„Gute Führung“-Rabatt in Frauenmord-Prozess in Antalya sorgt für Empörung
Die Anwendung eines „Gute Führung“-Rabatts auf das Strafmaß für Savaş Temirhanoğulları, der seine Ehefrau in Antalya ermordete, hat in der Öffentlichkeit für Empörung gesorgt. Die Mutter des Opfers erlitt nach der Urteilsverkündung einen Zusammenbruch.
In Antalya wurde Savaş Temirhanoğulları, der seine im Scheidungsprozess befindliche Ehefrau Fadim Temirhanoğulları ermordet hatte, vom Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht gewährte dem Angeklagten jedoch einen „Gute Führung“-Rabatt, wodurch die Strafe in eine einfache lebenslange Haft umgewandelt wurde. Diese Entscheidung führte bei der Mutter des Opfers, Mediha Saçlı, zu einem Nervenzusammenbruch. Saçlı äußerte ihren Unmut mit den Worten: „Sie werden im Gefängnis feiern, diese Strafe ist wie eine Belohnung.“
DETAILS ZUM TAG DES MORDES
Der Vorfall ereignete sich am 12. September 2024 im Bezirk Konyaaltı. Fadim Temirhanoğulları wurde in den Morgenstunden in ihrem Haus von ihrem Ehemann Savaş Temirhanoğulları erschossen, gegen den sie zuvor eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte. Die Tochter des Paares, İ.T., hörte zwar die Schüsse, dachte jedoch, sie habe einen Albtraum, und schlief weiter. Als sie am Morgen aufwachte und ihre Mutter blutüberströmt vorfand, bat İ.T. sofort ihre Nachbarn um Hilfe. Die Rettungskräfte, die am Tatort eintrafen, konnten nur noch den Tod von Fadim Temirhanoğulları feststellen.
FESTNAHME DER TATVERDÄCHTIGEN
Nach dem Mord floh Savaş Temirhanoğulları mit Hilfe seines Freundes Fikret İnal in den Bezirk Korkuteli. Die Polizeieinheiten werteten Überwachungskameras aus, lokalisierten die Verdächtigen und nahmen beide zusammen mit der Tatwaffe fest.
GERICHTSURTEIL UND REAKTIONEN
In dem Prozess vor dem 1. Schwurgericht von Antalya wurde Savaş Temirhanoğulları wegen „vorsätzlichen Mordes an der Ehefrau unter erschwerenden Umständen“ angeklagt. Das Gericht verhängte gegen den Angeklagten zwar eine lebenslange Haftstrafe, wandte jedoch den „Gute Führung“-Rabatt an. Fikret İnal wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte Temirhanoğulları wurde in den Anklagepunkten „Beleidigung“ und „Bedrohung“ mangels Beweisen freigesprochen.
Die Anwältin des Vereins „Erst die Frauen und Kinder“ (Önce Kadınlar ve Çocuklar Derneği), Yağmur Burçin Sayın Kurt, reagierte auf das Urteil mit den Worten: „Wir haben einmal mehr gesehen, dass unsere Sicherheit als Frauen nicht gewährleistet ist. Dem Angeklagten wurde ein ‚Gute Führung‘-Rabatt gewährt, wir kennen die Begründung dafür nicht. Wir werden unseren Kampf unter Ausschöpfung aller Rechtsmittel fortsetzen.“ Es wurde angekündigt, dass das Urteil in die Berufung gehen wird.
Nachrichtenquelle: 12punto
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