12. Justizpaket auf dem Weg ins Parlament: Strafvollzugssystem und Grundbuchverfahren könnten sich ändern
Die Arbeiten der AKP an einem neuen Justizpaket dauern an; es wird erwartet, dass das Paket nach dem Ramadan dem Parlament (TBMM) vorgelegt wird. Zu den voraussichtlichen Regelungen gehören Anpassungen der Strafvollzugsdauer und Maßnahmen zur Verringerung der Überbelegung in Gefängnissen.
Während die Dynamik in den politischen Kulissen Ankaras im Hinblick auf das bevorstehende 12. Justizpaket zunimmt, wird berichtet, dass die Entwurfsarbeiten kurz vor dem Abschluss stehen. Die technischen Vorbereitungen der AKP sollen nach Ende des Ramadan abgeschlossen sein, mit dem Ziel, das Paket anschließend ins Parlament einzubringen. Wie Cumhuriyet berichtet, setzen Regierungskreise ihre Gespräche mit Expertenteams fort, um den Umfang der laufenden Arbeiten zu erweitern. Die Opposition hingegen ist besorgt, dass die vorgeschlagenen Regelungen statt eines umfassenden und grundlegenden Schrittes nur auf dem Niveau von „begrenzten und punktuellen Eingriffen“ bleiben könnten.
Zu den meistdiskutierten Themen gehören neue Schritte für das Strafvollzugssystem. Methoden zur Verringerung der Überbelegung in den Gefängnissen liegen auf dem Tisch. Die Option, die am häufigsten diskutiert wird, ist die Verlängerung der Bewährungsfrist. Es wird erwogen, diese Frist, die derzeit für viele Straftatbestände bei einem Jahr liegt, auf zwei oder drei Jahre zu erhöhen. Ziel ist es, sowohl die geschlossenen als auch die offenen Vollzugsanstalten zu entlasten und die Entlassungsprozesse zu beschleunigen. Ein ähnliches Modell wurde bereits in der Vergangenheit angewandt; durch Änderungen der Vollzugsdauer in den Jahren 2012 und 2020 wurde die Kapazität der Gefängnisse entlastet.
In politischen Kreisen wird zudem darüber gesprochen, dass die während der Pandemie eingeführte Sonderregelung für den Strafvollzug in begrenzter Form erneut ausgeweitet werden könnte. Es ist wahrscheinlich, dass die aktuelle Regelung, die am 25. Dezember auslief, insbesondere für Häftlinge, die nach dem 31. Juli 2023 in den offenen Vollzug verlegt wurden, sowie für einige Gruppen, die zuvor vom Anwendungsbereich ausgeschlossen waren, wieder auf die Tagesordnung kommt.
NEUE BEDINGUNGEN FÜR DEN VOLLZUG IN DER WOHNUNG
Ein weiteres wichtiges Thema, das voraussichtlich im Paket enthalten sein wird, ist die mögliche Ausweitung des Vollzugs in der eigenen Wohnung. Insbesondere für kranke Häftlinge, ältere Gefangene (über 70 Jahre) sowie Frauen mit kleinen Kindern stehen neue Regelungen für den Strafvollzug zu Hause zur Debatte. Die Bedeutung dieses Schrittes wird damit begründet, dass schutzbedürftige Gruppen in den Gefängnissen unter sicherere Bedingungen gebracht werden sollen.
HÄRTERE SANKTIONEN FÜR JUGENDKRIMINALITÄT
Ein weiteres Thema auf der Agenda sind Regelungen zur Verschärfung der strafrechtlichen Sanktionen für Kinder, die in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind. Nach Angaben aus Quellen des Justizministeriums zielt die Verschärfung der Strafen darauf ab, insbesondere zu verhindern, dass kriminelle Organisationen Kinder für illegale Aktivitäten missbrauchen, und diese Kinder wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Die Behörden betonen zudem, dass diese Kinder effektiver von entsprechenden sozialen Unterstützungs- und Rehabilitationsmaßnahmen profitieren sollten.
ANWALTSZWANG BEI GRUNDBUCHVERFAHREN
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt des geplanten Pakets ist die Einführung einer Anwaltspflicht bei Grundbuchvorgängen. Es ist geplant, dass bei Immobilienkauf- und -verkaufsgeschäften ab einer bestimmten Summe die Begleitung durch einen Anwalt obligatorisch wird. Auf diese Weise sollen Eigentümer und Käufer vor möglichen Betrugsfällen geschützt und die rechtliche Seite der Transaktionen abgesichert werden.
OFFIZIELLER VORSCHLAG IN VORBEREITUNG
Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich all diese Themen noch in der Phase der Vorschläge und Bewertungen. Obwohl noch kein offizieller Gesetzentwurf im Parlament eingereicht wurde, finden in den technischen Kommissionen der AKP die letzten Beratungen statt. Die Arbeiten laufen weiter, damit das Paket nach dem Ramadan auf die Tagesordnung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) gelangt und verabschiedet werden kann.
Nachrichtenquelle: 12punto
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