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Ehemaliger Vorsitzender der Richtergewerkschaft und pensionierter Richter Mustafa Karadağ: "Die Entscheidung zur Zwangsverwaltung der CHP darf nicht anerkannt werden"

Der ehemalige Vorsitzende der Richtergewerkschaft und pensionierte Richter Mustafa Karadağ bewertete die Entscheidung zur Zwangsverwaltung der CHP in Istanbul: Die Entscheidung ist juristisch gesehen "nichtig" und darf nicht anerkannt werden.

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Ehemaliger Vorsitzender der Richtergewerkschaft und pensionierter Richter Mustafa Karadağ:

Der CHP-Provinzkongress in Istanbul wurde per Gerichtsbeschluss annulliert und Gürsel Tekin, einer der ehemaligen Funktionäre der Partei, wurde als Zwangsverwalter eingesetzt.


Während die juristischen und politischen Debatten über die Entscheidung andauern, bezeichnete der ehemalige Vorsitzende der Richtergewerkschaft, Mustafa Karadağ, das Urteil als "nichtig" und betonte, dass die Entscheidung im juristischen Kontext keinesfalls diskutiert werden dürfe.

"DIE GERICHTLICHE ENTSCHEIDUNG IST POLITISCH, DAS RECHT AUF WIDERSTAND ENTSTEHT"

Der ehemalige Vorsitzende der Richtergewerkschaft und pensionierte Richter Mustafa Karadağ bewertete diese Entscheidung des Gerichts in einer Erklärung gegenüber sol.org.tr eher als politische denn als juristische Entscheidung.

Karadağ zufolge kann nur die Wahlbehörde in die Entscheidungen einer politischen Partei eingreifen; eine Partei könne nicht per Gerichtsbeschluss unter Zwangsverwaltung gestellt werden.

Karadağ erklärte, dass diese Entscheidung zeige, dass sich das Gericht direkt in den Dienst der Regierung gestellt habe, und sagte dazu:

 Die Entscheidung ist juristisch gesehen "nichtig" und darf nicht anerkannt werden. Jede Diskussion, die auf juristischer Ebene geführt wird, verleiht dieser Entscheidung Legitimität. Wenn die Justiz eine rechtswidrige Entscheidung trifft, die die Politik beeinflusst, entsteht für das Volk und die politischen Parteien ein "Recht auf Widerstand". Dies ist nun eine politische Angelegenheit und die Lösung muss ebenfalls politisch sein.

Karadağ betonte, dass die Entscheidung einen direkten Angriff auf die größte Oppositionspartei darstelle, und verwendete die Formulierung: "Die türkische Justiz hat nun ihre Grenzen überschritten".

Die Ernennung von Gürsel Tekin, der zuvor aus der Partei ausgetreten war und als parteiinterner Oppositioneller bekannt ist, zum Zwangsverwalter kommentierte Karadağ mit den Worten: "Das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Provokation".

Er erklärte, dass dies deutlich zeige, dass die Justiz zu einem Instrument der Tagespolitik geworden sei. Karadağ warnte davor, dass nach diesen Ereignissen zu erwarten sei, dass die Justiz eine ähnliche Entscheidung für den CHP-Parteitag treffen könnte, und sagte, dies zeige, dass die AKP-Regierung einen faschistoiden Willen verfolge.


Nachrichtenquelle: 12punto