikamentöse Therapien, eine Anpassung der Lebensgewohnheiten und medizinische Behandlungen zum Einsatz. Allerdings können die Beschwerden nach der Behandlung mit der Zeit wieder auftreten. Der Urologe betont daher, dass Änderungen der Lebensgewohnheiten eine noch größere Bedeutung haben: „Insbesondere die Beseitigung von Verstopfung, die Regulierung der Flüssigkeitsaufnahme, der Verzicht auf das Rauchen, die Einschränkung von Alkohol sowie koffeinhaltigen Getränken wie Tee und Kaffee, die Reduzierung von Übergewicht und regelmäßige Bewegung sind für die Linderung der Beschwerden äußerst wichtig“, sagt er.
Nachrichtenquelle: 12punto
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